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Radwoche 2022 Zwischen Obst- und Weingärten im Südtiroler Unterland

mit Georg Daverda

Was geschieht, wenn „Heimatferne Südtiroler“ aus der Schweiz, Deutschland und Österreich sich für eine Woche in Südtirol treffen? Es gibt dafür mehrere Möglichkeiten. Eine der Möglichkeiten – neben der Wanderwoche, der Kulturwoche oder persönlichen Besuchen bei Freunden oder Verwandten - ist die Radwoche, organisiert vom Büro der „Südtiroler in der Welt“. Eine Woche, die geleitet von Georg Daverda, eine wunderbare Gelegenheit bot, neben sportlicher Tätigkeit auch die Vergangenheit der eigenen Familiengeschichte im Gespräch mit den „Mitradlern“ auszutauschen.
Die Wahl mit Auer als Ausgangspunkt der verschiedenen Touren durch das Bozner Unterland war für mich - und nicht nur für mich - eine Erinnerungsreise in die Welt unserer Vorfahren. Eine Reise, die durch die Entschleunigung unserer Gewohnheiten vom „normalen  Alltag“ eine besondere Note erhalten hat.
Begonnen hat die Woche mit einer Tour von Auer nach Salurn, Zambana, Trientner Weinstraße, Pressano über Panizza di sopra und Masen nach S. Michele All’Adige und wieder nach Auer. Für Dienstag hat Georg Daverda eine besondere Radtour vorbereitet. Von Auer über die aufgelassene Bahnstrecke nach Montan, Kaltenbrunn bis auf den San Lugano Pass und wieder zurück nach Auer. Fast 1000 Höhenmeter er-radelten sich oder er-strampelten sich die die „Radler“, wobei einige „flüssige Radler“ auch die durstigen Kehlen zischenderweise passierten. Der Schreiber dieser Zeilen war an diesem Tag nicht dabei, weil er in Meran einem Freund, der überraschend von dieser Welt abberufen wurde, die „letzte Ehre“ erweisen wollte. Am Mittwoch weinte der Himmel, sodass an eine Radtour nicht zu denken war, dafür war der Donnerstag dann umso schöner. Von Auer zum Kalterer See, hinauf nach Kaltern, hinüber nach Girlan, bergwärts zum Montiggler See, hinunter zum Kalterer See und wieder retour nach Auer. Dieser und der nächste Tag, der uns über Tramin nach Margreid bis nach Salurn führte, waren eine Zeitreise in die Schönheiten der architektonischen Kleinodien der Fassadengestaltung der über die Jahrhunderte errichteten Gebäude, die als Ensemble eine Harmonie in ihrer Gesamtheit bilden. So die Worte von unserem „Mitradler Eugen“, der als Architekt in Bamberg seine Profession ausübte. Der Besuch in Salurn in der „Lederhosenschneiderei Amalia Pernter der Gebrüder Ventura, ist auch unter diesem Aspekt zu sehen. Alte Handarbeitskunst in der Lederbearbeitung und Fertigung, um als Endprodukt - als Teil der Tiroler Identität - sichtbar zu werden. Samstag machten wir noch die Mitterbergrunde und nochmals auf Wunsch zum Montiggler See.
Ich denke, dass für mich in dieser Woche Südtirol wieder ein Stück meines Herzens erobert hat und denke auch, dass Konrad aus Zürich, Herbert mit Sabina und Peter mit Angelika aus Schwaz, Eugen mit Margit aus Bamberg und Konrad aus München, diese Woche mit der Kraft der Muskeln und der Kraft der Sinne erlebt haben. Es ist auch Georg Daverda zu danken, der als „Guide“ diese „Unterland Rundfahrt“ umsichtig geführt hat. Vielleicht ist der ein oder andere Leser dieses Reiseberichtes inspiriert, im nächsten Jahr dabei zu sein. Es ist angedacht, Meran als Ausgangspunkt der Tagestouren ins Auge zu fassen. Südtirol und seine wunderbare Kulturlandschaft entschleunigt mit dem Rad zu erkunden und zu erleben, ist immer eine „Woche“ wert.

Gebhard Leitinger