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Kulturwoche Juwel zwischen Gletschereis Tauferer Ahntal

mit Erich Achmüller

Erich Achmüller lud die Teilnehmer*innen der diesjährigen Kulturwoche ins das Tauferer-Ahrntal, sein Heimattal, ein. Zu Gast im Mühlener Hof, sah das Programm Tagesausflüge talaus- und taleinwärts vor. Ein Tag war dem Oberpustertal vorbehalten. Im Mittelpunkt standen Besuche von kulturellen Einrichtungen und Begegnungen mit interessanten Persönlichkeiten. Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz.
Die Woche begann in Gais mit einem Empfang im Rathaus durch Bürgermeister Christian Gartner. Mit Josef Duregger ging‘s anschließend zur romanischen Pfarrkirche, laut Weingartner eine der ältesten und interessantesten Landkirchen von ganz Tirol. In der alten Totenkapelle nebenan bestaunten wir die wunderbar restaurierten Fresken. Unser nächstes Ziel war Schloss Neuhaus. Der „Kulturweg“ dorthin ist einigen Persönlichkeiten gewidmet, die sich in Gais aufgehalten haben, so der amerikanische Dichter Ezra Pound und dessen Tochter Mary de Rachewiltz, wie auch der Minnesänger Oswald von Wolkenstein.
Dr. Duregger erzählte uns Interessantes über deren Leben und Wirken. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch im Pflegerhaus am Nachmittag, Aufbewahrungsort zahlreicher Kunstwerke der hier beheimateten Brüder Bacher. Der Besitzer, Bruno Muser (Bruder unseres Diözesanbischofs), hat uns in dankenswerter Weise die Tore geöffnet. Im nahen Hotel Burgfrieden konnten wir abschließend noch das weitum einmalige Museum des Hausherrn besichtigten, in dem über 800 Feuerwehrhelme aus aller Welt zur Schau gestellt werden.
Unser nächster Besuch galt der Pfarre Taufers, dem kirchlichen und schulischen Zentrum der Dörfer Sand, Mühlen und Kematen. Schon von weitem grüßt die mächtige Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“. Durch ihre Größe und Harmonie ist sie ein großartiges Beispiel spätgotischer Kirchenarchitektur. Der Innenraum wird dominiert durch das Netzrippengewölbe, die Spitzbogenfenster und den imposanten neugotischen Hochaltar. Weitere historische Gebäude wie das Mesnerhaus, das Mollhaus, der Kornkasten und das Schulhaus aus der k. u. k. Zeit runden die Pfarre ab. Zusätzlich gibt es hier auch das Alters- und Pflegeheim.
Im Naturparkhaus Rieserferner-Ahrn in Sand erwartete uns Frau Silvia Oberlechner. Sie vermittelte uns eindrucksvolle Einblicke in die Naturschönheiten dieser Bergwelt. Nach dem Mittagessen im Toblhof führte uns der Weg in die Wildromantik der Reinbach-Wasserfälle, ein einmaliges Naturschauspiel der sich tosend in die tiefe Schlucht stürzenden Wassermassen. Auf dem Franziskusweg erklommen wir anschließend den Burgkofl mit den Ruinen der ersten Tauferer Burg, in deren Mauern sich die mystische Franziskus-Klara-Kapelle befindet.
Im Bergdorf Ahornach trafen wir die akademische Graphikerin und Malerin Annemarie Laner. Sie zeigte und erklärte uns die von ihr gestaltete Einsegnungskapelle im Friedhof. Anschließend führte sie uns in ihr Atelier (im ehemaligen Schulgebäude) und ließ uns in ihr kreatives Schaffen eintauchen.
Nach dem Besuch der 500 Jahre alten, der Hl. Mutter Anna geweihten, gotischen Pfarrkirche nebenan, führte uns der Weg ins Naturhotel „Moosmair“. Im hauseigenen Museum vermittelten uns die gesammelten Gebrauchsgegenstände Eindrücke davon wie es früher war. Anschließend erläuterte uns Kräuterfachfrau Annares Ebenkofler die Vision und das Konzept des Naturhotels und präsentierte uns eine Sammlung von Naturkräutern.
Nach den genossenen Brennnessel-Pressknödeln ging die Fahrt weiter nach Rein (1.600 m), wo sich die Rieserferner Dreitausender uns bei strahlend klarem Wetter als mächtige Bergkulisse präsentierten. Lehrer Serafin Bacher erzählte uns in humorvoller Weise allerhand Interessantes über die Geschichte und das Dorfleben von Rein, unter anderem auch über die Legende des Hl. Wolfgang, des Patrons der Reiner Kirche.
Am Donnerstag stand das Volkskunst- und Krippenmuseum „Maranatha“ in Luttach auf dem Programm. Vor dem Eingang hieß uns der bärtige Seppl Leimegger in seinem urigen Tölderer Dialekt willkommen und führte uns an einer langen Reihe von Krippen und Miniaturbauerndörfern und -höfen vorbei in die geschnitzte gotische Stube. Hier wurde es alsbald gemütlich als Seppl auf seiner Zieharmonika einige Heimatlieder aufspielte, in deren Melodien wir gerne mit einstimmten.
Weiter ging’s taleinwärts bis Steinhaus, wo uns die Klausberg-Bergbahn hinauf zum Mittagessen auf die Kristallalm beförderte. Neben dem guten Essen bezauberte uns dort vor allem der Fernblick auf die Zillertaler Bergkette.
Am Nachmittag ging die Fahrt wieder talauswärts nach St. Johann. Wie vereinbart erwartete uns hier Dir. Richard Furggler. Nach der Besichtigung der schmucken barocken Pfarrkirche führte uns Dir. Furggler zu den kunstvollen Malereien des einheimischen Malers Johann Baptist Oberkofler in den Friedhofsarkaden.
Einen Tag widmeten wir dem Oberpustertal. Da durfte ein Besuch des Pragser Wildsees, des einzigartigen Naturjuwels im Naturpark Fanes-Sennes-Prags nicht fehlen.
In Innichen begrüßte uns Bürgermeister Klaus Rainer persönlich vor dem Rathaus. Nach dem anschließenden Mittagessen im Gasthaus Wiesthaler galt unser Interesse der romanischen Stiftskirche, dem bedeutendsten romanischen Sakralbau in den Ostalpen. Der ehemalige Bürgermeister Josef Passler und Marco Covi begleiteten uns dabei und gaben uns aufschlussreiche Informationen zur Entstehungsgeschichte, Architektur und Malerei. Auch im Stiftsmuseum konnten wir zahlreiche wertvolle Kunstschätze bewundern.
Am letzten Tag führte uns der Weg nach Prettau und in den malerischen Talabschluss. Im Kupferbergwerk Prettau ging‘s mit der Grubenbahn durch den Ignazstollen bis zum Klimaraum. Wir erfuhren vieles über die Entstehung des Bergbaues, die Techniken der Erzgewinnung und die Strapazen, denen die Knappen in früheren Zeiten unterworfen waren. Nach dem Mittagessen in der Ignazstube wanderten wir weiter bis Kasern und von dort auf dem alten Pilgerweg nach Hl. Geist, der ältesten Kirche des Tales, der Hl. Dreifaltigkeit geweiht. Wir erfuhren die Geschichte des Kreuzes, das auf dem Pilgerweg nach Ehrenburg Jahr für Jahr mitgetragen wird. Als allerletzte Übung vollzogen wir das Durchzwängen durch den „Schliefstoan“, wodurch uns nach alter Tradition die Befreiung von unseren Sünden in Aussicht gestellt wird.
Den Abend verbrachten wir im Hotel in gemütlicher Runde und erfreuten uns an der Musik des in Taufers und darüber hinaus bekannten Peter Oberhollenzer „Zechnta Peato“, und seiner Kollegen. Auch wir alle stimmten kräftig mit ein und trugen damit zum guten Gelingen des Abschlussabends bei.

Erich Achmüller