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Informationen von A bis Z:

AIRE

AIRE fast.it SPID und CNS

AIRE fast.it SPID und CNS

Vielen Dank für den informativen Artikel zur Umstellung des "AIRE" in H&W Mai 2021 auf das web Portal fast.it
Ich habe auch gleich versucht, mich dort zu registrieren, da ich zwar seit vielen Jahren im Ausland lebe, mich aber noch nie in die AIRE Liste eingetragen habe. Außerdem möchte ich meine im Ausland geborenen Kinder auch in Italien melden, sodass sie auch die italienische Staatsbürgerschaft bekommen.

Habe auch gleich versucht mich über die App "PosteID" zu registrieren.
Allerdings erhielt ich als Rückmeldung, dass ich meine "Tessera Sanitaria" nicht vorgezeigt hatte. Nun ist mir dies gar nicht möglich, da die "Italienische Gesundheitskarte"  mit Verlegung meines Wohnsitzes nach Österreich eingezogen wurde.
Können Sie mir hier weiterhelfen, habe ich da einige Entwicklungen nicht mitbekommen? Wie könnte ich weiter vorgehen?
 
Wie in der Heimat und Welt Mai 2021 beschrieben, ist die AIRE Meldung künftig ausschließlich über das webportal fast.it möglich.
Damit man fast.it nutzen kann, benötigt man einen SPID.


SPID
SPID ist ein öffentliches System digitaler Identitäten (Sistema Pubblico di Identità Digitale) zur Nutzung von Online-Diensten.
Wo bekomme ich den SPID:
Unsere Empfehlung:
Über die Handelskammer Bozen. Siehe unter: https://www.handelskammer.bz.it/de/dienstleistungen/digitalisierung/digitale-identit%C3%A4t-spid
Einziger Nachteil: man muss persönlich erscheinen.
Vorteil: Die Handelskammer bietet anders als die digitalen Anbieter zur Ausstellung des SPID auch eine Betreuung bei allen nachfolgenden Anliegen zum SPID an – und dies kostenlos.
Für die kostenlose Ausstellung des SPID und der CNS benötigt man keinen Termin bei der Handelskammer Bozen. Beides kann sofort ausgestellt werden.
In den Bezirksstellen der Handelskammer ist ein Termin nötig.
Wir empfehlen in jedem Fall vorher anzurufen.
Notwendige Dokumente für die Beantragung:

  • Steuerkarte – die Steuerkarte kann über das jeweils zuständige italienische Konsulat bei der Agentur der Einnahmen beantragt werden.
  • Bürgerkarte bzw. italienische Gesundheitskarte bzw. CNS
    Wer wie Sie bereits im Ausland lebt und arbeitet, hat in der Regel keine italienische Gesundheitskarte und demzufolge in der Regel auch keine Bürgerkarte mehr.
    Anstelle dessen braucht man die CNS Karte (nationale Servicekarte) – diese stellt ebenfalls die Handelskammer aus. Kosten: 25 Euro.
    Die CNS hat die gleiche Funktion wie die Bürgerkarte und zusätzlich noch die Funktion der digitalen Unterschrift. Siehe unter:
    https://www.handelskammer.bz.it/de/dienstleistungen/digitalisierung/digitale-unterschrift/nationale-servicekarte-cns
  • Gültiger italienischer Ausweis (Identitätskarte oder Reisepass)
  • Smartphone
  • Optimalerweise eigenes Email Postfach
Was ist SPID:
SPID ist ein öffentliches System digitaler Identitäten (Sistema Pubblico di Identità Digitale) zur Nutzung von Online-Diensten. Seit April 2018 ist SPID, neben der Authentifizierung mittels USB Token oder Smartcard, der einzige Zugang für alle Online-Dienste öffentlicher Verwaltungen auf Landes- und auf Staatsebene sein.
 
Dienste
Derzeit können zahlreiche Dienste mit SPID in Anspruch genommen werden, hier eine aktuelle Auswahl:
  • 80 Online-Dienste der öffentlichen Verwaltungen in Südtirol (z.B. Schul- oder Mensaeinschreibungen, Familiengeld, EEVE, medizinische Vormerkungen, Grundbuch und Kataster, Landesbeiträge,…)
  • Bonus für 18-jährige (18app) und Bonus für Lehrpersonen (carta del docente)
  • Agentur der Einnahmen (z.B. 730 online)
  • INAIL (Gesamtstaatliche Anstalt für Versicherungen gegen Arbeitsunfälle)
  • NISF/INPS (Nationales Institut für Soziale Fürsorge z.B. zur Kontrolle der eigenen Beitragssituation)
  • kostenloser Internetzugang (Login bzw. Anmeldung bei öffentlichen WLAN-Hotspots)
Mit SPID können Sie mit allen Geräten (Computer, Tablet oder Smartphone) und ortsunabhängig auf die Online-Dienste der öffentlichen Verwaltung zugreifen.
 
Sobald Sie nun also den SPID haben, können Sie sich bei fast.it anmelden und die gewünschten Eintragungen (AIRE Meldung, Wohnsitzänderung im Ausland, Meldung von Kindern, …) vornehmen.
Rosemarie Mayer
5/21
 
 

Abmeldung aus dem AIRE Register

Abmeldung aus dem AIRE Register

Guten Tag, ich habe eine Frage bezüglich der Abmeldung aus dem AIRE Register: Im Internet steht, ich muss eine "Richiesta del interessato" machen, gibt es da eine Vorlage oder ein Formular? Oder muss man diese selbst verfassen?

Bzgl. der Abmeldung gibt es keine vorgefertigten Formulare.
Man sucht selbst formlos um Abmeldung an. Diese Abmeldung ist erforderlich, wenn man wieder nach Südtirol zurückkehrt, aber auch, wenn man in einen anderen Staat umzieht.
Bei einem Umzug hat man gleichzeitig die Verpflichtung, sich bei den jeweiligen konsularischen Vertretungen  des neuen Wohnsitzstaates anzumelden.
Bei einer Rückkehr nach Südtirol meldet man sich in der neuen Wohnsitzgemeinde an.

Die Abmeldung muss enthalten:

  • Selbst verfasstes Anschreiben bzw. Ansuchen um Abmeldung
  • Angabe der neuen Wohnsitzadresse
  • Kopie eines gültigen Ausweises oder des Reisepasses
  • Kopie der Abmeldung, erhältlich bei der bisherigen Meldegemeinde
 
Der Antrag kann per Post oder per E-mail beim zuständigen Konsulat eingereicht werden.
 
Rosemarie Mayer
7/20
Südtiroler in der Welt
 
 

AIRE Eintragung ja oder nein

AIRE Eintragung ja oder nein

Muss ich mich in die AIRE Liste eintragen lassen, wenn ich für längere Zeit ins Ausland gehe?
Welche Nachteile oder Vorteile bringt mir das?

 


Diese und ähnliche Fragen hören wir im Büro der Südtiroler in der Welt fast täglich.
Generell geht es bei der Eintragung in die AIRE Liste nicht um Vor- oder Nachteile, sondern um eine meldeamtliche Verpflichtung laut Gesetz Nr. 470/1988 Art. 6.

Italienische Staatsbürger, die den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen für mehr als 12 Monate ins Ausland verlegen, müssen über das zuständige italienische Konsulat im Ausland die Eintragung in die AIRE Liste beantragen.
Aufgrund dessen wird die betroffene Person in der Heimatgemeinde von der Liste der ansässigen Bürger (APR) ausgetragen und in die Liste der im Ausland lebenden Italiener eingetragen.
In der Regel geht damit auch die Verlegung des steuerlichen Wohnsitzes einher. Sodass die Agentur der Einnahmen aufgrund der AIRE Meldung Rückschlüsse ziehen könnte, wer den steuerlichen Wohnsitz ins Ausland verlegt hat und damit in Italien nicht mehr unbeschränkt, sondern nur mehr beschränkt (d.h. ausschließlich mit den in Italien erzielten Einnahmen) steuerpflichtig ist.
Nun scheinen es aber nicht alle Betroffenen mit der effektiven Verlegung des Lebensmittelpunktes so genau genommen zu haben.
Die Zahl der Auswanderungen steigt zwar ständig.
Allerdings gehen die Steuerbehörden davon aus, dass eine nicht unbeträchtliche Zahl der Auswanderer sich vor den italienischen Steuern drücken will und den Wohnsitz nur fiktiv ins Ausland verlegt hat, effektiv aber den tatsächlichen Mittelpunkt der Lebensinteressen weiterhin im Inland hat.
Mit der Verordnung DL Nr. 112/2008 werden die Gemeinden verpflichtet, der Agentur der Einnahmen halbjährlich eine Liste der Personen zu schicken, die die Eintragung in die AIRE Liste beantragt haben.
Die Agentur der Einnahmen überprüft anhand der Liste die Vermögen der Betroffenen im Ausland.
Man spricht auch davon, dass die Neuerung rückwirkend ab dem Jahr 2010 anzuwenden ist.
Die Gemeinden haben aber nicht nur die Aufgabe, der Agentur der Einnahmen die AIRE Eintragungen zu melden, sondern diese Positionen über 3 Jahre hinweg zu überwachen und den Verdacht auf eine fiktive Wohnsitzverlegung zu melden.
Faktoren, die Zweifel an der tatsächlichen Wohnsitzverlegung aufkommen lassen sind:

  • Verfügbarkeit einer ständigen Wohnung in der Gemeinde
  • Parkgenehmigung für Ansässige
  • die Anwesenheit der Familie
  • Teilnahme an Geschäftsverhandlungen und Transaktionen in Italien
  • Gutschrift von Einkünften und Einnahmen auf inländische Konten
  • Übernahme von Ämtern
  • Eintragung in Vereinen und Clubs
  • u.a.
Andererseits kann es auch zu Problemen kommen, wenn man zwar den Lebensmittelpunkt effektiv ins Ausland verlegt hat, dies aber dem italienischen Staat nicht in Form der AIRE Eintragung mitteilt.
Eine Vielzahl von Personen „vergisst“ die Eintragung in die AIRE Liste zu beantragen und ist damit in Südtirol noch mit Hauptwohnsitz gemeldet.
Damit geht der italienische Staat in der Regel auch von der Vermutung aus, dass der steuerliche Wohnsitz in Italien liegt.
Dies kann dann Probleme geben, wenn es im Ausland zu Einkünften kommt.
Bei einer möglichen Kontrolle durch die Agentur der Einnahmen muss dann in einem Verfahren nachgewiesen werden, dass der effektive Wohnsitz und damit auch der steuerliche Wohnsitz im Ausland liegen und Italien aufgrund dessen keinen Anspruch hat, die ausländischen Einnahmen zu versteuern.
Dies ist aber ein ungutes Prozedere, das vermieden werden kann, wenn die AIRE Meldung beim Konsulat zeitgerecht und korrekt gemacht wird.
 
Rosemarie Mayer 7/20
Südtiroler in der Welt




 

AIRE Meldung über fast-it ab 1. April 2021

AIRE Meldung über fast-it ab 1. April 2021

Ab dem 1. April 2021 müssen alle Anträge betreffend AIRE d.h.:

  • Antrag auf Eintragung ins AIRE
  • Adressänderung im AIRE
  • Änderung des konsularischen Bezirks (bei Umzug,…)
über das Portal FAST-IT eingereicht werden. 

Eine Antragstellung via E-Mail, per Post oder am Schalter ist nicht mehr möglich.

Über das Portal FAST-IT ist es möglich, die Eintragung ins AIRE zu beantragen, die eigenen, im konsularischen Melderegister registrierten, meldeamtlichen Daten zu überprüfen, Änderungen der Hauptwohnsitzadresse bekannt zu geben und auch die Verlegung des Hauptwohnsitzes von einem oder in einen anderen Konsularbezirk zu beantragen.
Für die Benutzung des Portals FAST-IT ist eine Online-Registrierung nötig, um die entsprechenden Zugangsdaten zu erhalten (hierzu dürfen ausschließlich normale E-Mail-Adressen verwendet werden, keine zertifizierten (PEC) E-Mail-Adressen).

ACHTUNG!
Der Zugang zum Portal FAST-IT ist mit den Zugangsdaten des SPID (öffentliches System für die digitale Identität / Sistema Pubblico di Identità Digitale) möglich oder (nur bis 31. Dezember 2022) mittels Registrierung mit einem gültigen Identitätsnachweis und einer E-Mail Adresse (keine zertifizierten (PEC) E-Mail-Adressen).
Es wird daher allen empfohlen, ehestmöglich eine Registrierung im SPID zu beantragen. Nähere Informationen zu SPID finden Sie unter: http://www.spid.gov.it
 
 
Das A.I.R.E. ist das Melderegister der im Ausland wohnhaften italienischen Staatsbürger. Es wurde 1990 gemäß Gesetz Nr. 470 vom 27. Oktober 1988 („Anagrafe e censimento degli italiani all’estero“) und Durchführungsverordnung nach D.P.R. Nr. 323 vom 6. September 1989 eingerichtet.

siehe unter:
Ministero degli Affari Esteri e della Cooperazione Internazionale - Anagrafe Italiani residenti all'estero


Die Eintragung in das A.I.R.E. ist gesetzlich verpflichtend:
  • für italienische Staatsbürger, die ihren Hauptwohnsitz für mehr als zwölf Monate ins Ausland verlegen möchten
  • für italienische Staatsbürger, die im Ausland geboren wurden und immer außerhalb des italienischen Staatsgebiet gelebt haben
  • für Personen, welche die italienische Staatsbürgerschaft im Ausland erwerben
Folgende Personen müssen sich nicht ins A.I.R.E. eintragen lassen:
1. italienische Staatsbürger, die sich nicht länger als zwölf Monate im Ausland aufhalten
2. italienische Staatsbürger, die sich zur Ausübung saisonaler Arbeit ins Ausland begeben
3. Inhaber von staatlichen Planstellen, die ihren Dienst im Ausland verrichten, sowie die mit ihnen im Haushalt lebenden Personen, die den lokalen Behörden im Sinne des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen und des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen, 1961 bzw. 1963, ratifiziert durch Gesetz Nr. 804 vom 9. August 1967, gemeldet wurden.
4. Italienische Armeeangehörige, die ihren Dienst in den im Ausland stationierten Büros und Einrichtungen der NATO verrichten.

Übersiedelung aus einem anderen Konsularbezirk
Italienische Staatsbürger, die bereits im A.I.R.E. eingetragen sind und aus dem Konsularbezirk eines anderen Landes übersiedeln, müssen das Konsulat des neuen Konsularbereichs über diesen Umzug in Kenntnis setzen und zwar über das Portal FAST-IT

EINSCHREIBEMODALITÄTEN UND BENÖTIGTE UNTERLAGEN

Die Einschreibung ins AIRE muss innerhalb von 90 Tagen nach der Verlegung des Wohnsitzes erfolgen.

Zur Eintragung ins A.I.R.E. müssen u.a. folgende Unterlagen vorgelegt werden:
1. Antrag auf Eintragung, vollständig ausgefüllt und unterschrieben (das aus dem eigenen Account im Portal FAST-IT ausgedruckte Formular)
2. Bestätigung der Meldung mit Hauptwohnsitz (darf nicht älter als sechs Monate sein) 
3. Bis zum 31. Dezember 2022: Gültiger Identitätsnachweis (bei Reisepässen: Kopie der Seiten mit Foto, Unterschrift und ausstellender Behörde; bei Identitätskarten: Kopie Vorderseite und Rückseite)
 
WICHTIG: Ab dem 1. Januar 2023 wird der Zugang zum Portal FAST-IT ausschließlich mit Zugangsdaten des SPID (öffentliches System für die digitale Identität / Sistema Pubblico di Identità Digitale) möglich sein: www.spid.gov.it
 
VERFAHRENSDAUER

Die Bearbeitung der Anträge erfolgt in der Regel innerhalb von 30 Werktagen nach Erhalt der vollständigen Unterlagen.

Die Bestätigung der Eintragung ins A.I.R.E. (wie auch die Bestätigung über Adressänderungen im AIRE oder über die Löschung der Daten aus dem AIRE...) erfolgt ausschließlich durch die italienische Gemeinde erfolgt, welche für die ordnungsgemäße Führung des Melderegisters der im Ausland wohnhaften Bevölkerung zuständig ist.


BEGINN DER GÜLTIGKEIT DER A.I.R.E. - EINTRAGUNG

Die bei der Konsularabteilung über das Portal FAST-IT eingereichte Erklärung hat ab dem Tag Gültigkeit, an welchem der vollständige Antrag eingereicht wurde, es sei denn, die Erklärung auf Verlegung des Wohnsitzes ins Ausland wurde gemäß der geltenden Meldeamtsbestimmungen bereits bei der Gemeinde des letzten Wohnsitzes abgegeben.

Die Eintragung ins A.I.R.E. bedingt die gleichzeitige Streichung aus dem Einwohnermelderegister („Anagrafe della Popolazione Residente“, A.P.R.) der Heimatgemeinde.

MELDEPFLICHTEN NACH DER EINTRAGUNG 

Die Konsularabteilung ist in Kenntnis zu setzen bei:
Adressänderung, Übersiedelung, Rückkehr nach Italien, Änderung der Staatsbürgerschaft oder des Personenstands (Eheschließung, Scheidung, Verwitwung, Geburt eines Kindes oder Ableben eines im gemeinsamen Haushalt lebenden Familienmitglieds etc.).
Geben Sie zur schnelleren Bearbeitung der Anträge und der besseren Kommunikation stets eine aktuelle Mailadresse sowie eine Telefonnummer an.

7. LÖSCHUNG AUS DEM A.I.R.E.

Die Löschung aus dem A.I.R.E. erfolgt:
  • bei Eintragung in das Einwohnermelderegister (A.P.R.) einer italienischen Gemeinde aufgrund der Rückkehr nach Italien  
  • bei Ableben, auch im Falle einer Todeserklärung
  • wegen vermuteter Unauffindbarkeit (bis zum Beweis des Gegenteils) in folgenden Fällen: nach Ablauf von hundert Jahren nach der Geburt; nach zwei aufeinanderfolgenden erfolglosen Nachforschungen; bei ungültiger Wohnadresse im Ausland und Unmöglichkeit, die neue gültige Adresse ausfindig zu machen
  • bei Verlust der italienischen Staatsbürgerschaft

RÜCKKEHR NACH ITALIEN ODER VERZUG IN EIN ANDERES LAND IM AUSLAND 

Sowohl im Falle der Rückkehr nach Italien wie auch des Umzuges in einen anderen Staat muss die Abmeldung des Hauptwohnsitzes bei den lokalen Behörden veranlasst und eine Kopie der Abmeldebestätigung per E-Mail an die Konsularabteilung übermittelt werden, wobei auch die neue Hauptwohnadresse anzugeben ist.
 

AIRE Schweiz

AIRE Schweiz

Meine Tochter lebt und arbeitet seit 2 Monaten in Zürich. Sie hat vor, mehrere Jahre dort zu bleiben.
Aufgrund dessen wollte sie sich nun in die AIRE Liste eintragen lassen.
Dies hat man ihr allerdings im zuständigen Konsulat nicht genehmigt, weil ihr Arbeitsvertrag nur für genau 12 Monate und die L Bewilligung für etwas weniger als 1 Jahr ausgestellt ist.
Was können wir tun, damit meine Tochter sich doch in die AIRE Liste eintragen lassen kann?
 
Für die Eintragung in die AIRE Liste fordern die italienischen Konsulate in der Schweiz neben einer Kopie eines gültigen Ausweises und dem Ansuchen zur Einschreibung in die AIRE Liste auch einen Nachweis über den dauerhaften und legalen Wohnsitz in der Schweiz. Dieser kann nachgewiesen werden in Form

  • Einer Aufenthaltsgenehmigung (L, B, C) für mehr als 12 Monate oder
  • Einem Arbeitsvertrag, der entweder unbefristet oder eine Dauer von mehr als 12 Monaten hat oder
  • Einer Schweizer Identitätskarte oder Pass, sofern man auch Schweizer Staatsbürger ist.
 
Nachdem dies bei Ihrer Tochter nicht der Fall ist, könnte Sie versuchen, über den Arbeitgeber einen unbefristeten oder mehr als 12 Monate dauernden Arbeitsvertrag zu erhalten.
Ansonsten ist derzeit noch keine Eintragung in die AIRE Liste möglich.
 
Südtiroler in der Welt 5/19
Rosemarie Mayer

AIRE Eintragung von in Österreich geborenen Kindern

AIRE Eintragung von in Österreich geborenen Kindern

EINTRAGUNG der GEBURT ins AIRE Register
Ich lebe mit meiner österreichischen Freundin in Wien. Wir haben nun ein Kind bekommen und ich möchte für das Kind einen italienischen Ausweis beantragen.
Dazu habe ich die Auskunft bekommen, dass ich das Kind zuvor in die AIRE Liste in Südtirol eintragen lassen muss. Was ist diesbezüglich zu tun?


Kinder italienischer Staatsbürger, auch wenn sie im Ausland geboren wurden und möglicherweise eine weitere Staatsbürgerschaft besitzen, sind italienische Staatsbürger. Ihre Geburt muss daher in Italien, in der Heimatgemeinde des italienischen Elternteils, eingetragen werden.

Die im Ausland erfolgte Geburt muss unbedingt in Italien eingetragen worden sein muss, bevor die Konsularabteilung einen Identitätsnachweises oder Personenstandsdokumente für das minderjährige Kind ausstellen kann. Es ist daher wichtig, sofort nach der Geburt den Antrag auf Eintragung zu stellen.

BENÖTIGTE UNTERLAGEN

BEI EHELICHEN KINDERN:
- Antrag auf Eintragung der Geburt
- mehrsprachiger Auszug aus dem Geburtseintrag im Original
- Kopie des gültigen Identitätsnachweises beider Elternteile (inkl. der Seiten, auf welchen die Unterschriften ersichtlich sind)
- österreichischer Meldezettel („Bestätigung der Meldung mit Hauptwohnsitz in Österreich“)

BEI UNEHELICHEN KINDERN:

  • Antrag auf Eintragung der Geburt
  • mehrsprachiger Auszug aus dem Geburtseintrag im Original
  • von der zuständigen österreichischen Behörde ausgestellte Vaterschaftsanerkennung im Original, inkl. Übersetzung durch einen beeidigten Übersetzer
  • Sofern die Mutter italienische Staatsbürgerin ist: von der zuständigen österreichischen Behörde ausgestellte Mutterschaftsanerkennung im Original, inkl. Übersetzung durch einen beeidigten Übersetzer
  • Kopie eines gültigen Identitätsnachweises beider Elternteile (inkl. der Seiten, auf welchen die Unterschriften ersichtlich sind)
  • Österreichischer Meldezettel („Bestätigung der Meldung mit Hauptwohnsitz in Österreich“
Arten der Übermittlung:
a) DIREKT an zuständige italienische Gemeinde (Art. 12, DPR 396/2000);
b) VERSAND PER POST an die Konsularabteilung der Italienischen Botschaft in Wien, Ungargasse 43, 1030 Wien
c) PERSÖNLICHE ABGABE in der Konsularabteilung der Italienischen Botschaft in Wien, Ungargasse 43, 1030 Wien
d) Beim zuständigen italienischen HONORARKONSULAT

Andere Formen der Einreichung sind nicht zulässig, da die Unterlagen im Original vorgelegt werden müssen.
Erst im 2. Schritt nach der Eintragung in der Südtiroler Gemeinde (und damit implizit die Eintragung in die AIRE Liste – Liste der im Ausland lebenden Italiener) kann ein Ausweis über das Konsulat beantragt werden.

07/20

AIRE was ist das

AIRE was ist das

AIRE – Register der im Ausland ansässigen italienischen StaatsbürgerInnen
 
Was ist das AIRE:
Das Melderegister der im Ausland ansässigen italienischen StaatsbürgerInnen.
Anagrafe degli italiani residenti all’estero
 
Wer muss sich eintragen lassen:
italienische Staatsbürger, die den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen für mehr als zwölf Monate ins Ausland verlegen,
italienische Staatsbürger, die im Ausland geboren wurden und immer außerhalb des italienischen Staatsgebiet gelebt haben,
Personen, die  die italienische Staatsbürgerschaft im Ausland erworben haben

Warum:
Die Eintragung ist eine gesetzliche Verpflichtung (Gesetz Nr. 470/1988).
Nur mit der Meldung können außerdem konsularische Dienstleistungen in Anspruch genommen werden.
Folgende Personen müssen sich nicht ins A.I.R.E. eintragen lassen:
1. italienische Staatsbürger, die sich nicht länger als zwölf Monate im Ausland aufhalten
2. italienische Staatsbürger, die sich zur Ausübung saisonaler Arbeit ins Ausland begeben
3. Inhaber von staatlichen Planstellen,
4. Italienische Armeeangehörige, die ihren Dienst in den im Ausland stationierten Büros und Einrichtungen der NATO verrichten.

Zeitrahmen und Unterlagen
Die Einschreibung ins AIRE muss innerhalb von 90 Tagen nach der Verlegung des Wohnsitzes nach Österreich erfolgen.

Zur Eintragung ins A.I.R.E. müssen folgende Unterlagen vorgelegt werden:

  1. Antrag auf Eintragung, vollständig ausgefüllt und unterschrieben (als download auf der Internetseite des zuständigen Konsulates)
  2. Bestätigung der Meldung mit Hauptwohnsitz (darf nicht älter als sechs Monate sein)
  3. Gültiger Identitätsmachweis
 
Der Antrag auf Eintragung ins A.I.R.E. muss vom volljährigen italienischen Staatsbürger für sich selbst und für die Personen, für die er das Sorgerecht oder die Vormundschaft innehat, gestellt werden.
Der Antrag kann wie folgt eingereicht werden:

a) persönlich (Ohne Termin)
b) per Post
c) per E-Mail
d) an den Schaltern der italienischen Konsulate

Die Einschreibung ins A.I.R.E. ist kostenlos.

Verfahrensdauer
Alle direkt an den Schaltern der Konsularabteilung eingereichten A.I.R.E. – Anträge werden sofort bearbeitet.
Die Bearbeitung der Anträge erfolgt in der Regel innerhalb von 30 Werktagen nach Erhalt der vollständigen Unterlagen.
Die Bestätigung der Eintragung ins A.I.R.E. erfolgt nicht durch die Konsularabteilung, sondern ausschließlich durch die italienische Heimat Gemeinde. Dieser leitet das Konsulat die Wohnsitzänderung mit.

Wichtig: die Benachrichtigung durch die italienische Gemeinde abzuwarten oder direkt die italienische Gemeinde bezüglich der Bestätigung zu kontaktieren.

Beginn der Gültigkeit des AIRE Eintragung
Die Eintragung ins A.I.R.E. ist ab dem Datum des Erhalts des Informationsblattes durch die italienische Gemeinde gültig und kann nicht rückdatiert werden. Die A.I.R.E.-Eintragung kann folglich weder ab dem Zeitpunkt der Einreichung des Antrages in der Konsularabteilung noch ab dem Datum der Meldung des Wohnsitzes im Ausland erfolgen.

Die Eintragung ins A.I.R.E. bedingt die gleichzeitige Streichung aus dem Einwohnermelderegister („Anagrafe della Popolazione Residente“, A.P.R.) der Heimatgemeinde.
 
Pflichten gegenüber dem Konsulat
Verpflichtende Mitteilungen an das Konsulat (und damit in Folge auch der Heimatgemeinde)
Jede Adressänderung, Rückkehr nach Italien, Änderung der Staatsbürgerschaft, Eheschließung, Scheidung, Geburt, Sterbefall

Weitere Dienste des Konsulates:
- Ausstellung des Personalausweises (ID Karte)
- Ausstellung des Reisepasses (kostet 116 Euro)
seit 2009 haben alle Minderjährigen einen eigenen Ausweis zu haben (nicht mehr bei Eltern)
- Erteilung/Duplikat einer italienischen Steuernummer
- Löschung aus dem italienischen Fahrzeugregister (bei Zulassung in D oder Verschrottung)


Folgende Unterlagen erhält man hingegen nur durch die italienische Gemeinde:
- Familienstandsbescheinigung
- Geburtsurkunde oder Auszug aus dieser
- Heiratsurkunde oder Auszug aus dieser
- Sammelbescheinigung zwecks Eheschließung
- Sterbeurkunde oder Auszug aus dieser
- AIRE Bescheinigung

Rosemarie Mayer
1/2017



 

Corona Virus bedingte Themen

Reisemöglichkeiten innerhalb der EU bzw. Staaten des Schengen Raumes

Reisemöglichkeiten innerhalb der EU bzw. Staaten des Schengen Raumes

In welche EU- Staaten darf ich derzeit einreisen?

Welche Regeln der EIn- und Ausreise gelten derzeit in den einzelnen EU- Staaten bzw. Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz?

Alle Antworten HIER

Verlängerung der Gültigkeit abgelaufener oder bald ablaufender italienischer Ausweisdokumente

Verlängerung der Gültigkeit abgelaufener oder bald ablaufender italienischer Ausweisdokumente

Mein italienischer Personalausweis ist abgelaufen. Derzeit komme ich aber nicht zum italienischen Konsulat geschweige denn nach Südtirol auf die Gemeinde, um einen neuen Ausweis zu beantragen. Was kann ich tun?
 
Die Gültigkeit von Reisepässen und Personalausweises wurde bis 30.04.2021 verlängert.
Dies gilt aber ausschließlich zum Zwecke der Identitätsfeststellung.
Abgelaufene Ausweise oder Reisepässe sind nicht für Reisen oder Grenzübertritte gültig.


Mit dem Gesetzesdekret Nr. 34 vom 19. Mai 2020, umgewandelt in ein Gesetz durch das Gesetz Nr. 77 vom 17.07.2020, wurde eine weitere Verlängerung der Gültigkeit der italienischen Ausweis- und Identitätsdokumenten eingeführt. Gemäß Art. 157, Absatz 7 ter desselben Gesetzesdekrets wurde die Gültigkeit aller italienischen Ausweis- und Identitätsdokumente, einschließlich Pässe und Personalausweise, die abgelaufen sind, ausschließlich zum Zweck der persönlichen Identifizierung bis zum 30. April 2021 verlängert. Sollten Sie von ausländischen Behörden zum Vorweisen eines Ausweises aufgefordert werden, so finden Sie auf den Internetseiten der italienischen Konsulate im Ausland eine amtliche Bestätigung über die Verlängerung der Gültigkeit bis derzeit 30. April 2021.
Für den Grenzübertritt bleibt die Gültigkeit der oben genannten Dokumente auf das im jeweiligen Dokument angegebene Ablaufdatum beschränkt.
D.h. ein Grenzübertritt ist trotz der Verlängerung mit den abgelaufenen Ausweisdokumenten nicht möglich.
 
Zu beachten ist bei der Ausstellung des neuen Personalausweises, dass es seit 2020 die Personalausweise im Scheckkartenformat gibt. Diese können derzeit aber nur über die Konsulate ausgestellt werden. Sollten Sie den Ausweis bei der Heimatgemeinde in Südtirol beantragen, so erhalten Sie dort den Ausweis bis jetzt „nur“ im alten Format.

Rosemarie Mayer 
1/21


 

Erben und Schenken

Erbschaft/Schenkung - Notartermine ohne persönliche Präsenz

Erbschaft/Schenkung - Notartermine ohne persönliche Präsenz

Meine Nichte (wohnhaft in Österreich) und ich (wohnhaft in Bozen) haben das Haus meines Bruders bzw. ihres Vaters in Südtirol geerbt.
Wie können wir nun vorgehen, da meine Nichte coronabedingt Probleme bei der Einreise nach Südtirol hat. Lässt sich die Erbschaft auch mit Vollmachten, die meine Nichte ausstellt, regeln, sodass sie nicht extra und möglicherweise mehrmals nach Südtirol kommen muss.


Ja, das ist möglich und coronabedingt ist es zusätzlich noch ein wenig einfacher und üblicher geworden. Die Notare sind hier auch sehr unterstützend tätig.
In Ihrem Fall ist es möglich, dass die Nichte über einen österreichischen Notar eine Generalvollmacht auf Sie oder Vollmachten in Bezug auf bestimmte Akte ausstellen lässt.
Informationen, welche Vollmachten jeweils nötig sind und wie Ihre Nichte dabei vorzugehen hat, erhalten Sie beim Notar in Südtirol, den Sie und Ihre Nichte mit der Erbschaftsangelegenheit beauftragen.

Rosemarie Mayer
SidW 4/2021

Erbschaftssteuer

Erbschaftssteuer


Ich bin italienischer Staatsbürger und wohnhaft in den Niederlanden.
Alleinstehend, habe 2 Kinder (meine Erben), eines wohnt in den Niederlanden, das andere in der Schweiz.

Die zu vererbenden Güter bestehen aus einem Haus in den Niederlanden, in dem ich wohne und einer Kapitalanlage, die eine Bank in Deutschland für mich verwaltet.
Soviel ich weiß, ist die Erbschaftssteuer in Italien sehr niedrig.
(bis zu einer Million Euro pro Kind ?),  hier in den Niederlanden ist das anders:

   -  für Kinder und Enkel ist bis ca.  €  20.00.-  steuerfrei
                                         bis    €  115.700.-  eine Steuer von  10% fällig und 
                                         über  €  115.700.-  eine Steuer von   20% zu begleichen.
Die EU Richtlinie vom 15. August 2015 würde mir schon etwas entgegenkommen. Was würden Sie mir anraten ? Kann ich meine Güter nach italienischem Erbrecht verteilen?

 
Aufgrund der EU Erbrechtsregelung vom 15. August 2015 bzw. EU VO Nr. 650/2012  haben Sie als italienischer Staatsbürger sehr wohl die Möglichkeit, das italienische Erbrecht zu wählen, auch wenn Ihr Wohnsitz in den Niederlanden ist.
Sie müssen dann allerdings unbedingt ein Testament nach den italienische Richtlinien verfassen und in diesem ausdrücklich festlegen, dass Sie italienisches Erbrecht zur Anwendung bringen möchten.
Im Falle, dass Sie Ihre beiden Töchter als Erben einsetzen, liegt der Pflichtteil bei 2/3, über 1/3 können Sie dann noch frei verfügen.
Dies betrifft allerdings lediglich den substanziell-zivilrechtlichen Aspekt der Erbschaft, während die steuerrechtlichen Angelegenheiten explizit ausgeschlossen sind, da die Erbschaftssteuer EU weit noch nicht harmonisiert ist.
Erbrecht und Erbschaftssteuerrecht sind zwei getrennte Regelungen.
Für Ihren Fall bedeutet dies, dass selbst bei einer Rechtswahl zugunsten des italienischen Erbrechts gem. Art. 2, Abs. 2, GvD Nr. 346/1990 die Erbschaftssteuer nicht in Italien zu entrichten wäre, zumal sich weder der Erblasser, noch der/die Erben noch das Vermögen des Erblassers in Italien befinden.
Die für Sie günstigere italienische Erbschaftssteuerregelung kann nicht zur Anwendung kommen.
Ihre Töchter werden nach niederländischem  bzw. niederländischem und schweizerischem Erbschaftssteuerrecht besteuert.
 
Rosemarie Mayer
7/20
Südtiroler in der Welt

EU Erbrecht

EU Erbrecht

Seit 17. August 2015 gilt in Europa ein neues Erbrecht.
 
Die EU-Erbrechtsverordnung bringt eine Harmonisierung der nationalen Gesetze. Sie garantiert, dass grenzüberschreitende Erbfälle fortan in der EU überall gleich gehandhabt werden (Ausnahmen: Dänemark, Irland und Großbritannien).
 
Der "gewöhnliche Aufentshaltsort" als maßgebendes Kriterium bei staatenübergreifenden Erbschaften
Stirbt z.B. ein italienischer Staatsbürger außerhalb seines Herkunftslandes, kommt das Recht des Staates zur Anwendung, in welchem die Person zuletzt ihren gewöhnlichen Aufenthalt gehabt hat. Dies sofern kein anderslautendes Testament besteht.
Der gewöhnliche Aufenthaltsort muss dabei nicht immer mit dem Wohnsitz übereinstimmen. 
Die Vereinheitlichung wirkt sich auch auf Angehörige von Drittstaaten aus, so etwa der Schweiz.
Deshalb profitieren Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer von der Wahlmöglichkeit. Da die Schweiz der EU-Verordnung aber nicht beigetreten ist, ist diese nicht anwendbar auf Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die in der Schweiz ihren Wohnsitz haben. Da gelten die hiesigen Gesetze, und diese sehen für Schweizer kein Wahlrecht vor.
 
Welche Aspekte einer Erbschaft betrifft die EU Verordnung​
Alle Aspekte einer Erbschaft werden geregelt.
D.h. die Gründe, der Ort und die Art der Eröffnung der Erbschaft, die Identifizierung der Begünstigten, die Erbfähigkeit, die Enterbung, die Erbunwürdigkeit, die Übertragung der Erbschaftsgüter, die Rechte und Befugnisse der Begünstigten, der Verwalter der Erbschaft, die Verantwortung für die Schulden des Erblassers, die Rechte der Pflichtteilsberechtigten und die eventuelle Erbschaftsteilung.
Ausgenommen sind die steuerlichen Aspekte. Diese unterliegen weiterhin den nationalen Verordnungen. Nicht betroffen sind außerdem Bestimmungen zu Unterhaltszahlungen, Handlungs- und Geschäftsfähigkeit der Personen, Ehegüterrecht und Familienverhältnisse.

Wahlmöglichkeit 
Hat der Verstorbene kein Testament verfasst, so tritt automatisch das Recht des Staates in Kraft, in dem der Verstorbene seinen gewöhnlichen Aufenthalt gehabt hat.
Eine zentrale Errungenschaft der Verordnung ist allerdings die Wahlmöglichkeit:
D.h. der Erblasser kann sich auch dafür entscheiden, dass das Erbrecht seines Herkunfstlandes bzw. des oder der Staaten angewandt wird, dessen Staatsbürgerschaften er zum Todeszeitpunkt hatte.
D.h.wer mehrere Staatsbürgerschaften besitzt, hat auch mehrere Wahlmöglichkeiten.
 
Zu beachten ist, dass die Rechtswahl zwingend in Testamentsform festgehalten werden und den gesamten Nachlass betreffen muss.
Bestehende Testamente sollten bei einem Auslandsbezug unbedingt auf die inhaltliche Gültigkeit überprüft werden.
 
Ein italienischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Deutschland kann sich also zwischen dem deutschen und dem italienischen Erbrecht entscheiden. Er kann als italienischer Staatsbürger das italienische Recht in Testamentsform wählen. Wird keine Entscheidung getroffen, kommt automatisch das deutsche Recht zur Anwendung (aufgrund des Wohnsitzes bzw. des gewöhnlichen Aufenthaltes).
 
Welches Recht letztendlich vorteilhafter ist und in welchen Fällen eine Rechtswahl sinnvoll ist, muss von Fall zu Fall entschieden werden.
 
Die Beratung durch einen Notar ist in jedem Fall zu empfehlen.
Kontakt zu Notaren in Südtirol kann man über die Notarkammer Südtirol aufnehmen.
Die Erstberatung ist in der Regel kostenlos.

Europäisches Nachlasszeugnis
Das europäische Nachlasszeugnis ermöglicht im Falle einer staatenübergreifenden Erbschaft, dass die Berechtigten ihre Ansprüche auf dem Staatsgebiet der EU Länder geltend machen können.
In Italien sind die Notare für den Erlass des europäischen Nachlasszeugnisses zuständig.
In anderen europäischen Staate sind die Zuständigkeiten dafür unterschiedlich geregelt.


9/20
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
 

EU Erbrecht und Schweiz

EU Erbrecht und Schweiz

Gilt das neue EU Erbrecht auch für die Schweiz?
 
Seit 17. August 2015 gilt in Europa ein neues Erbrecht.
 
Die EU-Erbrechtsverordnung bringt eine Harmonisierung der nationalen Gesetze. Sie garantiert, dass grenzüberschreitende Erbfälle fortan in der EU überall gleich gehandhabt werden (Ausnahmen: Dänemark, Irland und Großbritannien).
siehe Heimat und Welt Oktober 2015.
 
Stirbt eine Person außerhalb ihres Herkunftslandes, kommt das Recht des Staates zur Anwendung, in welchem die Person zuletzt ihren gewöhnlichen Aufenthalt gehabt hat. Eine zentrale Errungenschaft der Verordnung ist die Wahlmöglichkeit: Sie erlaubt den EU-Bürgerinnen und -Bürgern, die außerhalb ihres Heimatlandes leben, das Erbrecht ihres Heimatstaates für ihren Nachlass zu wählen. Wer mehrere Staatsbürgerschaften besitzt, hat auch mehrere Wahlmöglichkeiten.
 
Die Vereinheitlichung wirkt sich auch auf Angehörige von Drittstaaten aus, so etwa der Schweiz.
Deshalb profitieren Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer von der Wahlmöglichkeit. Da die Schweiz der EU-Verordnung aber nicht beigetreten ist, ist diese nicht anwendbar auf Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die in der Schweiz ihren Wohnsitz haben. Da gelten die hiesigen Gesetze, und diese sehen für Schweizer kein Wahlrecht vor.
 
 7/20
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt

Schenkung einer Immobilie

Schenkung einer Immobilie

  „Meine Mutter in Bozen möchte mir gerne ihre Eigentumswohnung überschreiben; ich selbst lebe und arbeite seit in Österreich (eingetragen im AIRE) und habe momentan keinen Wohnsitz in Südtirol. Ist eine Überschreibung trotzdem möglich und was sind die steuerlichen Rahmenbedingungen? Meine Mutter erhält eine kleine Rente und ich würde ihr selbstverständlich ein mietfreies, lebenslanges Wohnrecht einräumen.“
 
Eine Umschreibung ist auch ohne Wohnsitz in Italien möglich.
 
Ich gehe davon aus, dass Ihnen Ihre Mutter die Wohnung schenkungsweise überlassen wird.
Dabei ist italienisches Schenkungsrecht relevant. Ihr Wohnsitz spielt dabei keine Rolle.

Generelle Informationen zum italienischen Schenkungsrecht finden Sie unter:
http://www.notariato.it/sites/default/files/Informiert_schenken_2013_deutsch.pdf


Schenkungssteuern:

Als Kind der Schenkenden haben Sie in Italien bei Erbschaft und Schenkung einen Steuerfreibetrag von 1 Mio Euro.
Zu zahlen sind allerdings die Umschreibungs-  und Katastersteuer. Diese können aber auf jeweils168 Euro reduziert werden, sofern Sie die Voraussetzungen erfüllen, die Wohnung steuerlich als Erstwohnung zu erwerben.
Sofern Sie die Voraussetzungen erfüllen, haben auch AIRE Bürger die Möglichkeit in Italien eine Wohnung zu den steuerlichen Vergünstigungen der Erstwohnung zu erwerben und sind zusätzlich von der Verpflichtung befreit, den Wohnsitz innerhalb von 18 Monaten in die entsprechende Immobilie zu verlegen.
Die Voraussetzungen finden Sie in oben erwähntem Leitfaden.
 
Um den Schenkungsvertrag vorzubereiten, suchen Sie in Südtirol einen Notar auf.

Auf der Seite der Notarkammer finden Sie einen Notar in der Nähe: http://notai.bz.it/notare-des-sprengels/?lang=de

Das Erstgespräch ist normalerweise kostenlos.

Sollten Sie Geschwister haben, so klären Sie mit dem Notar Ansprüche dieser auf einen Pflichterbteil ab.
Der Notar prüft, ob Sie die Voraussetzungen für die Steuervergünstigung auf Erstwohnung in Anspruch nehmen können und hebt von Ihnen neben seinem Honorar auch die zu zahlenden Steuern ein, die er an die Agentur der Einnahmen weiterleitet.
Ebenso nimmt der Notar alle Kataster- und Grundbucheintragungen vor.
 
In Südtirol haben Sie damit durch die Schenkung keine weiteren Ausgaben als oben erwähnte Kosten.
In Österreich müssen Sie die Schenkung normalerweise bei der Steuererklärung angeben – fragen Sie diesbezüglich Ihren Steuerberater.
 
 
Gemeindeimmobiliensteuer GIS:

Weitere laufende Kosten für die Immobilie sind die 2x jährlich zu zahlende Gemeindeimmobiliensteuer GIS.
Die Raten sind jeweils am 16. Juni und 16. Dezember fällig.

Die Gemeinden schicken in der Regel die Zahlungsaufforderungen zu.

Als AIRE Bürgerin haben Sie einen anderen Steuersatz als Ansässige.
Der Steuersatz variiert je nach Gemeinde.
In der Regel gewähren die meisten Gemeinden allerdings eine Steuerreduzierung, wenn man die Wohnung unentgeltlich einem nahen Verwandten zur Verfügung stellt – die sogenannte unentgeltlich Nutzungsleihe an Verwandte.
 
7/20
Rosemarie Mayer 
Südtiroler in der Welt
 

Testament

Testament

Der Erbschaft ist einer jener Momente, in denen klare Informationen über die Rechtslage notwendig sind. Es kommt leider immer noch vor, dass durch ein nicht sachgemäßes Testament Unklarheiten und auch Streitigkeiten auftreten können. Die Verbraucherzentrale Südtirol und die Notariatskammer Bozen ermöglichen seit April 2012 eine kostenlose Erstberatung über Fragen zu Erbfolge, Testament, Pflichterbteile, Schenkungen oder Erbschaftssteuer. Dies wurde durch die Unterzeichnung eines Einvernehmensprotokoll ermöglicht. Auch für im Ausland lebende Südtiroler (eingetragen im AIRE-Register) ist diese Erstberatung zugänglich. Die Erstberatung wird von allen Rechtsanwälten, die im Notarsprengel Bozens eingetragen sind, durchgeführt. Bei der Terminvormerkung muss um die kostenlose Erstberatung mit Bezug auf das „Abkommen zwischen Verbraucherzentrale Südtirol und Notariatskammer Bozen“ angefragt werden.
Die Liste der Rechtsanwälte im Notarsprengel Bozen finden Sie hier.

7/20

Krankenversicherung

Krankenversicherung bei Rückkehr nach Südtirol

Krankenversicherung bei Rückkehr nach Südtirol

Ich habe von Juni 2019 bis Juni 2020 in Deutschland gearbeitet und war somit für dieses Jahr auch dort krankenversichert. Nun komme ich, als italienische Staatsbürgerin, wieder nach Südtirol zurück. Was muss ich nun machen, um wieder über das italienische Versicherungssystem versichert zu sein? Habe meine blaue Gesundheitskarte abgeben müssen vor einem Jahr.
 
 
Als italienische Staatsbürgerin mit Wohnsitz in Italien haben Sie Anspruch über das staatliche Gesundheitswesen „versichert“ zu sein.
Dieses Recht entfällt, wenn Sie

  • Ihren Hauptwohnsitz ins Ausland verlegen (AIRE Eintragung)
  • oder im Ausland einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen, aufgrund derer Sie sich im Arbeitsstaat krankenversichern müssen.
 
Bei einer Rückkehr nach Südtirol und einer damit verbundenen Wiedereintragung in das staatliche Gesundheitswesen ist es deswegen nötig, den Hauptwohnsitz wieder in Südtirol anzumelden (Gemeinde) und die ausländische Krankenversicherung zu kündigen.
Die Wiedereintragung beantragt man bei dem für den Wohnsitzort in Südtirol zuständigen Gesundheitssprengel.
 
Nötige Dokumente:
  • Identitätskarte oder Pass
    Steuernummer
  • Anmeldung bei der Südtiroler Gemeinde
  • Abmeldung der ausländischen Krankenversicherung (erhält man von dieser bei Nachfrage)
 
Die Eintragung in Südtirol erfolgt dann in der Regel sofort.
 
Ausnahme: Rentner mit NUR einer ausländischen Rente (und keiner italienischen Rente) müssen bei einer Rückkehr nach Südtirol im Ausland krankversichert bleiben.
 
Rosemarie Mayer
6/20

Beitragspflicht für Krankenversicherung auf ausländische Rente

Beitragspflicht für Krankenversicherung auf ausländische Rente

Ich lebe seit vielen Jahren in Deutschland und beziehe eine deutsche und eine italienische Rente.
Seit einiger Zeit muss ich auch auf meine italienische Rente einen Beitrag zur deutschen Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Bisher unterlagen ausländische Renten doch nicht der deutschen Beitragspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung.
Warum jetzt? 


Mit Verabschiedung des Gesetzes zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit in Europa (EG 883/2004 und
EG 987/2009) werden seit dem 01.07.2011 in Deutschland ausländische Renten den Renten der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung gleichgestellt. Die rechtlichen Änderungen gelten sowohl für bereits laufende als auch künftige ausländische Rentenbezüge. Betroffen sind hiervon also alle Versicherten, die entweder bereits eine ausländische Rente beziehen oder künftig erhalten werden.
Wenn Ihre ausländische Rente mit einer Rente der gesetzlichen deutschen Rentenversicherung vergleichbar ist, gelten für
diese Rente die gleichen gesetzlichen Bestimmungen wie für Ihre deutsche Rente. Das bedeutet, dass in diesem Fall ab 01.07.2011 auch für Ihre ausländische Rente Beitragspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung besteht. Hierbei ist es unabhängig, ob Sie diese Rente aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) oder einem Drittstaat beziehen.
Als Bezieher einer ausländischen Rente erhalten Sie vom ausländischen Rententräger keine Beitragszuschüsse zur deutschen Kranken- und Pflegeversicherung. Daher sind die Beiträge allein von Ihnen zu tragen. Damit Ihnen dadurch keine Nachteile entstehen, wird aus den ausländischen Renten nur die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes zur Krankenversicherung erhoben.
 
Die Mitteilung über den Bezug einer ausländischen Rente an Ihre deutsche Krankenkasse ist verpflichtend.
Die Beitragspflicht gilt rückwirkend zum 1.7.2011.
 
7/20
Rosemarie Mayer - Südtiroler in der Welt


 

Krankenversicherung bei Arbeit im Ausland

Krankenversicherung bei Arbeit im Ausland

Arbeiten in Deutschland, Leben in Südtirol
Vor kurzem habe ich ein Arbeitsverhältnis in Deutschland aufgenommen. 
Ich bin bei einer schwerstbehinderten Frau angestellt.
Deshalb wohne ich während dieser Zeit bei Ihr. Ich arbeite im Block, ca. 7-10Tage im Monat. Es ist ein Arbeitgeber - Arbeitnehmer Verhältnis. Und mein einziges Arbeitsverhältnis.
Da ich mehr als 183 Tage im Jahr in Italien verbringe und auch wohne, bin ich dort Einkommenssteuerpflichtig.
Wie sieht es aber mit den Sozialversicherungsbeiträgen aus? Eventuelles Arbeitslosengeld, Rente, aber vor allem Kranken- und Unfallversicherung?
Muss ich mich bei einer deutschen Krankenkasse anmelden? Kann ich das überhaupt ohne einen Wohnsitz in Deutschland und ohne deutsche Steuernummer?
Bei Krankenkassen in Deutschland gibt es bestimmte Bonusprogramme, dessen Prämien man von der Steuer ab ziehen kann. 
Kann man das auch von der Italienischen Steuer abziehen?


Sozialversicherungspflichtig sind Sie aufgrund des Arbeitsverhältnisses in Deutschland.
D.h. dass u.a. Ihre Rente in eine deutsche Rentenkasse eingezahlt wird und Sie sich in Deutschland krankenversichern müssen.

Bzgl. Krankenversicherung gibt es die Möglichkeit über das Formular S1, das Sie bei der deutschen Krankenversicherung beantragen können, auch in Ihrem Wohnsitzstaat – also Italien, vollversichert zu sein und nicht nur auslandsversichert. Den S1 müssen Sie in Südtirol beim Gesundheitssprengel abgeben und bleiben damit wie bisher in Südtirol anspruchsberichtigt – die Kosten werden aber von der deutschen Krankenversicherung übernommen. In Deutschland haben Sie in der Regel trotzdem vollen Versicherungsschutz. Vorsichtshalber fragen Sie aber bei der Krankenversicherung in Deutschland nach.

Unabhängig davon müssen Sie dem zuständigen Gesundheitssprengel in Südtirol Bescheid geben, sobald Sie im Ausland krankenversichert sind. Dieser zieht Ihr Krankenversicherungsbüchlein und die Gesundheitskarte ein, da Sie über die deutsche Versicherung versichert sind.

Sie haben sehr wohl eine deutsche Steuernummer, da Sie in Deutschland Lohnsteuer zahlen müssen.

Die steuerliche Ansässigkeit ist, wie Sie korrekt schreiben, Italien, da Sie hier Ihren Lebensmittelpunkt und damit auch den steuerlichen Wohnsitz haben.
D.h. dass die ausländischen Einnahmen in Italien im Rahmen einer Steuererklärung anzugeben sind. Gleichzeitig werden auch die Steuern berücksichtigt, die Sie bereits im Ausland gezahlt haben. Aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und Italien müssen Sie in Italien nur die Differenz zum möglicherweise in Italien höheren Steuersatz zahlen.

Die steuerliche Absetzbarkeit der Bonusprogramme bei Krankenversicherungen bezieht sich auf Deutschland, nicht auf Italien.

7/20

Krankenversicherung bei Rückkehr nach Südtirol im Rentenalter

Krankenversicherung bei Rückkehr nach Südtirol im Rentenalter


Ich bin seit 01.01.2016 im Ruhestand und beabsichtige wieder nach Südtirol zurückzukehren. Für die Planung ist es für mich wichtig Klarheit über folgende Punkte zu haben: Wie erfolgt die Krankenversicherung z.B. über meine derzeitige Versicherung (Techniker Krankenkasse) oder muss ich in eine italienische Kasse eintreten? Wie hoch sind die Beiträge, wenn ich in eine italienische Kasse eintreten muss? Kann meine Frau weiterhin bei mir versichert bleiben? 


Rücksiedelung mit gesetzlicher Krankenversicherung im Ausland und ausschließlich deutschem (d.h. ausländischem) Rentenbezug: Wenn ein Südtiroler im EU Ausland oder der Schweiz gesetzlich krankenversichert ist, bleibt er auch wenn er als Rentner nach Südtirol zurückkehrt, Mitglied der ausländischen Krankenversicherung. Er zahlt auch weiterhin in diese Krankenversicherung ein. Vor der Rückkehr nach Südtirol lässt sich der Heimatferne von seinem zuständigen Krankenversicherungsinstitut im Ausland den Vordruck E 121 ausstellen. Mit diesem geht er in Südtirol zum zuständigen Sanitätsbetrieb bzw. Gesundheitssprengel, in dem er seine Ansässigkeit erlangt hat. Damit wird er regulär beim Südtiroler Landesgesundheitsdienst eingetragen und erhält die Leistungen, die im italienischen Krankenversicherungssystem vorgesehen sind. Diese sind in der Regel nicht 100% identisch mit den Leistungen des bisherigen Wohnortlandes. 

Rücksiedelung mit gesetzlicher Krankenversicherung im Ausland und deutschem (d.h. ausländischem) sowie italienischem Rentenbezug: Bekommen Sie jedoch zusätzlich zur deutschen auch eine italienische Rente, dann werden Sie aufgrund dieser im Landesgesundheitsdienst eingetragen werden und müssen nicht mehr über Ihr deutsches Versicherungsinstitut versichert bleiben. Sie ersparen sich dabei die Entrichtung des Krankenkassenbeitrages in Deutschland. In Italien fällt dabei kein Beitrag für die Krankenversicherung an. 

Krankenversicherung der bisher im Ausland mitversicherten und zu Lasten lebenden deutschen Ehefrau: Grundsätzlich müssen Sie zusammen mit Ihrer Ehefrau den Erstwohnsitz wieder nach Südtirol verlegen. 
Bezieht nur der Ehemann, also Sie, eine Rente aus Deutschland (d.h nur aus dem Ausland und keine italienische Rente), so müssen Sie vom dortigen Krankenversicherungsinstitut den Vordruck E 121 für sich und für Ihre zu Lasten lebende Ehefrau beantragen und werden mit diesem dann im Landesgesundheitsdienst in Südtirol eingetragen. 
Bezieht der Ehemann auch eine italienische Rente und kann damit im Landesgesundheitswesen in Südtirol eingetragen werden und damit die deutsche Versicherung kündigen, wird die Ehefrau in diesem Falle in Südtirol mit ihm mitversichert und auch für sie entfällt die Einzahlung der Krankenkassenbeiträge in Deutschland. In Italien fällt dabei kein Beitrag für die Krankenversicherung an. Für diese Art der Einschreibung ist jedoch der meldeamtliche Wohnsitz in Südtirol Voraussetzung und unverzichtbar. 
Für die Ehefrau wird hierfür auch die so genannte Aufenthaltsgenehmigung gefordert. Diese kann bei der Quästur in Bozen beantragt werden. 
Sollte die Frau auch italienische Staatsbürgerin sein, so entfällt selbstverständlich die Anforderung der Aufenthaltsgenehmigung und es genügt allein die Ansässigkeit zur Aufnahme in den Landesgesundheitsdienst, welche ohne Beiträge ist. 

Weitere Informationen erhalten Sie beim jeweiligen zuständigen Sanitätsbetrieb bzw. Gesundheitssprengel. Dieser hängt von Ihrem zukünftigen Wohnort ab.

7/20 
Rosemarie Mayer
 

Krankenversicherung bei Studium und Arbeit im Ausland

Krankenversicherung bei Studium und Arbeit im Ausland

Ich studiere in Österreich und arbeite dort geringfügig und unregelmäßig neben dem Studium. Meinen Wohnsitz habe ich noch in Südtirol.
Mein Arbeitgeber verlangt von mir nun den Nachweis, dass ich krankenversichert bin.
Ich habe nun beim Gesundheitssprengel in Südtirol angefragt, dass dieser mir eine Bestätigung ausstellt, dass ich in Südtirol krankenversichert bin.

Nun verweigert mir der Gesundheitssprengel in Südtirol die Ausstellung des Nachweises und teilt mit, dass ich mich in Österreich krankenversichern muss.
Bisher war das nicht so. Können Sie mir mitteilen, wie ich mich verhalten soll bzw. was es damit auf sich hat?
 


Im Frühjahr 2014 ist es zu einer Neuerung bzw. restriktiveren Vorgangsweise bzgl. Krankenversicherung in Südtirol gekommen.
Studenten und weitere Personen, die sich nur zeitweilig im EU-Ausland befinden und dort einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen (auch geringfügige Arbeiten), müssen sich künftig, bei oder trotz Hauptwohnsitz in Südtirol, im Land der Arbeitstätigkeit krankenversichern.

Dem liegt die EU Verordnung 883/2004 zugrunde, die besagt: „eine Person, die in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats;“.

Dies hat zur Folge, dass jegliche sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Ausland dem Sanitätsbetrieb in Südtirol gemeldet werden muss und zu einer Stilllegung der Gesundheitskarte in Südtirol führt. Damit sind die betroffenen Personen verpflichtet, im Ausland eine Krankenversicherung abzuschließen.
In Südtirol sind diese Personen über die ausländische Krankenversicherung auslandsversichert.

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses kann sofort wieder um die Eintragung in den Gesundheitsdienst in Südtirol über den zuständigen Gesundheitssprengel angesucht werden. Die Eintragung erfolgt unverzüglich.

Bei einer Nichtbeachtung dieser Regelung und ungerechtfertigter Inanspruchnahme medizinischer Leistungen über die italienische Gesundheitskarte, kann eine Rückzahlung gefordert werden.
 

7/20
Rosemarie Mayer 
 

Krankenversicherung ohne Rentenanspruch

Krankenversicherung ohne Rentenanspruch

Mein Onkel hat viele Jahre in Deutschland gearbeitet, war allerdings nicht die ganze Zeit rentenversichert. Er ist bei einer privaten Krankenversicherung versichert.
Nun möchte er im Alter nach Südtirol kommen.
Wir haben uns diesbezüglich an den Gesundheitssprengel gewandt, der uns mitgeteilt hat, dass mein Onkel in Südtirol krankenversichert werden kann, wenn er von der deutschen Krankenversicherung das Formular E121 vorweist.
Jetzt ist mein Onkel aber im Ausland nur privat krankenversichert und diese Versicherung stellt das Formular E121 nicht aus.
Dies machen primär die gesetzlichen Krankenversicherungen.

Außerdem hat sich rausgestellt, dass mein Onkel zu wenig Rentenversicherungszeiten in Deutschland aufbringt, damit er überhaupt Anspruch auf die deutsche Rente hat. In Italien hat er auch nur den Militärdienst geleistet.
Insgesamt hat er nun weder Anspruch auf eine deutsche noch auf eine italienische Rente.

Wie und wo ist er nun krankenversichert?
 
Das Formular E121 bzw. S1 wird von der deutschen (in der Regel gesetzlichen) Krankenversicherung nur ausgestellt, wenn der Betroffene nur eine deutsche Rente, aber keine italienische Rente bezieht.
In diesem Fall könnte sich der Betroffene in das italienische Gesundheitswesen einschreiben lassen und die Kosten würden von der deutschen Krankenversicherung gedeckt.
Wenn ihr Onkel seinen Wohnsitz nach Südtirol verlegt und weder in Deutschland noch in Italien die Voraussetzungen für eine Rente erfüllt, wird er aufgrund der Tatsache, dass er italienischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Italien ist, in das italienische Gesundheitssystem aufgenommen und über Italien „krankenversichert“.
Wobei man in Italien kann man nicht von einer Krankenversicherung reden kann, da die Kosten über das Steuerwesen gedeckt werden und nicht über monatliche Beiträge der Bürger.
Ihr Onkel wendet sich diesbezüglich an den für den Wohnsitzort in Südtirol zuständigen Gesundheitssprengel.

7/20 
Rosemarie Mayer


 

Rente

Auswandern im Rentenalter

Auswandern im Rentenalter

Ich bin Südtirolerin und beziehe eine italienische Rente (EX INPDAP) und möchte nun als Rentnerin nach Österreich auswandern.
Was muss ich bzgl. Krankenversicherung und Rente machen oder berücksichtigen?

 
Krankenversicherung:
Entsprechend der geltenden EU Verordnungen zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit ist bei einem Wohnsitzwechsel innerhalb der EU zu unterscheiden:
 
Beziehen Sie eine italienische und/oder nur eine österreichische Rente und verlegen Ihren Wohnsitz nach Österreich, so greift aufgrund des Wohnortprinzips das Krankenversicherungssystem des Landes, in dem Sie Ihren Wohnsitz haben – also Österreich.
Sie sind damit in Österreich krankenversicherungspflichtig und müssen Ihre Südtiroler Gesundheitskarte beim zuständigen Gesundheitssprengel abgeben (mit dieser dürfen Sie keine Leistungen mehr in Anspruch nehmen).
Im Ausland (inkl. Italien) sind Sie fortan über die österreichische Gesundheitskarte auslandsversichert.
 
Beziehen Sie nur eine italienische Rente, so gehören Sie weiterhin dem Krankenversicherungssystem des Landes an, aus dem Sie eine Rente beziehen.
Ihrem Fall ist dies Italien.
Damit Sie aber in Österreich einen Krankenversicherungsschutz in Anspruch nehmen können, beantragen Sie in Südtirol beim Gesundheitssprengel bzw. INPS das Formular E121 bzw. S1.
Dieses legen Sie der Krankenkasse des Gastlandes (am besten der Gebietskrankenkasse) vor.
Damit erhalten Sie eine österreichische Gesundheitskarte und Anspruch auf uneingeschränkte Gesundheitsvorsorge in Ihrem Wohnsitzland. Österreich erhält die Kosten für Ihre Leistungen vom italienischen Gesundheitssystem rückerstattet.
Die österreichische Gesundheitskarte gilt allerdings nur für Österreich.
 
 
Grundsätzlich hat man nur in dem Land uneingeschränkten Anspruch auf medizinische Leistungen, in dem man seinen Wohnsitz hat.
Wenn jedoch eines der folgenden Länder Ihre Rente auszahlt, haben Sie sowohl in dem Land, das die Rente auszahlt als auch im Wohnsitzstaat Anspruch auf uneingeschränkte Gesundheitsvorsorge:
Österreich, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Tschechische Republik, Griechenland, Ungarn, Island, Lichtenstein, Luxemburg, Niederland, Polen, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Zypern.
 
Nachdem Italien leider nicht zu oben genannten Staaten gehört, haben Sie nur in dem Staat, in dem Sie leben, Anspruch auf uneingeschränkte Gesundheitsvorsorge.

In Italien bzw. dem restlichen EU Ausland können Sie dann nur noch notwendige Leistungen in Anspruch nehmen (vergleichbar dem Auslandsversicherungsschutz).
Dafür ist es nötig, dass Sie beim zuständigen Gesundheitssprengel in Südtirol die provisorische Ersatzbescheinigung beantragen. Diese Bescheinigung gilt jeweils nur ein halbes Jahr und ist dementsprechend halbjährlich beim Sprengel in Südtirol zu beantragen (sie kommt nicht automatisch).
Mit dieser Bescheinigung ist man bei Aufenthalten im EU Ausland (d.h. außerhalb Österreichs) für notwendige Leistungen abgedeckt.
 
Rente 
Bezüglich Ihrer italienischen Rente ist dem Renteninstitut INPS mitzuteilen, dass Sie Ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen.
Geben Sie Ihre neue Wohnsitzadresse und gegebenenfalls auch die Kontoverbindung im Ausland an.
Die italienische Rente im Ausland wird von der Londoner Citibank ausgezahlt.
Diese fordert Sie auf einmal jährlich (in der Regel bis Anfang Juni) auf, eine Lebensbestätigung zu schicken.

Normalerweise unterliegt die italienische Rente mit dem Wohnsitzwechsel  der Besteuerung des neue Wohnsitzlandes.
Anders ist dies bei ehemaligen Staats- oder Landesangestellten.
Deren Renten unterliegen immer der Besteuerung des Staates, der die Rente auszahlt. D.h. in Ihrem Fall, dass Ihre Rente in Italien besteuert wird, da Sie mir mitteilen, dass Sie eine EX INPDAP Rente erhalten.
Dennoch ist die italienische Rente im neuen Wohnsitzland bei der Steuererklärung anzugeben (inkl. der bereits gezahlten Steuern).
 
Krankenversicherungsbeiträge
Mit Verabschiedung des Gesetzes zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit in Europa werden in Österreich ausländische Renten den Renten der österreichischen gesetzlichen Rentenversicherung gleichgestellt.
Das bedeutet, wenn Sie eine österreichische Rente und eine italienische Rente beziehen, zahlen Sie nicht nur im Verhältnis zur österreichischen Rente die Krankenversicherungsbeiträge, sondern die italienische Rente wird zur Ermittlung der Höhe des Beitrags auch herangezogen.
Hierbei ist es unabhängig, ob Sie diese Rente aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) oder einem Drittstaat beziehen.
Die Mitteilung über den Bezug einer ausländischen Rente an Ihre österreichische Krankenkasse ist verpflichtend.

7/20
Rosemarie Mayer 

Besteuerung der italienischen Rente

Besteuerung der italienischen Rente

Bezieher einer italienischen Rente aus der Privatwirtschaft mit Wohnsitz im Ausland müssen in Italien keine Steuern (IRPEF) auf ihre INPS Rente entrichten, da sich der steuerliche Wohnsitz im Ausland befindet.
Kontrollieren Sie Ihre Rentenunterlagen (z.B. Formblatt CU oder Detailaufstellung einer Monatsrate), ob ein IRPEF Abzug vorgenommen wird.

Anders ist dies bei Landes- bzw. Staatsrenten. Diese werden in Italien versteuert .

Sollte Ihre INPS Rente besteuert werden, so wenden Sie sich an ein Patronat in Ihrer Nähe,um eine Befreiung von der italienischen Besteuerung beantragen.
Dazu ist das entsprechende Formblatt dem zuständigen Finanzamt im Ausland vorzulegen. Das Amt wird den Teil auf der Rückseite ausfüllen und mit Stempel und Unterschrift versehen.

7/20
Rosemarie Mayer

 

Einkommenserklärung RED Est 2019

Einkommenserklärung RED Est 2019

Bezieher von einkommensabhängigen Renten wie z.B: Hinterbliebenenrente oder einer 14. Monatsrate müssen jährlich ihr Einkommen erklären.
Dazu haben die Rentner in den vergangenen Jahren eine schriftliche Aufforderung erhalten.
Dem ist nicht mehr so.
Die Einkommenserklärung an das italienische Renteninstitut INPS kann für das Jahr 2019 ab April gemacht werden.
Nehmen Sie dazu Kontakt mit einem italienischen Patronat in Ihrer Nähe auf, denn die Erklärung kann nur mehr in digitaler Form abgefasst werden.
In der Regel bedarf es dazu einer Steuererklärung über das Einkommen im Ausland bzw. einer Dokumentation über die jährliche Höhe der ausländischen Rente und eventueller weiterer Einkommen.

06/19

Hinterbliebenenrente

Hinterbliebenenrente

Anspruch auf die Hinterbliebenenrente besteht nach dem Tode des versicherten Ehepartners; aus einer Lebensgemeinschaft kann kein Pensionsanspruch entstehen.
Auch für einen geschiedenen Ehepartner kann ein Pensionsanspruch bestehen, wenn zum Zeitpunkt des Todes eine Verpflichtung zur Unterhaltszahlung bestanden hat bzw. tatsächlich Zahlungen ohne gesetzliche oder vertragliche Verpflichtung geleistet wurden.
Kinder sowie Verwandte des Verstorbenen können unter bestimmten Voraussetzungen auch den Antrag um Hinterbliebenenrente stellen.

Allgemeine Anspruchsvoraussetzungen
Der Anspruch auf Hinterbliebenenrente ist gegeben, wenn der/die Verstorbene
– Inhaber einer Rente war oder
– mind. 15 Jahre der Pflichtversicherung oder
– mind. 5 Jahre der Pflichtversicherung, davon 3 in den letzten 5 Jahren vor dem Tode, angereift hat.

Höhe der Hinterbliebenenrente
Die Hinterbliebenenrente wird je nach Familienzusammensetzung dem Berechtigten gemäß nachstehenden Prozentsätzen ausbezahlt; Berechnungsgrundlage ist die Rente des Verstorbenen.
Ehepartner 60%
Ehepartner und Halbwaise 80%
Ehepartner und 2/mehr Halbwaise 100%
1 Waise 70%
2 Waise 80%
3/mehr Waisen 100%
1 Elternteil 15%
2 Elternteile 30%
1 Geschwister 15%
2 Geschwister 30%

Je nach Höhe des zusätzlichen Einkommens des Anspruchberechtigten wird die auszuzahlende Rente gekürzt.

Wiederverehelichung
Bei einer Wiederverehelichung erlischt der Pensionsanspruch.
Als einmalige Leistung wird eine Abfertigung in der Höhe des 26-fachen der Hinterbliebenenrente ausbezahlt.

Abfindung
Besteht kein Rentenanspruch, weil die Anspruchsvoraussetzungen nicht erfüllt sind, gebührt eine Abfindung als einmalige Leistung, wenn der/die Verstorbene mind. 1 Beitragsjahr erworben hat. Der Antrag um Auszahlung muss innerhalb 1 Jahr ab Todestag gestellt werden.

Notwendige Unterlagen für die Antragstellung:
– gültige Identitätskarte und Steuernummer des Hinterbliebenen
Personaldaten und Steuernummer des Verstorbenen
Angabe von Hochzeitsdatum und Todesdatum
bei Trennung oder Scheidung Vorlage des entsprechenden Gerichtsurteils
Angabe der vom Verstorbenen bezogenen Renten - Rentennummern
IBAN und BIC Code des Bank- oder Postkontos des Hinterbliebene
Einkommensmitteilung (Steuererklärungen, CU-Formblatt, Katasterauszug und Liegenschaftsverzeichnis usw.).
 
Der Antrag kann über ein Patronat gestellt werden.

7/20

INPS Mindestrente im Ausland

INPS Mindestrente im Ausland

Meine Mutter hat bis jetzt in Italien gelebt und dort aufgrund ihrer wenigen Arbeitsjahre eine Mindestrente erhalten.
Nun hat sie ihren Wohnsitz im Alter nach Deutschland verlegt , sich in die AIRE Liste eintragen lassen und auch der INPS die Wohnsitzverlegung mit der neuen Adresse mitgeteilt.
Daraufhin hat sie von der INPS die Aufforderung erhalten, 700 Euro zurückzuzahlen, da sie keinen Anspruch mehr auf die Mindestrente hat.
Was bedeutet das und warum hat sie keinen Anspruch mehr auf die Mindestrente? An ihrer finanziellen Situation hat sich durch den Wohnsitzwechsel nichts verändert.
 
Anspruch auf Aufstockung des eigentlichen Rentenanspruchs auf eine italienische Mindestrente hat man nur mit Wohnsitz in Italien. Sobald der Wohnsitz ins Ausland verlegt wird, verfällt der Anspruch auf Aufstockung zu einer sog. Mindestrente.
Im Ausland erhält Ihre Mutter „nur“ den Betrag, der ihr aufgrund der eingezahlten Rentengelder bzw. der Versicherungszeiten zusteht.
D.h. es ist korrekt, wenn Ihre Mutter die seit der Wohnsitzverlegung zuviel ausgezahlten Gelder wieder an die INPS zurückzahlen muss bzw. der Betrag mit den nächsten Rentenauszahlungen ausgeglichen wird.
Rentner mit geringem Einkommen haben allerdings einen Anspruch auf eine 14. Monatsrate aus Italien.
Anspruchsberechtigt sind RentnerInnen, die das 64. Lebensjahr erreicht haben.
Das Gesamteinkommen darf das 1,5 fache der Mindestrente nicht überschreiten. Dabei zählt nur das eigene persönliche Einkommen (nicht hingegen das Einkommen des Partners).
Die jährliche Einkommensgrenze liegt im Jahr 2017 bei 13.049,14 Euro.
Bei Rentnerinnen, deren persönliches Einkommen unter 9.786,86 Euro liegt, erhöht sich der Betrag der 14. Monatsrate um 30%.
Wenden Sie sich diesbezüglich an ein italienisches Patronat in Ihrer Nähe.
Kontaktadressen in Deutschland haben wir in der MAI 2017 Ausgabe der Heimat und Welt veröffentlicht.
 
7/20
Rosemarie Mayer 
Südtiroler in der Welt

Lebensbescheinigung 2020/2021

Lebensbescheinigung 2020/2021

Aufgrund der Pandemie war und ist es vielen Beziehern einer italienischen Rente nicht möglich, die nötige Lebensbescheinigung an die Citi Bank zu schicken. Aus diesem Grund hat die INPS im Einvernehmen mit der Citi Bank entschieden, die Überprüfung zu verschieben und die Renten vorläufig weiter auszuzahlen.
Weiteres Prozedere in 2 Phasen:

  1. Phase:
WER:
  • Rentner mit Wohnsitz in Südamerika, Mittelamerika, Nordamerika, Asien, Skandinavien und Osteuropa für die Bezugsjahre 2020/2021 sowie
  • Rentner mit Wohnsitz in Europa, Afrika, Australien und Ozeanien, die die Lebensbestätigung für die Bezugsjahre 2019/2020 nicht an die Citi Bank weiterleiten konnten
erhalten mit Anfang Oktober 2020 eine Aufforderung der Citi Bank einen Existenznachweis zu erbringen.
BIS WANN:
Die Lebensbescheinigung muss bis spätestens 5. Februar 2021 eingegangen sein, damit die Rente wie üblich weiter überwiesen wird.
Wird die Lebensbescheinigung nicht oder erst verspätet an die Citi Bank geschickt, so erfolgt die Zahlung der Rate für März 2021 in bar über die Western-Union-Agenturen im Wohnsitzland.
Falls die Rente nicht innerhalb 19. März 2021 persönlich bei der Western Union Agentur abgeholt wird oder die Lebensbescheinigung bei der Citi Bank eingegangen ist, wird die Auszahlung der Rente ab April 2021 ausgesetzt.
  1. Phase:
WER:

Rentner mit Wohnsitz in Europa, Afrika, Australien und Ozeanien für die Bezugsjahre 2020/2021
erhalten mit Ende Januar 2021 eine Aufforderung der Citi Bank einen Existenznachweis zu erbringen.
BIS WANN:
Die Lebensbescheinigung muss bis in die erste Junihälfte 2021 eingegangen sein, damit die Rente wie üblich weiter überwiesen wird.
Wird die Lebensbescheinigung nicht oder erst verspätet an die Citi Bank geschickt, so erfolgt die Zahlung der Rate für Juli 2021 in bar über die Western-Union-Agenturen im Wohnsitzland.
Falls die Rente nicht innerhalb 19. Juli 2021 persönlich bei der Western Union Agentur abgeholt wird oder die Lebensbescheinigung bei der Citi Bank eingegangen ist, wird die Auszahlung der Rente ab August 2021 ausgesetzt.


Tabellarische Übersicht über die Fristen:
Rentner mit Wohnsitz in Aufforderung zum Existenznachweis
ab
Erbringung des Nachweises bis Auszahlung über die Western Union Bank Aussetzung der Rentenzahlung
Nord-, Mittel- und Südamerika, Asien, Skandinavien, Osteuropa Anfang Oktober 2020 5. Februar 2021 März 2021 April 2021
Europa, Afrika, Australien, Ozeanien für die Bezugsjahre 2019/2020 Anfang Oktober 2020 5. Februar 2021 März 2021 April  2021
Europa, Afrika, Australien, Ozeanien für die Bezugsjahre 2020/2021 Ende Januar 2021 1. Junihälfte 2021 Juli 2021 August 2021
 
Folgende Personengruppen sind vorläufig von der Vorlage der Lebensbescheinigung befreit.
a. Rentner, die in Deutschland oder in der Schweiz leben und aufgrund des Bezugs einer deutschen oder schweizer Rente bei der Deutschen Rentenversicherung – DRV – oder der Zentralen Entschädigungsstelle – CCC gemeldet sind.
Mit diesen Instituten hat die INPS ein Abkommen zum Austausch von Todesfällen abgeschlossen.
b. Rentner, die in Polen leben und eine Rente vom Zaklad Ubezpieczen Spolecznych (ZUS) erhalten.
c. Rentner, die mindestens eine Rentenrate über die Western Union-Bank erhalten und abgeholt haben.
d. Rentner, die die Lebensbescheinigung 2019/2020 bereits an die Citi Bank geschickt haben.
e. Rentner, deren Zahlungen von der Citibank bereits ausgesetzt wurden, weil sie bereits seit längerem keine Lebensbescheinigung mehr vorgewiesen haben.

Formular „Lebensbescheinigung“
Die Citi Bank schickt an die Rentner
- die Anweisungen zum Ausfüllen der Lebensbescheinigung
- das Formular selbst -  dieses ist unbedingt zu verwenden, da es bereits personalisierte Informationen zum Rentner enthält. Sollte das Formular verloren gegangen sein, so ist ein neues Formular über die Citi Bank zu beantragen: (www.inps.citi.com)
Das Formular muss von einem Vertreter einer italienischen Botschaft oder eines italienischen Konsulats oder einer örtlichen Behörde bestätigt werden.
Außerdem ist eine Kopie eines Ausweises beizulegen.

Übermittlung der Lebensbestätigung an die Citi Bank
A) Per Post
an Postfach 4873, Worthing BN99 3BG, Vereinigtes Königreich
Das Formular muss von einem Vertreter einer italienischen Botschaft oder eines italienischen Konsulats oder einer örtlichen Behörde bestätigt werden.
Außerdem ist eine Kopie eines Ausweises beizulegen.
B) Sonderfälle
In einigen Staaten weigern sich Beamte von öffentlichen Stellen, das Citibank-Formular zu unterzeichnen. Um Schwierigkeiten für Rentner zu vermeiden, akzeptiert die Citibank in solchen Fällen eigene von lokalen öffentlichen Einrichtungen ausgestellte Bescheinigungen über die Existenz des Rentners. Solche Bescheinigungen müssen einen gültigen Lebensnachweis darstellen. Bescheinigungen, die für andere Zwecke ausgestellt wurden (z.B. Aufenthaltsbescheinigungen), werden nicht akzeptiert.
Erklärung durch den verantwortlichen Arzt / Anwalt oder gesetzlichen Vormund des Rentners
auf dem Briefkopf des Arztes/Anwalt/Vormund, mit der Bestätigung, dass der Rentner am Leben und nicht in der Lage ist, das Standardverfahren zu befolgen.
Der Anwalt oder gesetzliche Vormund des Rentners muss eine notariell beglaubigte Kopie des gestempelten Vormundschaftsaktes oder der Vormundschaftsvollmacht oder einer ordnungsgemäß abgestempelten Ernennungsentscheidung des Gerichts mitschicken.
C) Telematisch
Patronate sind ermächtigt, die korrekt ausgefüllten und bestätigten Lebensbescheinigungen telematisch an die Citi Bank weiterzuleiten
D) Persönliche Abholung der Rente an Western-Union-Schaltern

Citi-Unterstützungsdienst
Der Citi Support Service kann von Rentnern auf folgende Weise kontaktiert werden:
- www.inps.citi.com
- E-Mail an inps.pensionati@citi.com
- telefonisch über die im Erläuterungsschreiben aufgeführten Telefonnummern

Der Dienst ist von Montag bis Freitag, von 8.00 bis 20.00 Uhr (italienische Zeit), in den Sprachen Italienisch, Englisch, Spanisch, Französisch, Deutsch und Portugiesisch aktiv.

Darüber hinaus steht der Interaktive Automatische Dienst der Citibank zur Verfügung, über den man unter den auf der Website der Bank angegebenen Telefonnummern 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr die Validierungsphase eines oder mehrerer lebender Existenznachweise überprüfen kann. Es sei darauf hingewiesen, dass für die Nutzung des automatischen Dienstes die 12-stellige Nummer erforderlich ist, die oben rechts auf allen Mitteilungen der Citibank angegeben ist und mit der die Bank jeden Rentner identifiziert.
 

Lebensbestätigung

Lebensbestätigung

Lebensbestätigung
Bezieher einer italienischen Rente ins Ausland müssen seit einigen Jahren jährlich eine Lebensbescheinigung an die auszahlende Citi Bank in London schicken.
Da immer wieder Unsicherheiten bei der Abfassung der Lebensbescheinigung auftreten, hier einige Erläuterungen:
Die Lebensbescheinigung muss einmal im Jahr abgefasst werden.
Man bestätigt damit der auszahlenden Bank, dass man am Leben ist und damit berechtigt, die Rente zu beziehen.
Der jeweilige Termin, an dem die Lebensbescheinigung zu machen ist, wird von der Citi Bank vorgegeben und dem Rentner einige Monate vor Termin schriftlich mitgeteilt.

Achtung: es gibt  verschiedene Termine!

Das Formular „Lebensbescheinigung“ wird dem Rentner postalisch zugeschickt.
Er muss dieses unterschreiben und von einem Zeugen mit Unterschrift und Stempel bestätigen lassen. Am besten wendet man sich dazu an das zuständige italienische Konsulat oder die Wohnsitzgemeinde.
Wenn jemand nicht mehr in der Lage ist, selbst zu unterschreiben, muss das alternative Formular angefordert werden.
Dieses kann auch beim nächstliegenden Patronat ACLI beantragt werden.

Diese Lebensbescheinigung kann der behandelnde Arzt oder das Pflegeheim bestätigen.

Die Übermittlung der unterzeichneten Lebensbescheinigung kann entweder auf dem Postweg zur Citi Bank nach London geschickt werden (Kuvert mit Adresse ist der Lebensbescheinigung beigelegt) oder über das Patronat (u.a. Patronat ACLI) gemacht werden. Dieses hat die Möglichkeit, die Lebensbescheinigung online zu übermitteln.

Wird der Abgabetermin nicht eingehalten, erfolgt die Auszahlung der nächsten Rentenzahlung über die Western Union Bank.
Dies bedeutet, dass sich der betroffene Rentner persönlich an die Bank wenden muss, damit ihr nach Vorlage eines gültigen Ausweises die Rente ausbezahlt wird.
Damit bestätigt der Rentner persönlich, dass er am Leben ist.
Die nachfolgenden Rentenzahlungen werden dann wieder wie bisher überwiesen.

Kann die Rente auf diese Weise nicht behoben werden (kein gültiger Ausweis vorhanden oder die Person ist gehunfähig), wird die Rente wieder an das italienische Renteninstitut INPS zurückgeschickt.
Damit sie zur Auszahlung kommt, muss ein Antrag um Wiederauszahlung der Rente gestellt werden. Dies kann wiederum über das Patronat gemacht werden.

Auf diese Weise vergehen viele Monate, bis die Rente wieder regulär in Zahlung gehen kann.

Bei Fragen wenden Sie sich an die Südtiroler in der Welt in Bozen: 0039 0471 309 176, suedtiroler-welt@kvw.org
in Österreich an das Patronat ACLI in Innsbruck: 0043 512 589860; innsbruck@patronat.acli.it
in anderen Ländern an das jeweils nächstgelegene Patronat: 
oder an die Citi Bank in London, die für viele Länder eine grüne Nummer in der entsprechenden Landessprache anbietet.

Rosemarie Mayer mit Auszügen aus Südtiroler Heimat Nr 11/2016 S.2
Südtiroler in der Welt 11/16

Lebensbestätigung

Lebensbestätigung

Der Abgabezeitpunkt der Lebensbestätigung ist  je nach Wohnsitzstaat unterschiedlich.
In Österreich ist es der 13. Februar 2020.
Das jeweilige Datum entnehmen Sie dem Schreiben der Citi Bank.
Wenn die Bescheinigung nicht fristgerecht eingeht, wird die folgende Rentenrate ausschließlich über die Schalter der Western Union Banken ausgezahlt.
Wird die Rate nicht bei der Western Union Bank abgeholt, wird die Rente nicht mehr ausbezahlt.

Die Erklärung, die die CitiBank zuschickt, ist bereits vorausgefüllt und muss nur noch unterschrieben und von der Wohnsitzgemeinde oder dem italienischen Konsulat mit Unterschrift und Stempel bestätigt werden.

Die Lebensbescheinigung kann direkt per Post an die Citi Bank nach London oder an das nächstgelegene Patronat (z.B. ACLI) geschickt werden. Dieses kümmert sich dann um die korrekte, elektronische Übermittlung.
Bewahren Sie unbedingt eine Kopie des Dokuments auf.

Bezieher einer italienischen Rente in der Deutschland und der Schweiz müssen in der Regel keine Lebensbestätigung mehr abgeben, da hier Abkommen mit den dortigen Rentenversicherungsanstalten bestehen, die der INPS bestätigen können, dass die Betroffenen Person am Leben ist und damit die Rente rechtmäßig ausgezahlt wird.

7/20
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt


 

Lebensbescheinigung Deutschland

Lebensbescheinigung Deutschland

Aufgrund unseres Artikels zur Lebensbescheinigung in der Oktober Ausgabe der Heimat und Welt haben sich zahlreiche Betroffene mit Wohnsitz in Deutschland an uns gewandt, weil sie heuer noch keine Lebensbescheinigung von der Citi Bank zugeschickt bekommen haben.


Das hat auch seine Richtigkeit. Denn laut neuesten Informationen werden nur mehr rund ein Drittel aller Bezieher einer italienischen Rente in Deutschland angeschrieben und aufgefordert eine Lebensbescheinigung nach London zu schicken. Dies hängt damit zusammen, dass sich die Citi Bank, wo möglich, die Bestätigungen über die deutsche Rentenversicherung einholt.
Alle, die nicht angeschrieben werden, können also beruhigt sein und sich freuen, dass sie von dieser jährlichen (lästigen) Formalität befreit sind.

7/20
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt 

 

Nachkauf von Studienjahren - begünstigt seit 2019

Nachkauf von Studienjahren - begünstigt seit 2019

Im Frühjahr war ich bereits wegen einer Beratung betreffend meinen Sohn, der in Deutschland arbeitet, bei Ihnen. Mein Sohn hat sich nun ins AIRE Register eintragen lassen. Ich würde gerne eine Auskunft bezüglich dem vergünstigten Nachkauf der Studienjahre (Kosten ca. € 5.200 im Jahr) haben. Kann mein Sohn um den Nachkauf ansuchen?
Mir wurde gesagt, wenn, dann müsse er in Deutschland ansuchen. Dort weiß jedoch niemand Bescheid.
Könnten Sie mir da Auskunft geben?
 
Nachkauf von Studienjahren
 
 
Mit dem Gesetz Nr.26/2019 kommt es zu Neuerungen bezüglich des Nachkaufes von Beitragszeiten, u.a. auch des begünstigten Nachkaufs von Studienjahren.
Siehe Homepage der INPS  

Beitragshöhe
Der Nachkauf von Studienjahren ist in Italien bereits seit vielen Jahren möglich.
Die neue Bestimmung ermöglicht allen Interessierten den Nachkauf von Studienzeiten nach dem 31.12.1995 zu einem günstigeren Berechnungssatz.
Berechnungsgrundlage ist der Anfangslohn im Bereich Handwerk und Handel, nicht hingegen das effektive Gehalt des Antragstellers.
Auf diesen Betrag werden dann 33% berechnet.
 
Die Zahlung ist auch in Raten (120 zinslose Monatsraten, d.h. 10 Jahre) und mit einer Steuerabsetzbarkeit möglich, die aber nur dann relevant ist, wenn der Antragsteller in Italien auch ein Einkommen und damit ein Steueraufkommen hat.
 
Anrechenbare Studienzeiten
Die maximalen Jahre, die in Italien nachgekauft werden können, orientieren sich in Italien an der je nach Studium gesetzlich vorgeschriebenen Studiendauer eines abgeschlossenen und anerkannten Studiums, d.h. in der Regel Studiengänge von mindestens 2-3 Jahren und Forschungsdoktorate.
Alles, was zeitlich darüber hinausgeht, kann nicht nachgekauft werden.
Ausländische Studientitel müssen von einer italienischen Universität mit positivem Bescheid anerkannt worden sein. Voraussetzung dafür ist, dass ein vergleichbarer italienischer Studientitel existiert.
Informationen und Antrag über das italienische Bildungsministerium.
 
 
Nachgekauft werden können nur Zeiträume während des Studiums, in denen kein Arbeitsverhältnis bestand und dementsprechend keine Pensionsversicherungszeiten angereift sind.


Beispiel:
Wenn man in den Semesterferien gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hat, so können und dürfen diese Zeiten natürlich nicht nachgekauft werden.
Die restlichen Wochen des Jahres, in denen kein Arbeitsverhältnis bestand, können sehr wohl nachgekauft werden.
Ist für ein Studium eine Studiendauer von 4 Jahren vorgesehen und man hat in diesen 4 Jahren pro Jahr 8 Wochen gearbeitet, so können also pro Jahr 44 Wochen nachgekauft werden  (52-8 Wochen).

 
Voraussetzung für den Nachkauf in Italien
Der Antrag kann jederzeit nach dem Studienabschluss gestellt werden.
Studienzeiten können nur in Staaten nachgemeldet oder nachgekauft, in denen man bereits aufgrund von Arbeit oder Gleichgestelltem in die Rentenkasse eingezahlt hat. Ausnahme bei arbeitslosen Personen.

Voraussetzung für die Auszahlung der italienischen Rente – Erwerb des Rentenanrechts
Eine eigene italienische Rente wird nur dann ausgezahlt, wenn mindestens 12 Monate Pensionsbeiträge durch Arbeitszeiten oder Ersatzzeiten (Militärdienst, Arbeitslosigkeit, Krankheit) in Italien angereift sind. Die Studienjahre zählen hier nicht dazu.
D.h. selbst wenn eine Person in Italien 4 Jahre Studium nachkaufen würde, aber lediglich 10 Monate effektive Beitragszeiten in die Rentenkasse in Italien vorweisen kann, erwirbt sie kein Anrecht auf eine italienische Rente.
 
Nachkauf oder Nachtragung in anderen Staaten
Die Studienjahre müssen nicht zwangsläufig in Italien nachgetragen werden.
Personen, die außer in Italien auch in einem anderen EU Staaten gearbeitet haben bzw. arbeiten und in die jeweilige Rentenkasse eingezahlt haben und damit Pensionsbeiträge nachweisen können, haben die Wahlmöglichkeit und können auch im ausländischen Staat um Nachtrag der Studienjahre ansuchen.
D.h. der italienische Studientitel könnte auch von der deutschen Rentenkasse als Studienjahre anerkannt werden, wenn Pensionsbeiträge in Deutschland eingezahlt wurden.
 
Je nach nationaler Gesetzgebung ist der Nachtrag der Studienjahre kostenlos (wie z.B. in Deutschland) oder kostenpflichtig (siehe Italien oder Österreich).


Weitere Infos und Antrag zum Nachkauf
Lassen Sie sich von einem italienischen Patronat beraten, welche Variante möglich und sinnvoll ist.
Das Patronat ist auch bei der Antragsstellung behilflich.
 
Der Antrag kann aber auch eigenständig online über das Portal der INPS gestellt werden. Nötig dazu ist ein SPID Zugang bzw. ein INPS-Account.
Wichtig: der Antrag selbst verpflichtet noch nicht zum Nachkauf.
 
 
Rosemarie Mayer
SidW 4/21

Nachkauf von Studienjahren trotz Sommerjobs

Nachkauf von Studienjahren trotz Sommerjobs

Ich möchte Studienjahre in Italien nachkaufen, habe aber jeweils in den Semesterferien Sommerjobs gehabt und war ordnungsgemäß angemeldet und damit rentenversichert.
Ich habe gehört, dass ich nur dann Studienjahre nachkaufen kann, wenn im entsprechenden Jahr keine Beiträge an die INPS/NISF oder ein anderes Vorsorgeinstitut eingezahlt wurden.
Stimmt das denn?

 
Nein, das ist so nicht korrekt.
1. Die maximalen Jahre, die Sie in Italien nachkaufen können, orientieren sich in Italien an der je nach Studium gesetzlich vorgeschriebenen Studiendauer. Alles, was zeitlich darüber hinausgeht, kann nicht nachgekauft werden.
2. Wenn Sie in den Semesterferien gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben, so können und dürfen Sie diese Zeiten natürlich nicht nachkaufen.
Die restlichen Wochen des Jahres, in denen kein Arbeitsverhältnis bestand, können Sie sehr wohl nachkaufen.
Beispiel: Für Ihr Studium ist eine Studiendauer von 4 Jahren vorgesehen.
Sie haben in diesen 4 Jahren pro Jahr 8 Wochen gearbeitet.
Sie können also pro Jahr 44 Wochen nachkaufen (52-8 Wochen).

Hinweis:
Studienzeiten können Sie nur in Staaten nachmelden oder nachkaufen, in denen Sie gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben.
Die Meldung von Studienjahren ist nicht in allen Staaten kostenpflichtig. 
 
Rosemarie Mayer
8/20

 

Patronat ACLI weltweit

Patronat ACLI weltweit

Weiters können auch Arbeitszeiten in Südtirol oder anderen Provinzen Italiens überprüft, der Militärdienst als Rentenzeit nachgetragen oder Informationen über die Rentenberechtigung in Italien eingeholt werden.
Patronate stellen außerdem die Formulare CU und OBIS M aus.

Sie finden weltweit Zweigstellen des Patronat ACLI.
Suchen Sie hier das für Sie nächstgelegene Patronat aus.




 

Rentenformen in Italien seit 2019

Rentenformen in Italien seit 2019

ALTERSRENTE
Für Männer und Frauen
Alter: 67 Jahre
Beitragsjahre: 20 Jahre
(diese Zeiten müssen nicht ausschließlich in Italien gearbeitet worden sein, sondern können in anderen EU Staaten oder Staaten, mit denen ein bilaterales Sozialversicherungsabkommen besteht, entstanden sein)

FRAUENREGELUNG – OPZIONE DONNA
Alter: Arbeitnehmerinnen 58 Jahre  |  Selbstständige 59 Jahre
Beitragsjahre: 35 Jahre
Wartezeit: Arbeitnehmerinnen 12 Monate  |  Selbstständige 18 Monate
Bei der Frauenregelung werden die Pensionsbezüge ausschließlich beitragsbezogen berechnet. Das führt zu einer entsprechend niedrigeren Rente.

BEITRAGSABHÄNGIGE FRÜHPENSION
Alter: kein bestimmtes Alter notwendig
Beitragsjahre: Männer 42 Jahre und 10 Monate
                         Frauen 41 Jahre und 10 Monate
Die Frühpension wird 3 Monate nach Erreichen der vorgeschriebenen Beitragszeiten ausbezahlt.

QUOTE 100 2019-2021
Alter: 62 Jahre
Beitragsjahre: 38 Jahre
Diese Rente wird in der Privatwirtschaft 3 Monate nach Erreichen der Voraussetzungen ausbezahlt, im öffentlichen Dienst 6 Monate.

Rente "Opzione donna" - Frauenregelung

Rente "Opzione donna" - Frauenregelung

2021 können Frauen die italienische Rente "opzione donna" mit der sog. Frauenregelung beantragen.

Voraussetzung:
- 58 Jahre
- 35 Versicherungsjahre im Inland (und Ausland)

Wartezeiten:
- 12 Monate für Arbeitnehmerinnen
- 18 Monate für selbständig tätige Frauen

Informationen erhalten Sie bei den Patronaten im Ausland
3/21

Rente Quote 100

Rente Quote 100

Ich habe in der Zeitung von der italienischen Rente Quote 100 gelesen. Können Sie mir mehr dazu sagen. Und an wen ich mich im Falle eines Antrags wenden kann.
 
Die Quote 100 ist eine neue Rentenart in Italien, die für den Zeitraum 2019/2020 Gültigkeit hat.
Voraussetzung für die Quote 100:

  • Lebensalter von mindestens 62 Jahren (unabhängig ob Mann oder Frau)
  • 38 Beitragsjahre, davon mindestens 35 effektive Beitragsjahre
  • Beides innerhalb 31.12.2018
Personen, die die Voraussetzungen erst innerhalb 31.12.2021 erreichen, könnend den Antrag um Rente dennoch einreichen.
Die Summe aus Mindestalter und Beitragsjahre ergibt die Zahl 100 - deswegen Quote 100.
 
Achtung:
Die Rente Quote 100 ist unvereinbar mit einem Einkommen aus einer Arbeitstätigkeit (lohnabhängig oder selbständig).
Außer eine gelegentliche selbständige Tätigkeit kann bis zu 5000 Euro im Jahr ausgeübt werden.
Die Unvereinbarkeit gilt bis zum Erreichen der Rentenvoraussetzungen für die Altersrente.
Ausgeschlossen von der Rente Quote 100 sind Mitarbeiter der Polizei, Berufsfeuerwehr und Finanz.
Weitere Informationen erhalten Sie beim Patronat in Ihrer Nähe https://www.patronato.acli.it/trova-la-sede/

Rm 8/19

Rentenansuchen und Rentenposition

Rentenansuchen und Rentenposition

Ich lebe seit Jahren im Ausland und habe Arbeitszeiten in Italien, Schweiz, Österreich und Deutschland. Inzwischen lebe ich in Deutschland. Können Sie mir sagen, wie ich um die italienische Rente ansuchen kann, ab wann ich die italienische Rente beziehen kann und wie hoch meine italienische Rente sein wird?


Rentenposition und Ansuchen
Die Rentenzeiten im EU Ausland werden innerhalb der EU Staaten angerechnet bzw. zusammengezählt. Die Auszahlung erfolgt dann aber nicht über einen Staat, sondern jeder Staat zahlt anteilig die bei ihm erworbenen Zeiten und Gelder an den Rentner aus.
Die Rente wird in dem Land beantragt, in dem man zu Rentenantritt seinen Wohnsitz hat. Falls Sie also zu Rentenbeginn in Deutschland leben, müssen Sie die italienische Rente (und alle anderen ausländischen Renten) über Ihr deutsches Renteninstitut beantragen.
Die italienische Rente wird erst ausgezahlt, wenn auch nach italienischen Kriterien das Rentenalter erreicht wird unabhängig vom Rentenbeginn im Wohnsitzstaat.
Allerdings wird das Ansuchen um die ital. Rente von Italien aus erst genehmigt, wenn der Antragsteller zum Antragszeitpunkt nicht erwerbstätig bzw. in keinem Arbeitsverhältnis ist. Danach kann man wieder ein Arbeitsverhältnis aufnehmen, wichtig ist nur der Zeitpunkt des Ansuchens. Das ist in anderen Ländern oft anders geregelt. Dort darf man teils auch zum Zeitpunkt des Antrags noch gering beschäftigt sein.
Wenn Sie also zwar offiziell das Rentenalter oder die notwendigen Beitragsjahre in Italien erreicht haben, aber noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen, bekommen Sie von Italien keine Rente ausgezahlt. Erst wenn Sie nicht mehr erwerbstätig sind, kann der Rentenantrag erneut gestellt und die Rente ausgezahlt werden.

Rentenvoraussetzungen für die italienische Frührente bzw. die Altersrente

Frührente
 

Kalenderjahr Pensionsbeiträge Männer Pensionsbeiträge Frauen
2016 – 2018 42 Beitragsjahre und 10 Monate 41 Beitragsjahre und 10 Monate
2019 - 2020 Voraussichtlich 42 Beitragsjahre und 10 Monate Voraussichtlich 41 Beitragsjahre und 10 Monate
2020- 2026 Voraussichtlich 42 Beitragsjahre und 10 Monate plus Einstiegsfenster von 3 Monaten Voraussichtlich 41 Beitragsjahre und 10 Monate plus Einstiegsfenster von 3 Monaten


Rentenhöhe
Die Höhe Ihrer zu erwartenden italienischen Rente können Ihnen die Mitarbeiter eines italienischen Patronates in Ihrer Nähe mitteilen.


Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
7/15
 

Rentenübersicht CU und Obis M

Rentenübersicht CU und Obis M

Seit 2016 verschickt das Renteninstitut INPS keine Rentenübersichten mehr.
Die Formulare CU oder Obis M nutzen viele Rentner im Ausland, um die Rentenbeiträge aus Italien der ausländischen Steuererklärung beizulegen.

Die INPS erklärt, dass alle Dokumente im Internet abrufbar sind. Rentner, die im Besitz eines PIN Codes des Nationalen Institutes für Sozialfürsorge sind (NISF/INPS) können die Rentenübersichten selbst über die Internetseite des INPS herunterladen und ausdrucken.

Wer nicht die Möglichkeit hat, die Unterlagen über das Internet herunterzuladen, hat folgende Möglichkeiten:
 

  •  Bei den Patronaten KVW/ACLI, die in allen größeren Städten im Ausland vertreten sind, sind die Rentenübersichten ebenfalls erhältlich. Bei Bedarf erhalten Sie die entsprechenden Telefonnummern über die Südtiroler in der Welt: 0039 0471 309176.
  • Die Unterlagen erhält man auch direkt bei eigenen Vorzugsschaltern in den Sitzen des Renteninstitutes INPS in Südtirol.
 
Was ist das CU:
Das CU gilt als Nachweise des Einkommens des letzten Jahres.
Es ist mindestens 5 Jahre aufzubewahren.
 
Was ist das ObisM:
In dieser Übersicht sind die laufenden Rentenbeträge im Detail aufgeführt. Hier kann nachgeprüft werden, aus welchen Einzelbeträgen sich die Renten zusammensetzen. Wenn bei der Rentenauszahlung größere monatliche Abweichungen sind, wird das ObisM zur Überprüfung herangezogen.


Rosemarie Mayer 5/19
 

Scheckauszahlung der Rente in Österreich und Belgien wird eingestellt

Scheckauszahlung der Rente in Österreich und Belgien wird eingestellt

Mit Mai 2021 stellt die INPS die Auszahlung der italienischen Rente via Scheck in den Ländern Österreich und Belgien ein.
Die betroffenen Bezieher einer italienischen Rente in Österreich und Belgien wurden von der INPS bzw. Citi Bank mit einem entsprechenden Schreiben angeschrieben, in welchem sie aufgefordert wurden, bis spätestens 10. Mai 2021 die Bankdaten mit IBAN und BIC mitzuteilen.
Es besteht auch die Möglichkeit, sich mit einem Patronat in Verbindung zu setzten, damit dieses die Formalitäten erledigt.
Wird die Mitteilung über eine vorhandene Bankverbindung nicht gemacht, wird die Rente eingestellt.
Falls auch Sie die Mitteilung nicht gemacht haben, so setzen Sie sich umgehend mit einem Patronat in Verbindung.
 
Unklar ist, ob und in welchem zeitlichen Rahmen die Einstellung der Scheckauszahlung auch in anderen Staaten eingestellt wird.
Insofern empfehlen wir Rentenbeziehern auch außerhalb Österreichs und Belgiens die Umstellung von Scheck zu Banküberweisung.
 
Rosemarie Mayer
SidW 4/2021

Todesfall - Beendigung des Rentenbezugs

Todesfall - Beendigung des Rentenbezugs

Ich lebe mit meiner Familie in Frankreich. Vor kurzem ist meine Mutter verstorben.
Sie hat eine kleine Rente aus Italien bekommen.
Wo und mit welchen Unterlagen kann ich diese Rente abmelden?



Die entsprechende Mitteilung können Sie über ein italienische Patronat in Frankreich machen.
In der Nähe Ihres Wohnsitzes befindet sich das Patronat ACLI in Metz.
Teilen Sie diesem den Tod Ihrer Mutter mit:
 
In der Regel benötigt man dazu:

  • Name der Verstorbenen
  • Geburtsdatum, Geburtsort,
  • italienische Steuernummer
  • Rentennummer der italienischen Rente
  • Totenschein bzw. Sterbeurkunde inkl. Datum des Todes
 
Kontakt:
Sede Estera Provinciale di Metz
5 Rue Lafayette,
57000 Metz
Telefono 0033.387654519
Fax 0033.387652140
Email: metz@patronato.acli.it
Mo-Fr: 9.00 – 12.00 und 13.00-17.30 Uhr
 
Das Patronat leitet die Beendigung der Rente an das italienische Renteninstitut INPS weiter.
Rentenzahlungen, die nach dem Tod erfolgt sind, werden vom Renteninstitut zurückgefordert.
 
 
Rosemarie Mayer 4/17
Südtiroler in der Welt

Steuer

GIS Gemeindeimmobiliensteuer für Rentner im Ausland

GIS Gemeindeimmobiliensteuer für Rentner im Ausland



GIS Gemeindeimmobiliensteuer für Bezieher einer ausländischen Rente
Zur GIS lese ich auf Ihrer Seite, dass mit Eintreten der Rente die Gemeindesteuer auf die Immobilie neu berechnet wird. Wird die Gemeinde die Neuberechnung nach eigenem „Gutdünken“ neu rechnen oder gibt es dafür Richtlinien und wer überprüft die korrekte Durchführung.
 
Mit dem Landesgesetz Nr. 21 vom 26.10.2016 können Wohnungen
„die aufgrund eines Eigentums- oder Fruchtgenussrechtes im Besitz italienischer Staatsbürger/Staatsbürgerinnen sind, die keinen Wohnsitz im Staatsgebiet haben, im Register der italienischen Staatsbürger mit Wohnsitz im Ausland (A.I.R.E.) derselben Gemeinde, in welcher sich die besagte Immobilieneinheit befindet, eingetragen sind und im Wohnsitzland in Rente sind, vorausgesetzt, sie ist nicht vermietet oder zur Nutzung überlassen“
auf Antrag einer Hauptwohnung gleichgestellt werden.
 
Dies bedeutet eine deutliche Reduzierung bzw. teilweise auch vollständige Befreiung von der GIS Steuerschuld.
Bei der Immobilieneinheit muss es sich um eine Wohnung (Kategorie A außer A/10) handeln, denn nur diese kann einer Hauptwohnung angeglichen werden. Die Angleichung gilt nicht für eventuelles Zubehör, da dieses nicht explizit in der Bestimmung erwähnt wurde. Allgemein gilt, dass Steuererleichterungen restriktiv zu interpretieren sind.
Es muss sich um einen AIRE-Bürger der eigenen Gemeinde handeln und die Wohnung muss im Gemeindegebiet liegen. D.h. die Immobilie muss in der Gemeinde liegen, in der der Südtiroler im Ausland in der AIRE Liste eingetragen ist.
Hat der AIRE-Bürger mehrere Wohnungen im Gemeindegebiet muss er erklären, für welche Wohnung die Angleichung gelten soll.
Steuerpflichtige muss Eigentümer oder Fruchtnießer der Wohnung sein. Hat er nur das Wohnrecht oder das Gebrauchsrecht, kann die Angleichung nicht durchgeführt werden.
Die anzugleichende Wohnung darf weder vermietet noch in Nutzungsleihe sein.
Als Rentner im Sinne des oben angeführten Gesetzes sind nur Personen zu sehen, die eine Rente des ausländischen Wohnsitzstaates beziehen.
Personen, die die oben genannten Kriterien erfüllen, können die Angleichung mit der Hauptwohnung beim Steueramt der entsprechenden Gemeinde beantragen.
Dazu sind folgende Unterlagen nötig:

  • Bescheinigung der ausländischen Rentenanstalt, aus welcher hervorgeht, dass eine Rente, seit wann diese bezogen wird und bis wann der Rentenanspruch gilt (z.B. bis zum Ableben)
  • GIS Erklärung – diese erhält man auf Anfrage auch bei der betroffenen Gemeinde
Füllen Sie das Formular aus und ergänzen auf S. 2 der Erklärung unten - beim Punkt Anmerkungen: die Immobilie ist weder vermietet noch in kostenloser Nutzungsleihe vergeben.
  • Kopie des Ausweises
 
 
Rosemarie Mayer 6/19
Südtiroler in der Welt

 

GIS Gemeindeimmobiliensteuer

GIS Gemeindeimmobiliensteuer

Zweimal im Jahr wird die Zahlung der  Gemeindeimmobiliensteuer fällig - 16. Juni und 16. Dezember. (Ausnahme 2019: 17. Juni)
Einige Gemeinden sehen von der Vorausszahlung im Juni ab und haben nur den Fälligkeitstermin im Dezember.

Die meisten Südtiroler Gemeinden schicken den betroffenen Immobilienbesitzern die Berechnung inkl. Zahlungsaufforderung zu.
Der Berechnungsmodus bzw. die Bestimmungen im GIS Gesetz sind gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben.
Die Mitteilung enhält eine Übersicht über den der Gemeinde bekannten Stand der Immobilie und damit die Bewertungsgrundlage für die Berechnung der GIS.
Kontrollieren Sie die Mitteilung der Gemeinden mit dem effektiven Sachstand.

Sollte sich in den letzten Monaten eine Änderung bei der Immobilie ergeben haben, die auch eine Änderung des Steuersatzes zur Folge hat (Immobilie vermietet, kostenlose Nutzungsleihe an einen nahen Verwandten, Anbau,…) so ist dies der Gemeinde schnellstmöglich mitzuteilen, damit dies in die künftigen Berechnung mitaufgenommen werden kann.
Für die Richtigkeit der Daten und der Berechnung ist der Bürger verantwortlich.

Hier 
finden Sie die Beschlüsse und Steuersätze zur GIS aller Südtiroler Gemeinden sowie allgemeine Informationen und die Berechnung der GIS mit Rechenbeispiel.
Man findet hier auch diverse Formulare für mögliche Befreiungen und Änderungsmeldungen.

So können Sie Ihren GIS Tarif selbst nachrechnen und kontrollieren:


Bei Unklarheiten wenden Sie sich an die entsprechende Gemeinde bzw. an die Südtiroler in der Welt.
 
Rosemarie Mayer
Juni 2019

Wohnungsverkauf im Ausland Steuern in Italien

Wohnungsverkauf im Ausland Steuern in Italien

Meine Familie und ich sind Ende letzten Jahres von Österreich nach Südtirol zurückgekehrt. In Österreich haben wir noch bis Mai eine Wohnung gehabt, die wir nun endlich verkaufen konnten.
Das Geld vom Verkauf liegt derzeit abzüglich des zurückgezahlten Kredits, Notarkosten und weiterer Ausgaben im Zuge des Verkaufs auf meinem österreichischen Bankkonto.
Muss ich diesen Immobilienverkauf in Südtirol angeben und diesbezüglich etwas zahlen (Steuern,…)?


Aufgrund des Umzugs zum Jahreswechsel haben Sie ab dem Jahr 2018 ihren steuerlichen Wohnsitz in Italien.
Den effektiven Verkauf müssen Sie in Italien nicht angeben oder gar die Verkaufssumme als solche versteuern.
Allerdings müssen Sie ausländisches Finanzvermögen und Immobilieneigentum 2019 im Rahmen der Steuererklärung 2018 (RW) angeben.
Für das Immobilieneigentum bedeutet das, dass Sie vom 1.1.18 bis zum Verkauf der Immobilie die Vermögenssteuer IVIE in Höhe von 0,76% zahlen müssen. Dieser Satz ist identisch mit dem Grundbetrag der GIS.
Immobilien innerhalb der EU werden aufgrund der ausländischen Steuergrundlage in Italien besteuert.
Die Steuergrundlage, d.h. der steuerliche Wert der Immobilie ist in Österreich und Deutschland der „Einheitswert“. (In Südtirol vergleichbar mit dem Katasterwert) Ein entsprechendes Dokument mit dem Einheitswert erhält man beim zuständigen Finanzamt.
Dieser Einheitswert wird dann von der jeweiligen Gemeinde mit der „Grundsteuer“ besteuert.
Die im Ausland bezahlte Steuer (z.B. Grundsteuer in A/D) wird in Italien angerechnet. Außerdem gilt, dass Beträge unter € 200 nicht geschuldet sind.
Beispiel
Wert der Immobilie lt. Kaufvertrag € 200.000
Einheitswert der Immobilie laut Finanzamt € 8.000
Bezahlte Grundsteuer im Jahr 2017 € 150
In Italien bildet somit der Einheitswert von € 8.000 die Steuergrundlage, auf welche die IVIE von 0,76% berechnet wird. Außerdem kann die im Ausland bezahlte Steuer (Grundsteuer) angerechnet werden. In diesem Beispiel ist somit in Italien keine Vermögenssteuer geschuldet.
Bei Immobilien außerhalb der EU (z.B. Schweiz) ist immer vom effektiven Wert (Verkaufswert bzw. Verkehrswert) der Immobilie auszugehen. Die im Ausland bezahlte (Grund)-Steuer, kann natürlich auch wiederum angerechnet werden.
Neben Liegenschaften ist auch ausländisches Finanzvermögen in der Steuererklärung anzugeben.
Ihn ihrem Fall betrifft das ihr Bankkonto mit dem Geld des Wohnungsverkaufs.
Je nach Höhe des Bankvermögens ist lediglich eine Art Kontoführungsgebühr oder aber die Besteuerung der Zinsen möglich.

11/17

Rientro dei cervelli -Steuervergünstigung für Akademiker

Rientro dei cervelli -Steuervergünstigung für Akademiker

Ich lebe seit November 2020 wieder in Südtirol und war davor einige Jahre berufstätig im Ausland. Habe ich Anspruch auf die Steuerbegünstigung für heimkehrende Akademiker?

Wenden Sie sich diesbezüglich an einen Steuerexperten, der in Ihrem konkreten Fall beurteilt, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen und um die Steuerbegünstigung ansuchen können bzw. über die Steuererklärung nachfordern können.
 
7/20
Südtiroler in der Welt

 

 
 
 

rientro dei cervelli - zeitliche Erweiterung der Begünstigung um weitere 5 Jahre

rientro dei cervelli - zeitliche Erweiterung der Begünstigung um weitere 5 Jahre

Personen, die vor dem 30. April 2019 aus dem Ausland zugezogen sind und bereits die steuerlichen Begünstigungen des Zuzugs (rientro dei cervelli) anwenden, können unter bestimmten Umständen um eine Verlängerung der Begünstigung optieren. Die Wahl ist bis 30. Juni des Folgejahres nach Beendigung der ersten 5 Jahres-Zeitraums anzumelden.
Bisher war die Verlängerungsmöglichkeit nur für Personen vorgesehen, die nach dem 30. April 2019 zugezogen sind.

Zuzugförderung: Die zeitliche Erweiterung
Mit dem Haushaltsgesetz 2021 (Abs. 50 Ges. Nr. 178/2020) ist unter anderem die zeitliche Erweiterung der Zuzugförderung aus dem Ausland für Arbeitnehmer und Selbstständige vorgesehen worden, die ihren Wohnsitz vor dem 30. April 2019 nach Italien verlegt haben. Man hat mit dieser Bestimmung die besondere, seit 2020 geltende Steuerbegünstigung für einen zusätzlichen Zeitraum von fünf Jahren auch für die Zuwanderer erweitert, die früher zugezogen und bislang die früheren Begünstigungen erhalten haben. Man hat somit eine fragwürdige Benachteiligung und Ungleichbehandlung ausgeräumt. Dazu wurden kürzlich mit einer Verordnung des Direktors der Einnahmenagentur (vom 3. März 2021) die entsprechenden Durchführungsbestimmungen erlassen. Es werden darin die Fristen für die Option der fünfjährigen Erweiterung und die
Zahlung der vorgesehenen Sondersteuer festgelegt.

Der persönliche Geltungsbereich der Erweiterung
Vorab einige Klarstellungen über die Terminologie und den persönlichen Geltungsbereich dieser Steuerbegünstigung. Umgangssprachlich wird vielfach von „Rückkehrern“ oder „Heimkehrern“ gesprochen, wobei die Rückkehr von im Ausland lebenden Südtirolern gemeint ist. Dies stimmt allerdings nicht. Die Begünstigung nennt nicht die rimpatriati, sondern spricht von impatriati.
Gemeint sind demnach alle Personen,
- die ihren Steuerwohnsitz (nach der Definition laut Art. 2 EESt) nach Italien verlegen
- und (laut derzeitiger Fassung) in den zwei vorherigen Steuerperioden nicht in Italien steuerlich ansässig waren.
Es geht also nicht um eine Rückkehr, sondern einfach um eine Zuwanderung oder um einen Zuzug. Der italienische Staat fördert also den Zuzug von Arbeitnehmern und Selbstständigen, wobei nach der seit 2020 geltenden Fassung gar nicht mehr besondere persönliche Qualifikationen erforderlich sind (also nicht mehr Manager, hoch qualifizierte Arbeitnehmer, Akademiker oder Personen mit einem Laureat). Nachdem der Begriff „Einwanderung“ negativ behaftet ist, wollen wir die Begriffe Zuwanderung und Zuzugförderung verwenden.

Die mit dem Haushaltsgesetz vorgesehene Erweiterung betrifft, wie erwähnt, die vor dem 30. April 2019 zugezogenen Personen, welche 2019 die damals geltenden Begünstigungen rechtmäßig beansprucht haben. Diese galten bekanntlich für einen Zeitraum von fünf Jahren. Und die Steuergrundlage wird auf 50 Prozent herabgesetzt. Die seit 2020 geltende Regelung, die für die nach dem 30. April 2019 zugezogenen Personen gilt, sieht hingegen unter den nachstehenden Voraussetzungen eine Verlängerung um weitere fünf Jahre vor:
- Erwerb einer Wohnung in Italien (auch mit dem Ehegatten) oder Familienzuwachs mit einem minderjährigen oder zulasten lebenden Kind; die Steuergrundlage wird dann auf 50 Prozent herabgesetzt (und nicht mehr auf 30 Prozent);
- Erwerb einer Wohnung in Italien und Familienzuwachs mit drei minderjährigen Kindern oder Wohnsitz in einer Region in Süditalien:
Die Steuergrundlage wird dann auf zehn Prozent herabgesetzt.
Diese zeitliche Verlängerung mit den gleichen Voraussetzungen wird nun, wie erwähnt, auch für die Zuwanderer vorgesehen, die vor dem 30. April 2019 nach Italien zugezogen sind und die damaligen Begünstigungen rechtmäßig angewandt haben. Es sind dafür eine eigene Option und die Zahlung einer Sondersteuer von zehn Prozent erforderlich.

Eintragung im Verzeichnis der Auslandsansässigen AIRE
Die neue Erweiterung betrifft in der Praxis die hochqualifizierten Arbeitskräfte und die Akademiker, die nach den früheren Bestimmungen den steuerlichen Wohnsitz nach Italien verlegt haben. Diese sahen damals für die aus dem Ausland zurückgekehrten Italiener als Voraussetzung noch vor, dass man vor der Rückkehr im Melderegister der Nichtansässigen AIRE eingetragen sein musste. Für die nicht in diesem Verzeichnis eingetragenen besteht nämlich die gesetzliche Vermutung, dass sie den Steuerwohnsitz in Italien besitzen. Sie können daher nicht die Voraussetzung erfüllen, in den
vorherigen zwei Jahren (damals fünf Jahre) nicht den steuerlichen Wohnsitz in Italien unterhalten zu haben. Diese Einschränkung wurde aber im April 2019 rückwirkend, auch mit Bezug auf die laufenden Streitverfahren, aufgehoben (Art. 5 DL Nr. 34/2019).
Die aktuelle Bestimmung verweist nun auf den steuerlichen Wohnsitz nach den abkommensrechtlichen Bestimmungen. Man muss also mit Bezug auf das mit dem jeweiligen Land geltende Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) abstellen, je nachdem ob sich der Wohnsitz in den Vorjahren tatsächlich im Ausland und folglich nicht in Italien befunden hat. Man hat sich diesbezüglich auf mehrere Fakten und Unterscheidungsmerkmale zu berufen, die nach der sogenannten Tie-break-rule anzuwenden sind. Es handelt sich dabei um eine Prüfungsreihenfolge, welche in dieser Reihenfolge die Parameter ständige Wohnstätte, Mittelpunkt der Lebensinteressen, gewöhnlicher Aufenthalt und Staatsangehörigkeit zu beurteilen hat. Wenn nach dieser Prüfung immer noch keine eindeutige Zuordnung vorliegt, bedarf es eines gegenseitigen Einvernehmens der beiden Staaten.
In der kürzlich erlassenen Durchführungsverordnung verweist man wieder auf die im AIRE Verzeichnis eingetragenen Personen und die Bürger eines Unionsstaates. Der Bezug auf die im AIRE eingetragenen Personen ist aber aufgrund der gesetzlichen Änderung überholt. Abgesehen davon, man nennt allgemein auch die Bürger eines Unionsstaates (und nicht eines „anderen“ Unionsstaates), und bis auf Gegenbeweis sind auch die Italiener Bürger eines Unionsstaates.
Im Endeffekt ist aber die Eintragung ins AIRE-Verzeichnis gar nicht ausschlagend: Es zählt allein der Wohnsitz nach den inländischen Steuervorschriften (Art. 2 EESt) oder der Wohnsitz in einem anderen Land nach den jeweiligen DBABestimmungen.
Nach ständiger Rechtsprechung reicht die AIRE-Eintragung nicht aus, um den Steuerwohnsitz im Ausland zu begründen; es zählt die Situation anhand der tatsächlichen Verhältnisse.

Die Option und die Zahlung der Sondersteuer
Die Option für die Verlängerung ist durch eine schriftliche Mitteilung an den Arbeitgeber auszudrücken, in welcher das Bestehen der oben angeführten Voraussetzungen eidesstattlich versichert wird. Selbstständige haben dies hingegen in der Steuererklärung anzumelden.
Die entsprechenden Fristen beziehen sich dabei auf das Folgejahr nach Ablauf des ersten 5-Jahres-Zeitraums. Endet der 5- Jahres-Zeitraum Ende 2021 (z.B. bei Wohnsitzwechsel im ersten Halbjahr 2017), hat man die Option spätestens bis 30. Juni 2022 auszuüben. Ist der 5-Jahres-Zeitraum Ende 2020 ausgelaufen, ist die Option ausnahmsweise bis 30. August 2021 vorzunehmen (180 Tage nach Inkrafttreten der Durchführungsverordnung).
Innerhalb der gleichen Frist ist die Zahlung der erwähnten Sondersteuer von zehn Prozent vorzunehmen, die der Steuerpflichtige selbst zu berechnen und über den Zahlungsvordruck F24 abzuführen hat. Für den Wohnungserwerb wird eine Kulanzfrist vorgesehen: Der Ankauf muss nicht bereits zum Zeitpunkt der Option bestehen, sondern er kann noch binnen 18 Monaten nach der erwähnten Frist für die Optionsausübung erfolgen.
Die Sondersteuer wird auf fünf Prozent herabgesetzt, wenn die zugezogene Person zum Zeitpunkt der Option mindestens drei minderjährige Kinder hat.

Quelle: Südtiroler Wirtschaftszeitung SWZ Nr. 11/21, S. 9

Für weitere Fragen wenden Sie sich an einen Steuerberater.

Sanierung einer Immobilie in Südtirol und dabei Steuern sparen

Sanierung einer Immobilie in Südtirol und dabei Steuern sparen

Ich möchte in Südtirol meine bestehende „Ferien“wohnung sanieren.
Meinen Hauptwohnsitz habe ich in Frankreich.
Ich höre in Südtirol immer davon, dass man bei der Sanierung oder Umbauarbeiten, einer energetischen Sanierung einer Immobilie, aber auch bei Möbelkauf  einen Teil der Kosten von der Steuer absetzen kann. Stimmt das und kann ich das auch machen, obwohl mein Hauptwohnsitz im Ausland ist.

 
Generell stimmt es, dass es in Italien einige Möglichkeiten gibt, bei Umbau, Wiedergewinnung, energetischer Sanierung, aber auch Möbelkauf, Steuern zu sparen.
Allerdings sind diese Modelle darauf ausgerichtet, dass ein festgelegter Teil der Kosten über einen Zeitraum von in der Regel 10 Jahren ratenweise von der Steuer abgezogen wird.
D.h. Voraussetzung dafür, dass Sie in Italien ein Steueraufkommen haben.
Übersteigt der mögliche Steuerabsetzbetrag für die Sanierungsarbeiten Ihre in Italien geschuldete Steuer, so geht die Differenz verloren und kann auch nicht in den Folgejahren nachgefordert werden.

7/20
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt

Steuer ohne AIRE Eintragung

Steuer ohne AIRE Eintragung

Ich lebe seit 3 Jahren in Berlin. Bei meinem Umzug hat mir mein Südtiroler Steuerberater gesagt, dass ich mich nicht in die AIRE Liste eintragen brauche, da bei mir eh klar ist, dass mein Lebensmittelpunkt Berlin und deswegen mein steuerlicher Wohnsitz in Deutschland ist.

Unabhängig von den steuerlichen Aspekten ist es eine meldeamtliche Verpflichtung für italienische Staatsbürger, die ihren Lebensmittelpunkt für mehr als 12 Monate ins Ausland verlegen, sich in die AIRE Liste (Liste der im Ausland lebenden italienischen Staatsbürger) eintragen zu lassen. Der Antrag ist über das zuständige italienische Konsulat im Ausland zu stellen.

Es mag durchaus sein, dass Ihr steuerlicher Wohnsitz in Deutschland festgestellt werden kann. Allerdings gehen die italienischen Steuerbehörden erstmal davon aus, dass Personen, die NICHT in der AIRE Liste eingetragen sind, den Wohnsitz und den Lebensmittelpunkt und demzufolge auch den steuerlichen Wohnsitz in Italien haben. D.h. dass Italien daraus ableitet, auch Ihre ausländischen Einnahmen in Italien versteuern zu können.

Uns werden in letzter Zeit immer mehr Fälle gemeldet, in denen es zu Problemen mit der Agentur der Einnahmen gekommen ist und die Personen aufgefordert werden, die ausländischen Einnahmen in Italien zu versteuern.

Man hat dann die Möglichkeit, der Agentur der Einnahmen nachzuweisen, dass man den effektiven Lebensmittelpunkt und steuerlichen Wohnsitz im Ausland hat. Dies ist aber mit viel Zeit, Nerven und Geld verbunden. Für diesen Nachweis sollte man sich unbedingt an einen in Südtirol ansässigen Steuerberater wenden.

7/20
Rosemarie Mayer 
Südtiroler in der Welt

Steuernummer - codice fiscale

Steuernummer - codice fiscale

Die Steuernummer – in italienisch codice fiscale - dient der Identifikation des Bürgers / der Bürgerin im Umgang mit den öffentlichen Einrichtungen und Ämtern. Seit 1974 wurde die Steuernummer gesetzlich eingeführt. Sie wird nur einmal pro Person ausgestellt und gilt ein ganzes Leben. Sie besteht aus 16 alphanumerischen Zeichen (Nummern und Ziffern) die anhand des Familiennamens und Namens, sowie des Geburtsdatums und -ortes festgelegt werden. 
Wer in Italien eine Tätigkeit nachgehen, Geschäfte abwickeln, Verträge abschließen, Erbschaften antreten, Steuererklärungen oder ein Bankkonto eröffnen - kurz sich im alltäglichen Leben zurecht finden – möchte, -benötigt einen derartigen Steuercode. 


Falls Sie im Besitz eines Kodes sind, Ihre Steuerkarte aber nicht mehr auffinden, können Sie ein Duplikat beantragen
Sie haben zwei Möglichkeiten ein Duplikat zu beantragen:
• Online
oder
• Bei einem örtlichen Steueramt in Südtirol
Für die Beantragung ist ein eigenes Formblatt auszufüllen. Der Antrag kann persönlich oder durch eine beauftrage Person, nicht aber per Post, eingereicht werden. Sollte eine beauftrage Person den Antrag einreichen, muss der dafür vorgesehene Bereich im Formblatt ausgefüllt werden. Die beauftrage Person muss zusätzlich zum eigenem Ausweis auch eine Ablichtung des Ausweises des Antragstellers vorlegen.
• Bei einem italienischen Konsulat im Ausland
 Der Antrag muss auch dort auf einem eigenem Formblatt gestellt werden, welches beim jeweiligem Konsulat aufliegt bzw. auf der Internetseite heruntergeladen werden kann. Auch hier gilt, dass der Antrag persönlich oder durch eine beauftrage Person, eingereicht werden kann. Sollte eine beauftrage Person den Antrag einreichen, muss der dafür vorgesehene Bereich im Formblatt ausgefüllt werden. Die beauftrage Person muss zusätzlich zum eigenem Ausweis auch eine Ablichtung des Ausweises des Antragstellers vorlegen.


Sollten Sie italienischer Staatsbürger sein und nicht im Besitz einer Steuernummer sein, finden Sie hier Informationen zur Beantragung:
Sie können sich direkt an ein örtliches Steueramt der Agentur der Einnahmen in Südtirol wenden oder an ein italienische Konsulat in Ihrer Umgebung. Für die Beantragung ist jeweils ein eigenes Formblatt und die Vorlage eines Personalausweises notwendig.
Bei den Konsulaten unterscheiden sich die Antragsformulare meist, daher wird empfohlen auf den Internetseiten der jeweiligen Konsulate nachzuschauen bzw. direkt vor Ort danach zu fragen.
Sollte eine beauftrage Person den Antrag einreichen, muss der dafür vorgesehene Bereich im Formblatt ausgefüllt werden. Die beauftrage Person muss zusätzlich zum eigenem Ausweis auch eine Ablichtung des Ausweises des Antragstellers vorlegen. Eine Ansässigkeit in Italien ist nicht notwendig. Der Postweg ist bei den örtlichen Steuerämtern der Agentur der Einnahmen ausgeschlossen.
In den örtlichen Steuerämtern erhalten Sie die Steuernummer sofort, beim Konsulat könnte dies einige Wochen dauern.


Sollten Sie als nicht italienischen Staatsbürger eine Steuernummer benötigen, erhalten Sie hier Informationen bezüglich der Beantragung:
Entweder wenden Sie sich an ein Steuerbüro der Agentur der Einnahmen in Südtirol oder an ein italienisches Konsulat. Durch ein eigenes Formblatt, welches Sie vor Ort erhalten und durch die Vorlage eines gültigen Personalausweises für EU-Bürger bzw. für NICHT-EU-Bürger alternativ eines gültigen Reisepasses, Aufenthaltsgenehmigung und eventuell auch eine Beglaubigung der Identität durch ein italienisches Konsulat, kann der Antrag für eine Steuernummer gestellt werden.


Steuerämter der Agentur der Einnahmen in Südtirol :
Bozen, G. Amrosoli Platz 24, (+39) Tel. 0471/1945111, DP.BOLZANO.UTBOLZANO@AGENZIAENTRATE.IT
Brixen, Vittorio Veneto Str. 67, (+39) Tel. 0471/1945111 , DP.BOLZANO.UTBRESSANONEBRUNICO@AGENZIAENTRATE.IT
Bruneck: Großer Graben 7, (+39) Tel. 0471/1945111, DP.BOLZANO.UTBRESSANONEBRUNICO@AGENZIAENTRATE.IT
Meran, Otto Huber Str. 18, (+39) Tel. 0471/1945111, DP.BOLZANO.UTMERANO@AGENZIAENTRATE.IT

Bei Unklarheiten wenden Sie sich gerne an die Südtiroler in der Welt. 
Die Angaben wurden laut Informationen der Agentur der Einnahmen gemacht.

7/20 
Rosemarie Mayer
 

Steuern auf unvermietete Wohnung

Steuern auf unvermietete Wohnung

Ich lebe im Ausland und besitze in Südtirol eine Wohnung, die ich als Zweitwohnung bzw. Ferienwohnung benutze. Die Wohnung ist also nicht vermietet. Muss ich für diese Wohnung neben der Gemeindeimmobiliensteuer noch weitere Steuern zahlen? (Einkommenssteuer IRPEF, …) 

Seit dem Jahr 2012 ersetzt die IMU bzw. die GIS (Gemeindeimmobiliensteuer) die Einkommenssteuer IRPEF und weitere kommunale Steuern. Sodass Immobilienbesitzer von der Zahlung einer Einkommenssteuer befreit sind. 

Aber Achtung: diese Regelung gilt nicht für vermietete Wohnungen:
wenn eine Wohnung vermietet ist, werden die Einkommen aus Immobilien (Mieteinnahmen) nicht durch die GIS ersetzt und es muss eine Steuererklärung gemacht werden.

7/20 
Rosemarie Mayer

 

Steuer auf Immobilien und sonstiges Vermögen im Ausland

Steuer auf Immobilien und sonstiges Vermögen im Ausland

Frage:
Ich bin Südtiroler und habe viele Jahre in Deutschland gelebt. Seit einigen Jahren bin ich wieder nach Südtirol zurückgekehrt, besitze aber noch eine Immobilie in Deutschland. Nun habe ich gehört, dass ich für diese Immobilie, für die ich ja bereits in Deutschland eine Grundsteuer bezahle, auch in Italien Steuern bezahlen soll.

ANTWORT:

Es besteht bereits seit längerem für Personen mit Ansässigkeit und steuerlichem Wohnsitz in Italien die Verpflichtung, ausländischen Immobilienbesitz sowie Vermögen im Ausland in der Steuererklärung in Italien im Bereich RW anzugeben.
Dies gilt auch dann, wenn man ansonsten keine Steuererklärung machen muss.

Seit 2011 bzw. 2012 werden diese Immobilien bzw. Vermögen auch in Italien versteuert.
Die Steuer auf Finanzvermögen im Ausland heißt IVAFE.
Die Steuer auf Liegenschaften im Ausland heißt IVIE (imposta sul valore degli immobili all’estero). Der Steuersatz beträgt 0,76% .

Immobilien innerhalb der EU 
Als Berechnungsgrundlage für die ausländischen Immobilien in EU Staaten gilt die ausländische Steuergrundlage. Der Steuerzahler muss in Italien das entsprechende Dokument der ausländischen Steuergrundlage bei der Steuererklärung abgeben.
In Deutschland und Österreich z.B. wird die Immobilie der sog. Grundsteuer unterworfen. Die entsprechende Besteuerungsgrundlage wird als Einheitswert bezeichnet. Das entsprechende Dokument wird vom jeweils zuständigen Finanzamt ausgestellt.
Die im Ausland bereits bezahlte Steuer (wie die Grundsteuer in Deutschland und Österreich) wird in Italien angerechnet. Außerdem gilt, dass Beträge unter 200 Euro nicht geschuldet sind.
Beispiel:
Wert der Immobilie laut Kaufvertrag: 200.000 Euro
Einheitswert der Immobilie laut Finanzamt: 8.000 Euro
bereits bezahlte Grundsteuer im Jahr 2015: 150 Euro
In Italien bildet der Einheitswert von 8.000 Euro die Steuergrundlage, auf der die 0,76 % berechnet wird. Die im Ausland bereits bezahlte Steuer (Grundsteuer) wird angerechnet. In diesem Beispiel ist in Italien keine Immobiliensteuer geschuldet. 

Immobilien außerhalb der EU 
Falls sich die Immobilie außerhalb der EU (z.B. Schweiz) befindet, ist als Steuergrundlage vom effektiven Wert der Immobilie auszugehen. Die im Ausland bereits bezahlte Steuer ist wiederum in Italien anrechenbar.
Beispiel:
Wert der Immobilie laut Kaufvertrag: 200.000 Euro
2012 im Ausland bereits bezahlte Immobiliensteuer: 300 Euro
Für die IVIE bildet der effektive Wert von 200.000 Euro die Steuergrundlage, auf die die 0,76% berechnet wird. Die im Ausland bereits gezahlte Immobiliensteuer wird davon abgezogen, sodass in Italien eine Vermögenssteuer von 1.220 Euro geschuldet ist.

Steuer auf Vermögen im Ausland: 
Nach dem Grundsatz des Welteinkommens hat ein in Italien unbeschränkt Steuerpflichtiger auch die im Ausland erzielten Finanzerträge in Italien nach den hier geltenden Steuersätzen zu versteuern. Die bereits im Ausland abgezogenen Steuern werden dabei in der Regel berücksichtigt. 

Informieren Sie sich diesbezüglich unbedingt bei einem Steuerexperten.

7/20
Rosemarie Mayer

 

Steuer auf Immobilien im Ausland bei Wohnsitz in Südtirol

Steuer auf Immobilien im Ausland bei Wohnsitz in Südtirol

Ich habe viele Jahre im Ausland gelebt und dort ein Haus gekauft. Nun bin ich nach Südtirol zurückgekehrt, habe aber das Haus im Ausland behalten.
Was muss ich in Bezug auf Steuern beachten?


Eine gute und sehr detaillierte Übersicht bietet ein Artikel aus der SWZ Nr. 29/20 S.11:

Liegenschaften im Ausland sind für Zwecke der Einkommenssteuern zu melden, aber auch im Vordruck RW für das Monitoring und die IVIE. Dies gilt ebenso für Steuerpflichtige mit Wohnsitz in Italien, die keine Einkünfte besitzen und ansonsten keine Steuererklärung abzugeben hätten.
Die Liegenschaften in Ausland müssen nach dem Grundsatz des Welteinkommens auch in Italien besteuert werden. Dies gilt unabhängig davon, ob diese im Ausland bereits besteuert worden sind oder nicht. Eine Befreiung gilt allerdings für den Fall, dass die Liegenschaften der Vermögenssteuer IVIE unterliegen. Die im Ausland endgültig gezahlte Steuer kann anteilig der italienischen Steuer angerechnet werden.
In der Einkommenserklärung sind drei Aspekte zu berücksichtigen:  Die Erträge aus den Liegenschaften (Blatt RL), die Vermögenssteuer IVIE als Ersatz für die im Inland geschuldete Gemeindeimmobiliensteuer IMU (Blatt RW) und die Angaben für das sogenannte Überwachungsverfahren (Monitoring) für Vermögen im Ausland (Blatt RW). Nachfolgend in Stichworten die wichtigsten Aspekte.
 
Man hat zwischen vermieteten und nicht vermieteten Liegenschaften zu unterschieden.
Die Einkünfte aus ausländischen Liegenschaften sind in der Steuererklärung als „sonstige Einkünfte“ (Art. 70 EESt) zu melden, und zwar Blatt RL, Zeile RL12. Man hat dabei zwischen vermieteten und nicht vermieteten Liegenschaften wie folgt zu unterscheiden:

  1. Vermietete Liegenschaften; sie können im Ausland steuerpflichtig oder auch steuerfrei sein;
  2. unvermietete Liegenschaften; sie sind von der IREPF befreit, wenn sie der Vermögenssteuer IVIE unterliegen; andernfalls ist zu prüfen, ob sie im Ausland steuerpflichtig oder steuerfrei sind.
 
Vermietete Liegenschaften – Man hat als Bemessungsgrundlage für die IRPEF die im Ausland nach den dortigen Steuerbestimmungen festgesetzte Steuergrundlage heranzuziehen. In Deutschland und Österreich erfolgt die Besteuerung nach der sogenannte Überschussrechnung: Es handelt sich dabei um die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, abzüglich Werbungskosten. Es können dabei auch Privatpersonen Abschreibungen, Finanzierungszinsen, Instandhaltungskosten sowie Verwaltungs – und Beratungskosten abgezogen werden.
In einigen Ländern kann es vorkommen, dass die Einnahmen dort nicht Steuerpflichtig sind. Man hat dann für italienische Steuerzwecke die ausländischen Mieteinahmen heranzuziehen und diese um einen Paulschalbetrag von 15 Prozent zu kürzen.
 
Nicht vermietete Liegenschaften- Nicht vermietete Liegenschaften, die der Vermögenssteuer IVIE unterliegen, sind nach dem sogenannten Substitutionseffekt von der IRPEF befreit (ähnlich wie beim Substitutionseffekt zwischen der Gemeindeimmobiliensteuer GIS und IRPEF). Daraus folgt, dass die nicht vermieteten Auslandsimmobilien grundsätzlich nicht der IRPEF unterliegen. Man hat allerdings den entsprechenden Ertrag in der Zeile RL12 getrennt im Feld 1 anzugeben; der entsprechende Betrag zählt nicht zum steuerpflichtigen Einkommen.
Als für die Zwecke der IVIE steuerpflichtig gelten auch jene Liegenschaften, für welche aufgrund des geringen Einheitswertes bzw. der geringen Bemessungsgrundlage eine Steuer von weniger als 200€ hervorgeht, die dann nicht geschuldet ist.
Andere nicht vermietete Liegenschaften – Sollten die ausländischen Liegenschaften aus irgendeinem Grund nicht der IVIE unterliegen, sind sie der IRPEF zu unterwerfen. Man hat dann zu prüfen, wie diese im Ausland für Zwecke der dortigen Einkommenssteuern behandelt werden. Wird dort der Eigenmietwert besteuert, hat man die entsprechende Steuergrundlage ohne weitere Abzuge zu übernehmen. Dies gilt unter anderem für die Schweiz, Schweden. Niederlande, Belgien und Spanien ( letzteres Land beschränkt für Zweitwohnungen). Dieser Wert ist dann auch in der vorhin erwähnten Spalte 1111 von Zeile RL12 anzugeben. Wird hingegen der Eigenmietwert für die nicht vermietete oder die selbst genutzte Wohnung im Ausland nicht besteuert (so z.B. in Deutschland oder Österreich), hat man auch in Italien nichts zu melden (abgesehen von der bereits erwähnten Befreiung aus dem Substitutionseffekt für die IVIE).
 
Die endgültig gezahlten Steuern können angerechnet werden
Die im Ausland gezahlte Steuer kann der italienischen Steuer angerechnet werden, aber erst wenn diese endgültig ist. Sie muss dazu von der ausländischen Finanzbehörde durch Steuerbescheid verlangt worden sein. Dieser hat spätestens bis zur Abgabefrist der Steuererklärung vorzuliegen (30. November 2020), andernfalls kann man die Anrechnung erst im Folgejahr vornehmen. Die entsprechende Bezeichnung ist in der Übersicht „CE“ aufzuzeigen.
 
Die Liegenschaften sind auch im Vordruck RW anzugeben
Der Vordruck RW dient für die Abrechnung der Vermögenssteuer IVIE und für die vorgeschriebene Meldung laut Überwachungsverfahren für das im Ausland befindliche Sach- und Finanzvermögen. Für beide Bestimmungen (IVIE und Monitoring) gilt der gleiche Wertansatz. Mit Bezug auf die Belegenheit der Liegenschaften hat man zu unterscheiden zwischen EU- Mitgliedsstaaten bzw. EWR-Staaten (Island und Norwegen) und den Drittstaaten. In Stichworten: In ersteren Fall (EU und EWR) hat man als Bemessungsgrundlage für die Vermögenssteuer (0,76 Prozent) den Kataster – oder ähnlichen Wert heranzuziehen, wie er im betreffenden Land für Zwecke der Ertragssteuern oder der Vermögenssteuer festgelegt und aufgewertet worden ist. Dieser Katasterwert gilt auch dann, wenn die betreffenden Liebschaften durch Schenkung oder Erbschaft erworben worden sind.
Für Deutschland und Österreich hat man den sogenannten Einheitswertbescheid vom Finanzamt festgelegt. Man benötigt hier den Einheitswertbescheid (oder die entsprechende Fortschreibung) und zusätzlich auch den Grundsteuerbescheid, um die gezahlte Grundsteuer für die Anrechnung auf die italienische Vermögenssteuer nachweisen zu können. Es kommen hier in der Regel nur geringe Beträge heraus. Gibt es im jeweiligen Land keine, hat man die Anschaffungskosten oder (falls Letztere nicht vorhanden) den Marktwert heranzuziehen.
Für die Liegenschaften in Drittstaaten (z.B. Schweiz) hat man grundsätzlich die Anschaffungskosten zu verwenden. Wenn diese nicht verfügbar sind, hat man auf den Marktwert abzustellen. Bei Schenkung oder Erbschaften hat man den in der Erbschaft entsprechenden Erklärung angeführten Wert zu verwenden.
Man beachte: Diese Meldung der Liegenschaften im Ausland (für das Überwachungsverfahren und die Vermögenssteuer IVIE) ist von allen in Italien ansässigen personenabzufassen uns einzureichen. Dies gilt auch für den Fall, wenn man kein Einkommen bezieht und demnach keine Steuererklärung (Vordr. 730) abzugeben ist. Dies betrifft auch Steuerpflichtige, die aus dem Ausland zugezogen sind und Immobilienvermögen im früheren Wohnsitzstaat zurückgelassen haben.
                                                                                                                
Auszug aus Südtiroler Wirtschaftszeitung SWZ Nr. 29/20 vom 24. Juli 2020 S. 11
 

IRPEF und GIS bei Mieteinnahmen

IRPEF und GIS bei Mieteinnahmen

Im Jahre 2014 habe ich in Südtirol geringe Einnahmen ( unter 1000.- € ) aus der Vermietung meiner Wohnung erwirtschaftet. Nachdem ich meinen Wohnsitz in Deutschland habe, muss ich das jetzt auch in der Steuererklärung in Deutschland angeben.
Ist nun auch eine Einkommenssteuererklärung / IRPEF Erklärung  in Italien notwendig.
Ich habe da etwas von Steuerfreibeträgen gehört.
Außerdem habe ich gelesen, dass man von der IRPEF befreit ist, wenn man die GIS zahlen muss.
Können Sie mir weiterhelfen?

Mein Status:
- AIRE in Italien
- Hauptwohnsitz in Deutschland

Für Ihre Wohnung sind beide Steuern relevant, d.h. sowohl die Gemeindensteuer GIS als auch die Einkommenssteuer IRPEF.
Lediglich NICHT vermietete Wohnungen, für die die GIS geschuldet ist (auch wenn diese durch Freibeträge annulliert wäre), sind von der IRPEF befreit.
Beide Steuern – GIS und IRPEF – gelten jedoch in allen Fällen, in denen die Baueinheiten vermietet sind.
 
Bzgl. Steuererklärung und Steuerfreibetrag ist es so, dass eine Einkommenssteuererklärung/Steuererklärung in Italien in jedem Fall nötig ist, wenn Sie außer den Mieteinnahmen keine Einnahmen aus einer Arbeitstätigkeit (in Italien)oder Renteneinnahmen (aus Italien) haben.
In diesem Fall gibt es keinen Steuerfreibetrag.
 
Wenn Sie neben den Mieteinnahmen außerdem Lohneinkünfte oder Renteneinnahmen in Italien haben, so gilt ein Freibetrag von 7.500 Euro bzw. 8.000 Euro. Dann ist es abzuklären, ob eine Steuererklärung zu machen ist oder nicht.
 
Von der Steuer könnten eventuell Renovierungsarbeiten abgesetzt werden.
 
Zur Abfassung der Steuererklärung wenden Sie sich am besten an einen Steuerberater oder ein Steuerbeistandszentrum z.B. von der KVW Steuerabteilung.
 
7/20
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
 

Wohnbauförderung

Wohnbauförderung

Wohnbauförderung

Ich bin eine Südtirolerin in Frankreich, eingeschrieben in die AIRE Liste, und möchte mit meinem Mann und meinen beiden Kindern (schulpflichtig) nach Südtirol zurückkommen. Arbeitsmöglichkeiten haben wir gefunden. Noch offen ist unsere Wohnsituation.
Welche Möglichkeiten haben wir beim Kauf einer Immobilie und welche Fördermöglichkeiten gibt es für AIRE Bürger im Bereich Wohnbau.
Und wie wären die Voraussetzungen?

 
Eine der Voraussetzungen um in den Genuss einer Förderung für den Kauf der Erstwohnung zu kommen ist an die Ansässigkeit des Antragstellers im Land geknüpft. Die ins Ausland Ausgewanderten, die vor ihrer Auswanderung für mindestens fünf Jahre im Land ansässig waren, und deren nicht getrennte Ehegatten, die die Absicht haben, ihren Wohnsitz wieder im Lande aufzuschlagen, sind diesbezüglich den im Land ansässigen Personen gleichgestellt (Artikel 4, Absatz 1 des LG 13 von 1998). 
Somit können sie, sollten sie im Besitz aller weiteren gesetzlichen Voraussetzungen sein, um eine Förderung für den Kauf der Erstwohnung ansuchen. Alle diesbezüglichen Informationen finden Sie auf der Internetseite der Abteilung Wohnungsbau:
https://www.provinz.bz.it/bauen-wohnen/gefoerderter-wohnbau/default.asp
Bei Antragsgenehmigung besteht die Verpflichtung, den Wohnsitz innerhalb einer bestimmten Frist wieder nach Südtirol zu verlegen.
Desweiteren hängt die Gewährung eines Beitrags von Ihren speziellen Besitz- und Vermögensverhältnissen ab. 

 

Sozialer Wohnbau - Wohnbauinstitut

Sozialer Wohnbau - Wohnbauinstitut

Ich bin Südtiroler und seit vielen Jahren in Deutschland, inzwischen in Rente.
Mit 75 Jahren zieht es mich nun wieder in die Heimat. Nachdem meine Rente nicht hoch ist, kann ich mir keine teure Wohnung leisten. Gibt es immer noch die Möglichkeit eine Wohnung über das Institut für den sozialen Wohnbau zu bekommen? Und was muss ich dabei als Heimatferner berücksichtigen? Wie und wo kann ich einen Antrag stellen. Ich erinnere mich, dass die Ansuchen früher einmal im Jahr gestellt werden konnten.

 
Was die Möglichkeit für Auslandssüdtiroler betrifft, um eine Wobi-Wohnung anzusuchen, so gibt es diese nach wie vor. Allerdings können in der Zwischenzeit die Gesuche ganzjährig eingereicht werden (das Gesuchsmuster ist auf der Home Page des Wohnbauinstitutes veröffentlicht:  https://www.wobi.bz.it/de/dienste/gesuch.asp) und haben eine dreijährige Gültigkeit. Wie alle anderen Gesuchsteller müssen Auslandsitaliener eine EEVE Erklärung der letzten beiden Jahre machen. Für Ansuchen, welche innerhalb 30. Juni abgegeben werden, würde das die Einkommen 2018 und 2019 betreffen, für Gesuche, welche ab dem 01. 07. 2021 eingereicht werden, die Einkommen 2019 und 2020. Das eingereichte Gesuch hat, wie bereits erwähnt, 3-jährige Gültigkeit. Das Ansuchen kann für die letzte Wohnsitzgemeinde gestellt werden – d.h. die Gemeinde, in deren AIRE Liste man eingetragen ist.


 

Verschiedenes

Altersheim im Ausland - Kostenanteil für Geschwister

Altersheim im Ausland - Kostenanteil für Geschwister

Mein Bruder lebt in Deutschland und kommt voraussichtlich demnächst in ein Alters- und Pflegeheim.

Seine Frau hat uns nun angekündigt, dass sie nicht in der Lage sein wird, für die Kosten für das Heim vollkommen aufzukommen und wir als Geschwister den Restbetrag übernehmen müssen.
Kann das sein?

 

Zuerst einmal ist bei den Kosten zu differenzieren:
Es gibt die Kosten für die Pflege, die in Deutschland von der Pflegeversicherung gedeckt ist.
Hinzu kommen die Kosten für Kost und Logis. Für diese muss der Betroffene selbst aufkommen.
Kann er die Kosten nicht selbst decken, wobei hier sein gesamtes Vermögen in Anspruch genommen werden muss (auch Immobilien), wird die direkte Familie d.h. Ehepartner, Kinder und ggf. auch Eltern zur Zahlung verpflichtet.
Geschwister sind NICHT zahlungspflichtig!

Rosemarie Mayer 4/17
Südtiroler in der Welt

Altersheim in Südtirol - Kostenanteil für Kinder

Altersheim in Südtirol - Kostenanteil für Kinder

Ich wohne seit vielen Jahren in der Schweiz. Meine Mutter und meine Geschwister leben in Südtirol. Mein Vater ist bereits verstorben.
Ich hatte nie ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Sie haben mich emotional vernachlässigt und auch finanziell nie unterstützt. Alles, was ich habe, habe ich mir selbst aufgebaut und erwirtschaftet.
Nun ist meine Mutter in ein Altersheim gekommen. Da ihr Geld nicht reicht, soll auch ich gemessen an meinem Einkommen mitzahlen.

Wer ist denn überhaupt verpflichtet zu zahlen bzw. gibt es eine Möglichkeit, von der Zahlung befreit zu werden?


Einen Teil der Kosten im Heim, nämlich den Anteil für die Pflege, übernimmt der jeweilige Sanitätsbetrieb in Form der Pflegesicherung des Landes Südtirol, auf die jeder dauerhaft ansässige Südtiroler Anspruch hat.

Den im Dekret des Landeshauptmann vom 11. August 2000, Nr. 30  festgelegten Tagessatz  für Kost und Logis muss der Heimbewohner bzw. sein Ehepartner selbst aufbringen.
Reichen ihr Einkommen und Vermögen nicht aus, den Tagessatz zu bestreiten, werden die Kinder als erweiterte Familiengemeinschaft zur Bezahlung herangezogen. Reicht auch deren Einkommen nicht aus, übernimmt die Wohnsitzgemeinde der Heimbewohnerin bzw. des Heimbewohners den ungedeckten Teil.
Der Anteil, den die Kinder bestreiten müssen, wird für jede Person anhand der EEVE (Einheitliche Einkommens- und Vermögenserklärung) ermittelt.
In der EEVE, die bei allen CAF´s (Steuerbeistandszentren) in Südtirol gemacht werden kann, wird das gesamte Vermögen einer Person erklärt.
Sollte das Vermögen unter einem festgelegten Betrag liegen, so kann man um eine Tarifbegünstigung beim zuständigen Sozialsprengel ansuchen.
Ansonsten sind die Kinder zur Zahlung verpflichtet.
Einspruch dagegen kann nur erheben, wer öffentliche Dokumente vorlegen kann, aus denen ein objektiver Grund abgeleitet werden kann, dass der Einsprucherheber keine affektiven oder wirtschaftlichen Beziehungen zum Heimbewohner hat.
In der Regel geht man hier von Dokumenten aus, die eine Misshandlung, psychischer oder physischer Art, belegen.
Informationen erhält man beim zuständigen Sozialsprengel.
 
Rosemarie Mayer 4/17
Südtiroler in der Welt
 

Altersheim und Pflegeversicherung in Südtirol

Altersheim und Pflegeversicherung in Südtirol

Ich erlaube mir, mich mit folgendem Anliegen an Sie zu wenden:
Ich bin vor ca. 50 Jahren von Südtirol in die Schweiz ausgewandert, war dort immer arbeitstätig und habe dort geheiratet. Mein Ehemann  ist inzwischen verstorben. Im Laufe der Zeit habe ich die schweizerische Staatsbürgerschaft angenommen und die italienische aufgegeben. Da ich keine Kinder und auch sonst keinerlei Verwandte in der Schweiz habe und aufgrund meiner körperlichen Verfassung nun in ein Altersheim muss, überlegt ich, nach Südtirol zurück zu kehren, wo all meine Verwandten leben. Ich möchte mich aber zuerst darüber informieren, ob und welche Möglichkeiten, Ansprüche und Rechte ich in Südtirol habe. So interessieren mich insbesondere folgende Fragen:

  1. Habe ich als Schweizerin überhaupt Anrecht auf einen Platz im Altersheim in Südtirol?
  2. Welche Kosten kommen da auf mich zu bzw. muss ich die gesamten Kosten selbst bezahlen oder habe ich Anrecht auf Unterstützung durch die öffentliche Hand?
  3. Was ist mit den Kosten, die anfallen, wenn ich hier in Südtirol irgendeine ärztliche Leistung in Anspruch nehmen muss oder gar ins Krankenhaus gehen muss?
  4. Was passiert, wenn ich ein völliger Pflegefall werde und z.B. intensivmedizinische Hilfe benötige? Wer trägt diese Kosten?
 
Sie müssen natürlich den Wohnsitz in Südtirol haben, damit Sie um einen Platz im Altersheim ansuchen können.
In der Regel muss man ein Jahr wieder in Südtirol leben, damit man ansuchen kann. Sollte Platz sein, geht es teils auch schon früher.
(Ganz nebenbei – in diesem Jahr kann man auch um Wiedererlangung der italienischen Staatsbürgerschaft bei der Gemeinde ansuchen)
Es empfiehlt sich, vorab mit dem Heim, das in Frage kommt, Kontakt aufzunehmen.
 
Die Kosten für Unterkunft und Logis sind selbst zu tragen. Die Tarife liegen durchschnittlich zwischen 50-60 Euro pro Tag.
Reicht Ihr Einkommen oder Vermögen nicht aus, so würden zuerst die Kinder einspringen müssen. Da dies bei Ihnen aber nicht möglich ist,
könnte ein Ansuchen an die Wohnsitzgemeinde gestellt werden.
Weitere Informationen.
 
Die Kosten für die Pflege trägt die Pflegesicherung bzw. Pflegeversicherung.
Und hier ist zu differenzieren, ob Sie eine italienische oder ausschließlich eine Schweizer Rente beziehen und ob Sie in letzterem Fall eine Pflegeversicherung in der Schweiz abgeschlossen haben.
Sollten Sie in der Schweiz eine Pflegeversicherung haben, so müsste diese die Kosten übernehmen.
Sollten Sie keine Pflegeversicherung in der Schweiz haben und/oder eine italienische Rente beziehen, so können Sie nach einem Jahr Ansässigkeit in Südtirol um Pflegegeld ansuchen.
Diese Einjahresregelung gilt für Personen, die einen historischen Wohnsitz in Südtirol von mindestens 14 Jahren vorweisen können.  Diese müssen vor der Antragstellung nur ein Jahr in Südtirol ansässig gemeldet sein. Ansonsten wäre eine Ansässigkeit vor Antragstellung von 5 Jahren notwendig.
Weitere Informationen

Normale ärztliche Leistungen inkl. Krankenhausaufenthalt werden durch die Krankenversicherung gedeckt.
Hier gibt es aufgrund des europäischen Sozialversicherungsabkommens die Differenzierung je nachdem ob Sie eine italienische Rente beziehen oder nicht.
Sollten Sie eine italienische Rente beziehen und den Wohnsitz nach Italien verlegen, so müssen Sie sich in das italienische Gesundheitswesen eintragen lassen und erhalten über dieses Zugang zu den gewährten Leistungen.
Beziehen Sie hingegen „nur“ eine Schweizer Rente, so müssen Sie weiterhin in der Schweiz versichert bleiben. Über das EU Formular S1 können Sie allerdings beantragen, dass Sie auch in Ihrem neuen Wohnsitzstaat Italien Zugang zu allen dort üblichen Leistungen erhalten. Die Kosten werden dann allerdings vom Schweizer Versicherungsinstitut getragen.

Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt 2/21

Anerkennung deutsches Abitur

Anerkennung deutsches Abitur

Ich habe in diesem Sommer mein Abitur in Deutschland erfolgreich bestanden. 
Da ich nicht weiß, was die Zukunft für mich bereit hält, würde ich gerne mein deutsches Abitur auch in Italien anerkennen lassen. Können Sie mir Genaueres dazu schreiben?
 
In der Regel ist eine Anerkennung des deutschen Abiturs nur notwendig, wenn Sie in Südtirol oder dem restlichen Italien studieren wollen.
In diesem Fall brauchen Sie eine Wertigkeitserklärung für ihr deutsches Abitur.Dies gilt für alle Personen, die ihren Schulabschluss nicht in Italien erworben haben.
Die Wertigkeitserklärung kann bei einer diplomatischen Vertretung des italienischen Staates in Deutschland (Konsulat oder Botschaft) beantragt werden.

Die Wertigkeitserklärung bescheinigt, dass der Sekundarschulabschluss/Abitur oder Fachabitur (für die Zulassung zu den Bachelorstudiengängen) oder der akademische Grad (für die Zulassung zu den Masterstudiengängen) des Antragstellers für die Zulassung zu einem Universitätsstudium oder einem weiterführenden Studium in Deutschland berechtigt. Die Wertigkeitserklärung sollte so früh wie möglich beantragt werden, da die Behörden oft lange Bearbeitungszeiten haben.

In den meisten Fällen verlangt das Konsulat eine beglaubigte Übersetzung des Abschlusszeugnisses (eine Liste mit zugelassenen Übersetzern kann im Konsulat erfragt oder auf deren Webseite eingesehen werden). (Das Italienische Generalkonsulat in München stellt allerdings auch Wertigkeitserklärungen ohne die Vorlage einer Übersetzung aus)
Die Bewerbung an der Universität kann ohne Wertigkeitserklärung erfolgen, sie muss jedoch bis zur jeweiligen Immatrikulationsfrist vorliegen.

7/20 
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
 

Arbeitslosengeld in Italien

Arbeitslosengeld in Italien

Ich bin Südtiroler und arbeite derzeit noch in Österreich. Mein Arbeitsvertrag läuft in Kürze aus und ich möchte nach Südtirol zurückkehren.
Laut meinen Recherchen sollte ich Anrecht auf Arbeitslosengeld in Italien haben, da ich im EWR-Raum die entsprechenden Versicherungszeiten nachweisen kann.
 
Wo genau habe ich die Möglichkeit diesen Antrag zu stellen?
 
 
Um in Italien einen Antrag auf Arbeitslosengeld stellen zu können, benötigen Arbeitnehmer, die im EU Ausland gearbeitet haben, das Formular E301/U1 vom ausländischen Beschäftigungsstaat. Das Formular ist eine Bestätigung über die Versicherungs/Beschäftigungszeiten im Ausland und wird von der zuständigen ausländischen Behörde, in Ihrem Fall vom Arbeitsmarktservice Österreich ausgestellt. Es kann in Österreich auch online beantragt werden - http://www.ams.at/ueber-ams/bestaetigung-von-versicherungs-beschaeftigungszeiten-oesterreich-formular-e301-u1
 
In Südtirol sind dann folgende Schritte nötig:

  1. Arbeitslosenmeldung beim zuständigen Arbeitsamt.  Notwendige Unterlagen: Ausweis, Steuernummer, Formular E301/U1).
    Vom Arbeitsamt erhält man eine Bestätigung, dass man als arbeitslos eingetragen ist.
  2. Mit dieser Bestätigung und dem Formular E301/U1(E302 sollten auch Familienangehörige zu berücksichtigen sein)  wendet man sich an ein Patronat z.B. KVW/ACLI http://www.mypatronat.eu/
  3. und beantragt über dieses bei der NISF/INPS das Arbeitslosengeld.
 
Für die Meldung hat man max. 68 Tage Zeit.
Allerdings ist es zu empfehlen, die Meldung bereits innerhalb der ersten 8 Tage nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu machen, da man nur dann das volle Arbeitslosengeld erhält. Sucht man erst nach dem 8. Tag an, verliert man für jeden verstreichenden Tag Anspruch auf Arbeitslosengeld für diesen Tag.
D.h. sucht man erst nach 10 Tagen an, wird das Geld erst mit diesem Datum ausgezahlt und man verliert für den 9. und 10. Tag den Anspruch auf das Arbeitslosengeld.
 
Die spezifischen Bedingungen für den Erhalt des Arbeitslosengeldes erfahren Sie u.a. hier http://www.mypatronat.eu/arbeitslosengeld-und-kuendigungen/arbeitslosengeld/
 
 7/20
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
 
 

Ausfuhr von KFZ mit italienischem Kennzeichen

Ausfuhr von KFZ mit italienischem Kennzeichen

Anmeldung im Ausland
Bei einer Wohnsitzverlegung ins Ausland muss immer auch das in Italien zugelassene Auto im neuen Wohnsitzland angemeldet, zugelassen und immatrikuliert werden.
Das EU Recht sieht keine einheitliche Regelung der Fahrzeugzulassung vor. Deswegen gibt es in den einzelnen Staaten unterschiedliche zeitliche Regelungen, in denen die Zulassung stattgefunden haben muss. Diese reichen von einem Monat bis zu einem Jahr.
Informieren Sie sich vor der Wohnsitzverlegung über die Bestimmungen des neuen Wohnsitzlandes.
Mit der Anmeldung des Autos im Ausland, muss dort auch die entsprechende Autoversicherung abgeschlossen werden.
 
Abmeldung in Südtirol
Diesbezüglich gibt es durch den neuen Art. 103 der italienischen Straßenverkehrsordnung seit dem 1.1.2020 eine Änderung.
Die Abmeldung von Kraftfahrzeugen, deren dauerhafter Standort ins Ausland verlegt wird, kann nicht mehr über die diplomatisch-konsularische Vertretung im Ausland erfolgen.
Außerdem dürfen nur mehr Autos aus Italien ausgeführt und im Ausland angemeldet werden, deren letzte positiv durchgeführte Revision nicht älter als 6 Monate ist.
Außerdem kann man seit dem 1.Januar 2020 beim Schalterdienst in der Rittnerstraße 12 in Bozen keine Abmeldungen mehr durchführen, sondern nur mehr beim Autoregister (P.R.A.) mittels Vormerkung auf der Webseite vom ACI oder bei einer Autoagentur.

Diese benötigen u.a. eine amtliche Bestätigung der erfolgten Zulassung im Ausland.
Achtung: die ausländische Bescheinigung in deutscher Sprache muss nicht übersetzt sein, während in allen anderen Fällen eine beglaubigte Übersetzung, entweder in Deutsch oder in Italienisch beigelegt werden muss.
Die Abmeldung kann auch bereits VOR der Ausfuhr des Kraftfahrzeugs in Italien beantragt werden.
Rosemarie Mayer
2/2020

 

Auslandsaufenthalt unter einem Jahr

Auslandsaufenthalt unter einem Jahr

Ich habe im März 2016 eine Jahresstelle in Deutschland angetreten. Ich habe mich in Deutschland im zuständigen Meldeamt angemeldet, in Südtirol aber alles so belassen, zudem habe ich hier in Deutschland eine Private Krankenkassenversicherung abgeschlossen.

Meine Fragen:
Muss ich mich in die AIRE Liste eintragen lassen, auch wenn ich nicht mehr als 12 Monate im Ausland lebe? 
Ich möchte auch verhindern, dass ich in 2 Ländern Steuern zahlen muss. 

Wie bin ich in Südtirol krankenversichert?
Werden die Arbeitsjahre im Ausland ganz normal in Italien zu den geleisteten Dienstjahren für die Rente dazugerechnet oder benötige ich eigens eine Meldung? 
Wird die Arbeit in Deutschland automatisch im Heimischen Arbeitsregister eingetragen? 
Wenn ich mich nach dem Arbeitsjahr in Ausland arbeitslos melden muss, ist dies in Deutschland oder Südtirol zu machen?



AIRE:
Solange Sie Ihren Lebensmittelpunkt nicht mehr als 12 Monate ins Ausland verlegen, ist die Eintragung in die AIRE Liste nicht vorgeschrieben.
d.h. Sie können weiterhin Ihren Hauptwohnsitz in Südtiroler haben.
Steuerlich ist es so, dass Sie in Deutschland die Lohnsteuer zahlen müssen.
In Südtirol müssen Sie dann im Frühjahr 2017 eine Steuererklärung für das Jahr 2016 machen, in der Sie das Einkommen aus Deutschland und die dort bereits gezahlten Steuern angeben müssen. (Da Ihr unbeschränkt steuerlicher Wohnsitz in Italien ist, müssen Sie hier alle Einkommen angeben, die Sie irgendwo auf der Welt eingenommen haben)
Italien rechnet die in Deutschland bereits gezahlten Steuern an und verrechnet Ihnen „nur“ noch den Differenzbetrag zum hier geltenden Steuersatz.

Krankenversicherung:
Aufgrund der Arbeitstätigkeit im Ausland und der ausländischen Krankenversicherung, haben Sie keinen Anspruch mehr auf Leistungen über Ihre italienische Gesundheitskarte.
Dies müssen Sie ihrem zuständigen Gesundheitssprengel in Südtirol mitteilen.
Sobald Sie zurückkommen, melden Sie sich wieder an.
Währenddessen sind Sie über die deutsche Krankenversicherung bei Südtirolbesuchen auslandsversichert.

Rente:
bzgl. Rente müssen Sie jetzt nichts machen.
Die Rentenzeiten im EU Ausland werden innerhalb der EU Staaten angerechnet bzw. zusammengezählt. Die Auszahlung erfolgt dann aber nicht über einen Staat, sondern jeder Staat zahlt anteilig die bei ihm erworbenen Zeiten und Gelder an den Rentner aus.
Die Rente wird in dem Land beantragt, in dem man zu Rentenantritt seinen Wohnsitz hat. Falls Sie also zu Rentenbeginn in Italien leben, müssen Sie die deutsche Rente (und alle anderen ausländischen Renten) über das italienische Renteninstitut beantragen.
Die ausländischen Renten werden erst ausgezahlt, wenn auch nach den Kriterien des jeweiligen Staates das Rentenalter erreicht wird unabhängig vom Rentenbeginn im Wohnsitzstaat.
Bei einem Arbeitsverhältnis im Ausland unter einem Jahr wird die ausländische Rente in der Regel nicht getrennt, sondern mit der italienischen Rente ausgezahlt.

Arbeitsregister Südtirol:
Ihre Arbeitstätigkeit im Ausland hat nichts mit Italien zu tun und wird hier auch nicht im Arbeitsregister geführt.

Arbeitslosenmeldung:
Arbeitslos müssen Sie sich in Südtirol melden.

Folgende Schritte sind zu machen:

1. Noch in Deutschland, aber nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses beantragen Sie bei Ihrem deutschen Rentenversicherungsinstitut den U1 - werden Sie nicht gleich bekommen, sondern wird Ihnen nachgeschickt – hier werden die Rentenversicherungszeiten in Deutschland bestätigt und damit der Nachweis, das Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld hätten.
2. In Südtirol lassen Sie sich sofort beim Arbeitsamt in die Arbeitslosenliste eintragen
3. Innerhalb einer Woche nach der Eintragung in die Liste stellen Sie über ein Patronat, z.B. Patronat KVW/ACLI, den Antrag auf Arbeitslosengeld – Antrag rimpatrio (gilt für Personen, die vorher mind. 7 Monate im Ausland gearbeitet haben).

7/20
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
 
  

Auszug aus Geburtsregister - Namensänderung

Auszug aus Geburtsregister - Namensänderung

Ich bin gebürtige Südtirolerin, musste aber bei der Heirat in den 60er Jahren mit einem Franzosen die französische Staatsbürgerschaft annehmen und die italienische Staatsbürgerschaft abgeben. 
Nun muss ich meinen französischen Ausweis erneuern und benötige meine Geburtsurkunde. 
Von der Gemeinde in Südtirol habe ich nun einen Auszug aus der Geburtsurkunde zugeschickt bekommen, der aber nur einen (von meinen zwei) Vornamen enthält und dieser ist in italienischer Sprache. 
Die französischen Behörden machen mir nun Probleme, da sie die Urkunde mit beiden Vornamen, wie sie auch in meinem französischen Ausweis stehen und in deutscher Sprache benötigen. 
Was kann ich tun? 


Beantragen Sie bei Ihrer Geburtsgemeinde die beglaubigte Kopie einer kompletten Abschrift der Geburtsurkunde – keinen Auszug. 
In der Geburtsurkunde sind beide bzw. alle Vornamen enthalten. 
Im Auszug ist nur der amtliche Rufname enthalten. Früher konnte man entscheiden, ob lediglich ein Vorname der Rufname ist und lediglich dieser bei Dokumenten anzugeben ist oder zwei bzw. mehrere Vornamen Rufnamen sind und demzufolge immer beide Namen bei amtlichen Dokumenten anzugeben sind. 
Bei Ihnen ist es so, dass lediglich der erste Name der amtliche Rufname ist. Der zweite ist zwar in der eigentlichen Geburtsurkunde enthalten, wird aber beim Auszug aus dem Geburtsregister nicht vermerkt, da er für amtliche Dokumente in Italien keine Relevanz hat. 

Was die italienische Schreibung Ihres Namens betrifft, war es zum Zeitpunkt Ihrer Geburt in den vierziger Jahren üblich, dass die deutschen Taufnamen auf der Gemeine in italienischer Schreibweise eingetragen wurden. 
Dies können Sie auch jetzt noch ändern lassen, indem wir für Sie einen Antrag auf Namensänderung bei der Generalstaatsanwaltschaft stellen. 

Notwendige Unterlagen: 
- ein ausgefülltes und unterschriebenes Antragsformular, das ich Ihnen zuschicke 
- Kopie eines gültigen Ausweises - unterschrieben mit Datum 
- eine vollständige Abschrift der Geburtsurkunde (bekommen Sie bei Heimatgemeinde in Südtirol) 
- eine Sammelbescheinigung über die Staatsbürgerschaft sowie den Familienbogen (bekommen Sie bei Heimatgemeinde in Südtirol) 
- 2 Stempelmarken in der Höhe von 3,54 Euro (über Trafik in Südtirol erhältlich) 
Diese Unterlagen lassen Sie mir zukommen und ich leite Sie an die Generalstaatsanwaltschaft weiter. 
Bei Genehmigung der Namensänderung wird die Generalstaatsanwaltschaft den Auftrag zur Namensänderung Ihrer Heimatgemeinde zukommen lassen. Diese wird daraufhin den Namen im Geburtsregister umändern. 
Sobald die Änderung vollzogen ist, lassen Sie sich eine beglaubigte Kopie der vollständigen Abschrift der Geburtsurkunde von der Heimatgemeinde zukommen. Ein zweite beglaubigte Kopie muss die Gemeinde in Südtirol an Ihre jetzige Wohnsitzgemeinde in Frankreich schicken. 
Lassen Sie der Gemeinde in Südtirol die entsprechen Postadressen zukommen. 
In der Regel geht die Bearbeitung innerhalb weniger Wochen. 

Rosemarie Mayer

Beerdigung in Südtirol

Beerdigung in Südtirol

Wissen Sie, was im Todesfall eines "AIRE-Südtirolers" im Ausland passiert. Kann das Begräbnis weiterhin in Südtirol stattfinden oder muss dieses in Deutschland stattfinden?
 

Ob man in Südtirol beerdigt werden kann, hängt von der Pfarrei bzw. dem „Platzangebot“ auf dem Friedhof ab, auf dem beerdigt werden soll.
Jedenfalls ist es kein automatisches Recht eines Südtirolers mit Wohnsitz im Ausland in der Heimatgemeinde in Südtirol begraben zu werden. In jedem Fall ist eine Anfrage an die betroffene Pfarrei zu stellen.

Rosemarie Mayer 4/18
 

Einfuhr von KFZ und Hausrat von der Schweiz nach Italien

Einfuhr von KFZ und Hausrat von der Schweiz nach Italien

Ausfuhr Auto/Umzugsgut aus der Schweiz, Einfuhr aus der Schweiz nach Italien
 
Ich möchte demnächst von der Schweiz zurück nach Südtirol ziehen und bräuchte Informationen, was an der Schweizer und Italienischen Grenze bei der Aus- bzw. Einfuhr von Fahrzeug und Umzugsgut zu berücksichtigen ist.
Ich habe mich bereits bei der Führerscheinstelle in Bozen informiert und dort wurde ich an die Landesprüfstelle für Fahrzeuge in Bozen verwiesen. Das Fahrzeug muss zuerst technisch geprüft werden bevor ich es anmelden kann.
Zu dieser Prüfung muss ich die Fahrzeugpapiere, das COC Dokument und die Zoll Bollette vorlegen. Wie und wo bekomme ich diese Zoll Bollette?
 
 
 
Ausfuhr von Auto und Umzugsgut aus der Schweiz / Schweizer Zoll:
- bei der Ausfuhr aus der Schweiz müssen Sie das Auto an der Grenze beim Schweizer Zoll quasi offiziell ausführen.
d.h. Sie müssen den Zollbeamten eine Kopie des Fahrzeugausweises vorweisen, den die Zöllner abstempeln.
- Außerdem müssen Sie auf der Schweizer Seite beim Zoll eine Inventarliste des Umzugsgutes beim Zoll vorlegen und auch diese abstempeln lassen.
 
 
Einfuhr von Auto und Umzugsgut aus der Schweiz nach Italien / Italienischer Zoll:
Damit man Auto und Umzugsgut zollfrei und ohne großen Zeitverlust an der Grenze einführen kann, ist folgendes zu berücksichtigen und beim Grenzübertritt dabei zu haben:
 
- Nachweis über die Abmeldung des Schweizer Wohnsitzes (bekommt man bei der Abmeldung auf der Schweizer Gemeinde)
- Nachweis über die Anmeldung bei der Südtiroler Gemeinde (Meldebescheinigung - bekommt man bei der Anmeldung auf der Südtiroler Gemeinde)
- Auto und Umzugsgut müssen älter als 6 Monate sein
 
Auto:
Sinnvoll bei älteren Autos ist die Abklärung mit der Motorisierungsstelle in Bozen, ob das Auto bzgl. Euronormen den Vorschriften in Italien entspricht. In manchen Fällen macht die Einfuhr sonst keinen Sinn mehr.
 
Für die Einfuhr des Autos benötigen Sie eine Importbollette.
Diese erhalten Sie ausschließlich bei lizensierten Zollspeditionen in Südtirol. Wenden Sie sich bereits vorab an die Spedition, damit Sie die Unterlagen/Bollette bei der Einfuhr bereits beim Zoll vorweisen können.
 
Umzugsgut:
Das restliche Umzugsgut bzw. den Hausrat listen Sie in einer Inventarliste auf.
Es empfiehlt sich, diese Liste bereits vorab an die Grenzstation zu schicken. Die nötigen Kontakte dazu erhalten Sie von der Spedition.
 
So vorbereitet sollte der Grenzübertritt reibungslos und ohne Zeitverlust verlaufen.
 
Rosemarie Mayer
9/20
 
 
 

Heirat im Ausland (standesamtlich) Meldung in Südtirol

Heirat im Ausland (standesamtlich) Meldung in Südtirol

Ich habe im Ausland geheiratet und möchte nun wissen, ob ich dies auch in Südtirol melden muss.

Ja, denn jede Änderung des Personenstandes ist der Heimatgemeinde in Südtirol über das jeweils zuständige italienische Konsulat im Ausland mitzuteilen.
Denn, um in Italien Gültigkeit zu erlangen, muss eine im Ausland geschlossene Zivilehe in der zuständigen italienischen Gemeinde (meist Heimatgemeinde) eingetragen werden.


BENÖTIGTE UNTERLAGEN

  1. Antrag auf Eintragung der Ehe
  2. Original des von der zuständigen österreichischen Behörde ausgestellten Auszuges aus dem Heiratseintrag im mehrsprachigen Format
  3. Meldezettel beider Ehepartner (Bestätigung der Meldung mit Hauptwohnsitz im Ausland)
  4. Kopie eines gültigen Identitätsnachweises (Reisepass oder Personalausweis) beider Ehepartner (inkl. der Seiten, auf der die Unterschriften ersichtlich sind)
Die oben angeführten, für die Eintragung der Ehe benötigten Unterlagen können wie folgt eingereicht werden:
  1. DIREKT bei der italienischen Gemeinde (§12 des DPR 396/2000)
  2. Übermittlung PER POST an die Konsularabteilung der Italienischen Botschaft/Konsulat,
  3. PERSÖNLICH in der Konsularabteilung der Italienischen Botschaft/Konsulat

Andere Formen der Einreichung sind nicht zulässig, da die Unterlagen im Original vorgelegt werden müssen.

Selbst wenn der Konsularabteilung durch die ausländische Gemeinde die Heiratsurkunde übermittelt wird, so obliegt es dem italienischen Staatsbürger, den Antrag auf Eintragung der Ehe wie oben beschrieben zu stellen.

7/20

Heirat in Südtirol - Auifgebot

Heirat in Südtirol - Auifgebot

Mein Partner und ich sind beide italienische Staatsbürger und leben seit  Jahren in Österreich. Wird sind seitdem auch im AIRE Register eingetragen.
Wir werden heuer in Südtirol heiraten. Wir wünschen uns eine kirchliche Hochzeit mit zivilrechtlichen Konsequenzen. Für die rechtliche Hochzeit haben wir mittlerweile einen Antrag im Konsulat von Wien gestellt. Wir haben die Information erhalten, dass wir das kirchliche Aufgebot auch über das Konsulat in Wien laufen lassen müssen. In Wien wurde uns jedoch gesagt, dass der Antrag über die Heimatgemeinde läuft. Die Heimatgemeinde jedoch sagt, dass alles über das Konsulat in Wien läuft.
Wir wissen jetzt nicht weiter, wo wir den Antrag stellen sollen. Können Sie uns die Frage vielleicht beantworten?
 

Das Aufgebot ist üblicherweise in der/n Wohnsitzgemeinden des Paares aufzuschlagen.
Nachdem Sie beide den Wohnsitz im Ausland haben, aber in Italien heiraten wollen, ist dafür das italienische Konsulat zuständig.
In Ihrem Fall gibt es ja keine Trennung zwischen zivilrechtlichem und kirchlichem Aufgebot.
Siehe hier 
 
Ich gehe davon aus, dass das Konsulat in Bezug auf das kirchliche Aufgebot weniger die Heimatgemeinde, sondern vielmehr die Heimatpfarrei meint. Denn bei kirchlichen Ehen ist das Aufgebot auch beim Pfarrer zu stellen. Aber da kann Ihnen sicher der Pfarrer weiterhelfen.

Die Dokumente über die erfolgte Trauung müssen Sie anschließend beim Konsulat einreichen.
 
Rosemarie Mayer
6/2021

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Heirat in Südtirol - ausländischer Staatsbürger

Heirat in Südtirol - ausländischer Staatsbürger

Mein Partner und ich würden gerne nächstes Jahr in Südtirol heiraten.
Da ich gebürtig aus Südtirol bin, wäre es mein Traum, mich in Südtirol trauen zu lassen.
Mein Partner und ich besitzen keine italienische Staatsbürgerschaft und haben unseren Wohnsitz im Ausland. Wir sind damit in keiner Südtiroler Gemeinde gemeldet.
Gibt es für uns die Möglichkeit in Südtirol zu heiraten und wenn ja, was ist alles zu beachten?
 
Folgendes ist bei einer Heirat in Südtirol von Nicht Italienischen Staatsbürgern mit Wohnsitz im Ausland zu beachten.

Dokumente, die benötigt werden:
1. Ehefähigkeitszeugnis ausgestellt von der Wohnsitzgemeinde - darf nicht älter als 6 Monate sein (enthält Informationen zum Zivilstand – ledig, verwitwet, geschieden (wann die Scheidung rechtskräftig wurde)
2. Internationaler Geburtsauszug beider Partner mit Elternangabe
3. Erklärung des Einwohnermeldeamtes über Wohnsitz, Staatsbürgerschaft und Zivilstand (internationaler Auszug!)
4. Personalausweis
5. Personalausweis der Trauzeugen
 
Nehmen Sie mit dem Standesamt, in dem die Trauung stattfinden soll rechtzeitig Kontakt auf und klären ab, ob der Wunschtermin frei ist und ob Kosten anfallen (wird unterschiedliche gehandhabt) Grundsätzlich gilt, dass man in der Gemeinde heiraten darf, in der man als Gast für den Zeitraum der Eheschließung untergebracht ist.

In den meisten Gemeinden kann man nur im Gemeindeamt heiraten, da dies die einzig eingetragene öffentliche Amtsstube ist. In machen Gemeinden gibt es allerdings auch Ausnahmen. Z.B. kann man in Bruneck kostenpflichtig auch auf Schloss Bruneck heiraten.

Bei einer Heirat in Italien ist zu berücksichtigen:
Sie werden laut italienischem Gesetz getraut und dies bedeutet eigentlich auch, dass bei einer Scheidung das italienische Gesetz greift (letzteres wird in der Praxis aber eher selten so gehandbabt)).
Die Braut muss seit mindestens 300 Tagen freien Standes sein (d.h. seit mindestens 300 Tagen geschieden), ansonsten kann die Ehe nicht eingegangen werden.
Es dürfen weder Hindernisse der Verwandtschaft, Schwägerschaft, Annahme als Kind bzw. Pflegekind oder anderer Hindernisse im Sinne der Art. 85. 86, 87 und 88 des italienischen Bürgerlichen Gesetzbuches (codice civile) bestehen.
Dies muss das Brautpaar beim Standesamt der Gemeinde in Südtirol in einem Protokoll vor dem Standesbeamten erklären und unterzeichnen.
Trauungen finden in den Amtssprache statt, also deutsch/italienisch oder einer von beiden.
Die Urkunden müssen in beiden Sprachen unterzeichnet werden.
Nach der Trauung erhält das Brautpaar einen internationalen Trauschein.
Die Trauung muss der jeweiligen Wohnsitzgemeinde mitgeteilt werden.
Das Standesamt in Südtirol übermittelt den Trauungsakt an die jeweiligen Behörden wie z.B. Konsulat, Geburtsgemeinde und Wohnsitzgemeinde, um eine flächendeckende Information und die Eintragung des Ehestandes auch im Ausland zu garantieren.

7/20 
Südtiroler in der Welt

  

Heirat (kirchlich) in Südtirol trotz Kirchenaustritt im Ausland

Heirat (kirchlich) in Südtirol trotz Kirchenaustritt im Ausland

Kirchliche Heirat in Südtirol bei Kirchenaustritt in Deutschland

Ich wohne mit meiner Südtiroler Freundin seit Jahren in München und möchte auf Grund der Kirchensteuer aus der katholischen Kirche in Deutschland austreten. Viele Infos dazu habe ich schon auf Ihrer Homepage gefunden, allerdings blieb eine Frage offen: dürfen wir problemlos kirchlich in Südtirol heiraten, d.h. dürfen wir unseren Hochzeitsort auch außerhalb unseres Wohnlandes (Deutschland) frei wählen?
 
Sie können kirchlich durchaus außerhalb Deutschlands heiraten.
Einer kirchlichen Heirat in Südtirol steht auch nichts im Wege, trotz dass Sie in Deutschland aus der Kirche austreten werden.
Sofern man erst nach 2010/2011 aus der Kirche aus Steuergründen ausgetreten ist, bleibt man in Südtirol vollwertiges Mitglied der katholischen Kirche mit allen Rechten und Pflichten.
 
Für die kirchliche Heirat in Südtirol benötigt man in der Regel (vom trauenden Pfarrer in Südtirol bestätigen lassen):
 

  • Ehefähigkeitszeugnis
Die Eheerlaubnis oder das Ehefähigkeitszeugnis erhalten Sie in Ihrer aktuellen Wohnsitzgemeinde.
Unsere Erfahrung ist, dass die meisten Dokumente von Land zu Land unterschiedlich bezeichnet werden bzw. teils auch so nicht vorhanden sind.
Inhalt dieses Zeugnisses ist eine Bestätigung der Gemeinde, dass Sie aufgrund Ihres Zivilstandes berechtigt sind, eine Ehe einzugehen.
Wenn die standesamtliche Trauung bereits länger vor der kirchlichen Trauung erfolgt ist, kann es sein, dass von der Ehefähigkeit abgesehen wird, da diese ja bereits für die standesamtliche Trauung überprüft worden ist.
-           Bestätigung der erfolgten standesamtlichen Heirat. Im Rahmen der Hochzeit erhalten Sie von der Gemeinde, in der Sie standesamtlich heiraten eine Bestätigung der Trauung. Davon benötigen Sie eine Kopie.
-           Taufzeugnisse von Ihnen und Ihrer Freundin
-           Außerdem müssen Sie einen Brautleutekurs machen bzw. mit einem Priester Gespräche mit Braut und Bräutigam führen – das sog. Brautexamen.
Am besten wenden Sie sich an den Pfarrer Ihrer jetzigen Wohnsitzgemeinde in Deutschland.
Dieser kann Ihnen bestätigen, welche Dokumente benötigt werden und kann mit Ihnen die nötigen vorbereitenden Gespräche/Brautexamen führen, sodass sie für diese nicht extra nach Südtirol fahren müssen.
Diese Bestätigungen können über den deutschen Pfarrer an die Diözese Bozen Brixen weitergeleitet werden, die dann die Erlaubnis ausstellt, dass Sie (trotz Austritt in Deutschland) in Südtirol kirchlich heiraten dürfen.
Sollten Sie allerdings beide aus der Kirche in Deutschland ausgetreten sein, kann es sein, dass sich der deutsche Pfarrer weigert, die Vorbereitung mit Ihnen zu machen.
In diesem Fall wenden Sie sich bzgl. der vorbereitenden Gespräche an den Pfarrer Ihrer letzten Wohnsitzgemeinde in Südtirol. Dann ist mit diesem das Brautexamen zu machen.
Sollten weitere Fragen sein, bin ich gerne für Sie da.
Bei Problemen können Sie sich an den Direktor des Eheamtes der Diözese Bozen Brixen Pater Alois Hillebrand 0471 306204 wenden.
 
 
Die standesamtliche Heirat müssen Sie wie jede andere Änderung des Personenstandes (auch Geburten von Kindern sind mitzuteilen) und Adressänderung dem zuständigen italienischen Konsulat (Möhlstraße - München) in Deutschland mitteilen. Die Änderung wird dann auch in Ihrer Südtiroler Heimatgemeinde verzeichnet.
Kinder hätten dann auch die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft (D und ITA).
 
7/20
 Rosemarie Mayer

italienisches Außenministerium

italienisches Außenministerium

Auf der Seite "italiani nel mondo" des italienischen Außenministeriums finden Sie aktuelle Berichte für Auslandsitaliener sowie Informationen betreffend die konsularischen Dienste der italienischen Vertretungen im Ausland.
 

italienische Vertretungen im Ausland - Konsulate - Botschaften

italienische Vertretungen im Ausland - Konsulate - Botschaften

Hier finden Sie alle italienischen Konsulate und Botschaften weltweit.
 

Kirchensteuer/Kirchenabgabe in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Kirchensteuer/Kirchenabgabe in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Welche Auswirkungen hat es auf meine Kirchenzugehörigkeit in Italien, wenn ich aus steuerlichen Gründen aus der Kirche in Deutschland austrete?

Wenn Sie rein aus steuerrechtlichen Gründen, nicht aber aus Glaubensgründen aus der Kirche in Deutschland (gleiches gilt auch für Österreich und Schweiz) austreten, hat das für Sie keine Folgen auf die Kirchenzugehörigkeit in Italien. Sie bleiben hier in Italien ein vollwertiges Mitglied der katholischen Kirche. Damit soll den Betroffenen die Möglichkeit gegeben werden, einen Unterschied zwischen einem steuerlichen und einem moralischen Austritt zu machen. 

Folgende Schritte sind dazu nötig: 
Sie erklären beim Standesamt Ihrer deutschen Wohnsitzgemeinde, dass Sie aus der Kirche austreten möchten. 
Daraufhin werden Sie in Deutschland von der Zahlung der Kirchensteuer befreit. 
Das deutsche Standesamt leitet die Mitteilung über den Kirchenaustritt an die Diözese Bozen Brixen weiter. Diese nimmt daraufhin per Post Kontakt mit Ihnen auf (kann etliche Monate dauern) und fordert Sie auf ein mitgeschicktes Formular (u.a. über die Gründe des Kirchenaustritts) auszufüllen und zurückzuschicken. 
Sofern Sie bestätigen, lediglich aus Steuergründen, nicht aber aus Glaubensgründen aus der Kirche in Deutschland ausgetreten zu sein, bleiben Sie in Italien ein vollwertiges Mitglied der katholischen Kirche mit allen Rechten und Pflichten. In Deutschland hingegen können Sie keine kirchlichen Rechte mehr wahrnehmen. 
Wenn Sie hingegen aus Glaubensgründen aus der Kirche austreten und dies auch gegenüber der Diözese Bozen Brixen vertreten, gelten Sie auch in Italien als ausgetreten, und dies wird im Taufbuch vermerkt. 

Bis vor wenigen Jahren wurde dies anders gehandhabt. 
Da brachte ein Austritt aus der deutschen Kirche automatische einen Austritt aus der italienischen Kirche mit sich. 
Falls ein Betroffener Interesse hat, wieder in die katholische Kirche in Italien aufgenommen zu werden, kann er dies jederzeit machen. Einer Wiederaufnahme steht nichts im Wege. Dazu wendet man sich am besten an die Heimatpfarrei in Südtirol. 

7/20
Rosemarie Mayer

Kirchenaustritt in der Schweiz

Kirchenaustritt in der Schweiz

Ich bin Katholik und möchte in die Schweiz ziehen.
Ich habe nun gehört, dass man in der Schweiz eine Kirchensteuer entrichten muss.
Wie kann ich dem von Anfang an entgehen?
Ich habe auch Ihrer Internetseite
www.kvw.org/suedtiroler-welt gelesen, dass ich in Südtirol Mitglied der Kirche bleiben kann.
Wie geht das?

 
Konsequenzen des Austritts
Generell ist es so, dass die Kirche in Italien die Kirchensteuer bzw. Kirchenabgabe in der Schweiz, Österreich und Deutschland nicht begrüßt.
Aus diesem Grund akzeptiert u.a. auch die Diözese Bozen Brixen einen Kirchenaustritt in den genannten Ländern, sofern er ausschließlich aus steuerlichen Gründen erfolgt.
Die Konsequenz ist, dass man in Südtirol dann nach wie vor Mitglied der katholischen Kirche mit allen Rechten und Pflichten bleibt. Im neuen Wohnsitzland ist man dann kein Mitglied mehr und kann in diesem Land nicht mehr heiraten, ein Patenamt übernehmen,…
Kirchenaustritt wie:
Sie können der Kirchensteuer in der Schweiz von Anfang an entgehen, indem Sie auf dem Meldeformular der Schweizer Gemeinde bei der anzukreuzenden Konfession „konfessionslos“ eintragen.
Bei Personen, die bereits länger in der Schweiz leben und sich einer Konfession zugehörig erklärt haben, ist auch ein nachträglicher Austritt möglich.
Das entsprechende Austrittsscheiben ist an die zuständige Pfarrgemeinde zu richten.
In der Regel reicht es, wenn das Schreiben folgende Inhalte enthält:

  • Name
  • Anschrift
  • derzeitige Konfession
  • Geburtsdatum und –ort
  • Taufdatum und –ort
  • kurze Begründung (nicht verpflichtend)

In den meisten Kantonen reicht die handschriftliche Unterschrift aus – im Kanton St. Gallen hingegen benötigen Sie eine amtlich beglaubigte Unterschrift, die Sie auf der Gemeinde erwirken können.
Versenden Sie den Brief mittels Einschreiben.
Zusätzlich empfehlen wir, eine Kopie des Schreibens auch an das Steueramt der Wohnsitzgemeinde zu schicken.
Die Kirchensteuer wird bis zum Datum des Austrittsschreiben anteilsmäßig auf das Jahr berechnet.
Sollten Sie einen Brief mit Rückfragen zum Austritt erhalten, sei es von Seiten der Schweizer Kirche als auch von der Diözese Bozen Brixen, so teilen Sie mit, dass Sie ausschließlich aus steuerlichen Gründen aus der Kirche austreten.
Nur mit dieser Begründung blieben Sie in Südtirol Mitglied der katholischen Kirche.
 
6/20
Rosemarie Mayer 
Südtiroler in der Welt
 
 

Mutterschaftsgeld in Deutschland

Mutterschaftsgeld in Deutschland

Ich arbeite und lebe seit einem Jahr in Deutschland. Nun bin ich schwanger und möchte in Deutschland das Mutterschaftsgeld beantragen. Doch in Deutschland sagt man mir, dass ich dazu mindestens 36 Monate in die Rentenkasse eingezahlt haben muss. In Italien habe ich vor meinem Umzug ins Ausland bereits gearbeitet.
Kann ich diese Zeit in Deutschland anrechnen lassen, um auf die 36 geforderten Monate zu kommen? Und was muss ich diesbezüglich machen?

Als berufstätige Schwangere hat man in Deutschland Anspruch auf Mutterschaftsgeld.

In einigen Mitgliedstaaten der EU und der Schweiz sind Leistungen bei Krankheit, Mutterschaft, ... an die Zurücklegung bestimmter Versicherungs-, Beschäftigungs- und Wohnzeiten geknüpft. Je nach Land und Leistung können diese zwischen einigen Monaten und Jahren variieren.
So muss der Versicherte in Deutschland nachweisen, dass er in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung (zu der auch eine Schwangerschaft gehört) mindestens 36 Monate Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hat.
Kann der Betreffende diese bestimmte Zeit im derzeitigen Beschäftigungsstaat nicht vorweisen, werden die Versicherungs-, Beschäftigungs- und Wohnzeiten, die bereits in anderen EU Mitgliedstaaten oder der Schweiz zurückgelegt wurden, zusammengerechnet. Damit wird gewährleistet, dass Personen, die ihre Stelle wechseln und sich in einen anderen Staat begeben, weiterhin anspruchsberechtigt sind.

Dazu benötigt man das Formular E 104 (Bescheinigung über die Zusammenrechnung von Versicherungs-, Beschäftigungs- oder Wohnzeiten)
Zu diesem Zweck stellt der Betreffende einen Antrag bei dem/den zuletzt geltenden Versicherungsträgern. Diese füllen den entsprechenden Teil im Vordruck aus und übersenden sie dem Versicherten. Dieser muss wiederum die Bescheinigung dem nun zuständigen Versicherungsträger vorlegen, damit dieser die Zeiten berücksichtigen kann. Teilweise wird dieser Vorgang auch vom Versicherungsinstitut des derzeitigen Beschäftigungsstaates selbst übernommen.

In Italien muss das Formular E104 von der INPS bzw. dem letzten zuständigen Versicherungsinstitut ausgefüllt werden.
 
Rosemarie Mayer

Öffentlicher Wettbewerb

Öffentlicher Wettbewerb

Darf man an einem öffentlichen Wettbewerb für eine Landesstelle in Südtirol teilnehmen, wenn man den Hauptwohnsitz in Österreich hat und in die AIRE Liste eingetragen ist?
 
Für italienische Staatsbürger mit Wohnsitz im Ausland, eingetragen in die AIRE Liste, ist es in der Regel durchaus möglich, an Wettbewerben für öffentliche Stellen in Südtirol teilzunehmen.
 
Für die Zulassung zu den einzelnen Wettbewerben gelten folgende Voraussetzungen:

a) Besitz der italienischen Staatsbürgerschaft
b) Vollendung des 18. Lebensjahres
c) Genuss der politischen Rechte
d) Körperliche und geistige Eignung
e) Erklärung über die Zugehörigkeit zu oder Angliederung an eine Sprachgruppe.
Ausnahme: Personen, die nicht in der Provinz Bozen ansässig sind und diesen Umstand im Antragsformular angeben: siehe den folgenden Art. 5 bis.
Diese haben das Recht, bis zu Beginn der ersten Wettbewerbsprüfung die Erklärung über die Zugehörigkeit oder Angliederung zu einer der drei Sprachgruppen abzugeben und die entsprechende Bescheinigung vorzulegen.
f) Besitz des Zweisprachigkeitsnachweises, der in der Ankündigung des Wettbewerbs verlangt wird
g) Besitz des Studien- oder Berufstitels, der in der Ankündigung des Wettbewerbs verlangt wird
 
Details sind im Dekret des Direktors der Personalabteilung Nr. 7124/2017 nachzulesen.
Insbesondere in Art.3 und 5 bis.
 
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt 11/19
 
 

Praktikum in Südtirol

Praktikum in Südtirol

Ich bin die Tochter eines Südtirolers im Ausland und lebe und studiere in Deutschland. Im Rahmen meines BWL Studiums muss ich ein 2 oder auch mehrmonatiges Praktikum machen, was ich gerne in Südtirol umsetzen würde. Am Günstigsten wäre ein Praktikum in einer Bank. Können Sie mir sagen, an wen ich mich diesbezüglich wenden kann und welche Schritte nötig sind? 

Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit in Südtirol ein Praktikum zu machen. Als Universitätsstudentin ist die Höchstdauer des Praktikums 6 Monate (Minimum 2 Wochen), wobei dies bei entsprechendem Antrag auch verlängert werden kann. 

Der Ablauf ist folgender: 
Sie müssen selbst bei einer Bank oder einem anderen von Ihnen gewünschten Arbeitgeber um ein Praktikum anfragen. Daraufhin müssen Sie bzw. der künftige Praktikumsplatz ein Antragsformular an den Arbeitsservice (ehemaliges Arbeitsamt) schicken, der das Praktikum genehmigt. Das Praktikum darf erst begonnen werden, wenn die Genehmigung von Seiten des Arbeitsservice vorliegt. 

Es gibt bereits Arbeitsfelder, bei denen ein Praktikum sofort genehmigt wird und andere Berufsfelder, die bis jetzt noch nicht als Praktikum angesucht wurden und deshalb erst noch auf die Praktikumstauglichkeit geprüft werden müssen (dies dauert ca. 2 Wochen). Nach der Genehmigung durch den Arbeitsservice bekommt der Arbeitgeber eine Kopie des Abkommens, der wiederum eine Kopie an den Praktikanten weiterleiten muss. Für bereits bestehende Berufsfelder gibt es bereits fertige Antragsformulare (z.B. Formular für Bürofachkraft), für neue gibt es ein individuelles Formular, in dem der Arbeitsbereich genau beschrieben werden muss. Das Berufsfeld müssen Sie mit Ihrem Arbeitgeber klären. 

Weitere Informationen und die jeweiligen Formulare (individuelle und bereits bestehende Berufsfelder) finden Sie unter www.provinz.bz.it/arbeit/formulare 
und bei der Zentralstelle des Arbeitsservice: 
Leonardo-da-Vinci-Str. 7 
39100 Bozen 
Tel. 0471/412730-38 
as@provinz.bz.it 

Neben dem Formular benötigt der Arbeitsservice auch eine Studienbescheinigung und eine Fotokopie des Personalausweises von Ihnen.
 
Rosemarie Mayer

 

RAI Fernsehgebühren Befreiung

RAI Fernsehgebühren Befreiung


RAI Fernsehgebühren über die Stromrechnung

Durch das Stabilitätsgesetz 2016 kann die RAI-Fernsehgebühr nicht mehr wie üblich vom Abonnenten direkt an den Staat gezahlt werden, sondern wird über die Stromrechnung eingezogen.
Seit 1. Januar 2016 wird der Besitz von mindestens einem Fernsehgerät angenommen, sobald ein Stromanschluss besteht.
Die Fernsehgebühr wird jährlich stillschweigend erneuert.
Die Gebühr wird zu Lasten der Person in Rechnung gestellt, auf die die Stromrechnung lautet.


Der Betrag von 90 Euro wird seit 2017 auf Monatsraten verteilt.

 
Befreiung von der Gebühr
Grundsätzlich muss jede Person, die ein Fernsehgerät besitzt, die Abgabe zahlen.
Folgende Personen sind allerdings von der Zahlung befreit:

  • Personen, die kein Fernsehgerät besitzen
  • Personen, die nur einen Computer, ein Tablet oder Smartphone ohne Funkempfangsgerät besitzen, oder auch nur ein oder mehrere Radiogeräte, die nicht für den Empfang von Funksendungen geeignet oder aufrüstbar sind. Daraus folgt, dass Computer, die den Empfang von Radio- oder Fernsehsendungen nur über das Internet ermöglichen, aber nicht digital-terrestrisch oder über Satellit empfangen können, sowie die älteren analogen Geräte (sofern kein Decoder angeschlossen ist) nicht gebührenpflichtig sind.
 
Wie befreit man sich?

Folgendes Formular ist entsprechend der Benutzerhinweise auszufüllen. Insbesondere müssen Personen, die den Nichtunterhalt eines Fernsehgerätes erklären, Übersicht (Quadro) A ausfüllen. Die Erklärung muss dann unterzeichnet und zusammen mit der Kopie eines Personalausweises eingereicht werden.

Für das Jahr 2019 ist der Antrag zwischen 1. Juli 2018 bis 31. Januar 2019 einzureichen. Wobei wir empfehlen, den Antrag bis spätestens 1. Dezember 2018 eingereicht zu haben.

auf telematischem Wege, über den Fisconline- oder Entratel-Zugang auf der Seite der Agentur der Einnahmen;

auf dem Postweg mit einem Einschreiben ohne Briefumschlag (die Seiten sind also einseitig auszudrucken, zu falten, an den beiden Rändern ist das Bündel mit Klebestreifen zu verschließen, und die Adresse wird auf der weißen Rückseite des Bündels angegeben) an die folgende Adresse:

Agenzia delle entrate 
Ufficio Torino 1
Sportello abbonamenti TV
Casella postale 22
10121 - Torino
 
Um die Befreiung muss jedes Jahr erneut angesucht werden.


Informationen:
Für Informationen hier die kostenlose Grüne Nummer der Rai: 800938362
oder aus dem Ausland: 0039 0687408198 (Mo-Sa, 9-21 Uhr) allerdings kostenpflichtig

7/20 
Rosemarie Mayer 

RAI Fernsehgebühren nicht auf Stromrechnung

RAI Fernsehgebühren nicht auf Stromrechnung

Stromrechnung ohne Fernsehgebühr

Ich habe eine kleine Wohnung in Südtirol, die ich in den Ferien nutze. Dort habe ich auch einen Fernseher.
Auf meiner Stromrechnung ist aber noch nie ein Abzug für die Fernsehgebühren gewesen. Nun hat man mir auf der Gemeinde gesagt, dass das auch so in Ordnung ist und ich für die Zweitwohnung von der Fernsehgebühr befreit bin.


Bei so manchem Südtiroler in der Welt, der in Südtirol eine Immobilie mit einem Fernsehgerät besitzt, wurde die Fernsehgebühr nicht einbehalten.
Aber Achtung, das heißt nicht automatisch, dass Sie von der Zahlung befreit sind.

Generell gilt:
 Laut Gesetz vom 28. Dezember 2015, Nr. 208 (sog. “Stabilitätsgesetz 2016”) gilt seit 2016 die Annahme, dass jede Person, die an ihrem Hauptwohnsitz – d. h. der Wohnung, in der sie ihren meldeamtlichen Wohnsitz hat – Strom bezieht, im Besitz eines Fernsehapparates ist.
Das Stabilitätsgesetz sieht auch vor, dass Inhaber eines Stromlieferungsvertrages zur Zahlung der RAI-Fernsehgebühr über die Stromrechnung verpflichtet sind.
Die Agentur der Einnahmen übermittelt an alle Stromversorgungsunternehmen eine Liste der steuerpflichtigen Abnehmer. Gemäß dieser Mitteilung stellen die Unternehmen den entsprechenden Betrag für die Fernsehgebühr in Rechnung.
Jede Person, die im Besitz eines Fernsehgeräts ist, ist zur Zahlung der Fernsehgebühr verpflichtet.
Die Gebühr wird nur einmal in Rechnung gestellt, und zwar für alle Fernsehgeräte im Besitz der gemeldeten Familienmitglieder, auch für Zweitwohnungen. Familien müssen also nicht für jeden einzelnen Fernseher bezahlen und auch nicht für mehrere Wohnungen.
 
ABER: Fälschlicherweise wird leider immer wieder verkürzt mitgeteilt, dass Zweitwohnungen generell von der Fernsehgebühr befreit sind.
Dies ist nur der Fall, wenn man eine weitere Wohnung in Italien besitzt und für diese bereits die Stromgebühr zahlt, dann ist man für die Zweitwohnung von der Gebühr befreit.
D.h. wenn Ihre Ferienwohnung die einzige Immobilie in Italien ist, die Sie besitzen, dann sind Sie sehr wohl zur Zahlung der Fernsehgebühr verpflichtet.
 
Zahlung über die Stromrechnung:
In der Regel erfolgt die Bezahlung der Gebühr mittels automatischer Belastung in der Stromrechnung des jeweiligen Stromlieferanten.
 
Einige Stromlieferanten haben allerdings keinen Einbehalt über die Stromrechnung vorgenommen.
Fragen Sie bei Ihrem Stromlieferanten nach, wie dies gehandhabt wird.
 
Zahlung mittels Formular F24:
Wird die Fernsehgebühr nicht über den Stromlieferanten einbehalten, so muss der
Steuerpflichtige die Zahlung eigenständig über den Zahlungsvordruck F24 bis 31. Januar eines jeden Jahres durchführen.
Dies kann online (sofern man ein Konto in Italien hat) oder bei jeder Bank und Post in Italien gemacht werden.
Bei Einzahlung mittels F24 ist der Betrag von 90 Euro im Bereich "Erario - Staatssteuern"
anzugeben. Das entsprechende Bezugsjahr ist anzugeben.
Die in den Vordruck einzutragenden Abgabekode lauten „TVRI“ (Erneuerung des Fernsehabonnements) und „TVNA“ (neues Fernsehabonnement).
 
Wer zwar zur Zahlung verpflichtet wäre, aber weder über die Stromrechnung noch über den F24 die Fernsehgebühr entrichtet hat, sollte dies nachholen.

Unterlassene Zahlung:
Für eine unterlassene Zahlung der RAI-Fernsehgebühr werden Verwaltungsstrafen eingehoben.
 
Befreiung von der Fernsehgebühr:
Sofern man kein Fernsehgerät besitzt kann bei der Agentur der Einnahmen eine Ersatzerklärung eingereicht werden, mit der Sie bescheinigen, dass Sie kein Fernsehgerät besitzen. Die Ersatzerklärung ist auf den Internetseiten www.agenziaentrate.gov.it und www.canone.rai.it abrufbar und ist jedes Jahr aufs Neue zu übermitteln.
Die Ersatzerklärung darf nicht dem eigenen Stromlieferanten vorgelegt werden.
 
Der Antrag für 2021 kann von 1. Juli 2020 bis 31. Januar 2021 eingereicht werden.
 
Rückerstattung der Fernsehgebühr
Wurde bei Ihnen irrtümlich die Fernsehgebühr abgezogen, so können Sie um Rückerstattung ansuchen. Das Gesuch kann telematisch – mittels der eigens dafür vorgesehenen Web-Anwendung - vom Inhaber des Stromlieferungsvertrages, von dessen Erben oder von den bevollmächtigten Vertretern eingereicht werden.

Andernfalls kann das Gesuch um Rückerstattung, mit der Kopie eines gültigen Erkennungsausweises versehen, mittels Einschreiben an folgende Adresse übermittelt werden:
 
Agenzia delle Entrate - Direzione Provinciale 1 di Torino - Ufficio di Torino 1 – Sportello abbonamenti TV – Casella Postale 22 – 10121 Torino.
Das Formular ist auf der Internetseite der Agentur der Einnahmen und auf jener der RAI abrufbar.
 
Obiges Gesuch darf nicht beim eigenen Stromlieferanten eingereicht werden.
 
Zusätzliche Details kann man der Internetseite Canone Rai entnehmen.


7/20
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
 

Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung

Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung

Unsere Tochter wohnt im Elternhaus meines Mannes in Südtirol und arbeitet dort in einem Pflegeheim. Vor kurzem wollte sie am Wettbewerb zur Besetzung einer öffentlichen Stelle als Pflegehelferin teilnehmen. Sie wurde aber nicht zugelassen, weil ihr eine gültige Bescheinigung über die Zugehörigkeit zu einer Sprachgruppe fehlte. Sie hat daraufhin sofort im September die Sprachgruppenzugehörigkeit abgegeben. Allerdings wird diese erst im März 2011 rechtskräftig. Warum muss sie jetzt so lange warten und wieso kann ein solcher „Formfehler“ so große Auswirkungen haben?

Heimatferne, die aus dem Ausland in ihre Heimat, zurück kehren, müssen innerhalb eines Jahres die Erklärung der Zugehörigkeit zu einer Sprachgruppe abgeben, sofern sie bestimmte Rechte in Anspruch nehmen wollen. Dazu gehören beispielsweise das Ansuchen um Wohnbauförderung und unter Anderem auch die Teilnahme an öffentlichen Wettbewerben. 

Die Gemeinde schickt der betreffenden Person eine Aufforderung zur Abgabe der Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung, welche auch eine Frist beinhaltet. Wird die Erklärung innerhalb diesen Zeitraums abgegeben, so ist sie sofort wirksam. Falls der Termin nicht eingehalten wird, sieht der Gesetzgeber eine Wartezeit von 18 Monaten vor und genau dies ist bei Ihrer Tochter der Fall. Die Konsequenz der nicht fristgerechten Erklärung sind für Ihre Tochter weit reichend, denn sie kann weder um einen Mietbeitrag ansuchen noch zur Zweisprachigkeitsprüfung antreten und das Wichtigste: Sie kann bei keinem Wettbewerb für eine Stelle im öffentlichen Bereich antreten. Daher ist es überaus wichtig, die Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung unmittelbar nach Übersiedlung abzugeben. 
 
7/20
Rosemarie Mayer

SPID Behördengänge online

SPID Behördengänge online

SPID für Südtiroler mit Wohnsitz im Ausland

Ich wohne in Österreich.
Da ich in Südtirol mein Elternhaus besitze, muss ich jedes Jahr eine Steuererklärung machen.
Bei meiner letzten Steuererklärung beim KVW, zu der ich eigens nach Südtirol fahren musste, habe ich gefragt, ob ich die Steuererklärung auch online machen könne.
Man hat mir gesagt, dazu müsste ich einen SPID machen.
Dies wollte ich auch tun, das scheiterte damals aber daran, dass ich keine Steuernummer mit hatte, vielleicht diese gar nicht mehr habe.
Man sagte mir auf der Post, ich könnte eine Gesundheitskarte ausstellen lassen.
Nun weiß ich nicht, ob das für mich (Pensionist, Wohnsitz Österreich, ultima residenza in Südtirol) geht und sinnvoll ist.

 
Den SPID können Sie auch als Italiener mit Wohnsitz im Ausland beantragen.

WO
Sie können diesen kostenlos bei der Handelskammer in Bozen oder den Außenstellen ausstellen lassen oder über spezielle Portale online beantragen.
Wenn Sie den SPID über die Handelskammer beantragen, erhalten Sie auch weiterhin bei Problemen rund um den SPID eine Betreuung.

WIE
Sie benötigen:

  • Steuerkarte – da Sie keine Steuerkarte haben, können Sie diese über Ihr zuständiges italienisches Konsulat oder direkt bei der Agentur der Einnahmen beantragen. Jeder italienische Staatsbürger hat eine Steuernummer. 
  • anstelle der Bürgerkarte bzw. Gesundheitskarte, die die Ansässigen benötigen, brauchen Sie eine CNS Karte– diese stellt die Handelskammer für 25 Euro aus. Die CNS hat die gleiche Funktion wie die Bürgerkarte
  • Gültiger italienischer Ausweis (Identitätskarte oder Reisepass)
  • Smartphone
  • Optimalerweise eigenes Email Postfach
Für die Ausstellung des SPID und der CNS Karte benötigt man bei der Handelskammer in Bozen keinen Termin. In den Außenstellen hingegen schon.
 
WAS
SPID ist ein öffentliches System digitaler Identitäten (Sistema Pubblico di Identità Digitale) zur Nutzung von Online-Diensten. auf Landes- und auf Staatsebene.

DIENSTE
Derzeit können zahlreiche Dienste mit SPID in Anspruch genommen werden, hier eine aktuelle Auswahl: NUTZUNG
Mit SPID können Sie mit allen Geräten (Computer, Tablet oder Smartphone) und ortsunabhängig auf die Online-Dienste der öffentlichen Verwaltung zugreifen.

Mehr Information unter: https://my.civis.bz.it/public/de/spid.htm
 
Rosemarie Mayer
9/20
 

Staatsbürgerschaft doppelte - Italien Deutschland

Staatsbürgerschaft doppelte - Italien Deutschland

Ist es möglich, in Italien sowie in Deutschland zwei Staatsbürgerschaften zu haben.
Ich habe bis jetzt „nur“ die italienische und bin seit 41 Jahren mit erstem Wohnsitz in Deutschland.
 
Seit 2002 bzw. 2004 ist es in Deutschland möglich, die deutsche UND die italienische Staatsbürgerschaft zu haben, ohne eine der beiden Staatsbürgerschaften abgeben zu müssen.
Sie können sich zur Beantragung direkt an die zuständige deutsche Behörde (in der Regel sind das die Landratsämter bzw. Kreisverwaltungsreferate) wenden.
Dort wird man Ihnen alle Details zum Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft mitteilen.
 
Voraussetzungen zur Einbürgerung sind u.a.:
unbefristetes Aufenthaltsrecht in Deutschland
seit mindestens acht Jahren gewöhnlich und rechtmäßig in Deutschland - diese Zeit verringert sich, wenn der Ehepartner deutscher Staatsbürger ist - sog. Ermessenseinbürgerung
Sicherung des  Lebensunterhalts für sich und Familienangehörige ohne Sozialhilfe und Arbeitslosengeld
ausreichende Deutschkenntnisse
Einbürgerungstest über die deutsche Rechts- und Gesellschaftsordnung
Keine Verurteilung wegen einer Straftat
Bekenntnis zum deutschen Grundgesetz
 
In der Regel wird bei der Einbürgerung eine Gebühr von 255 Euro fällig.
 
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt

Staatsbürgerschaft durch Eheschließung mit italienischen Staatsbürgern

Staatsbürgerschaft durch Eheschließung mit italienischen Staatsbürgern

Der ausländische und im Ausland ansässige Ehegatte eines italienischen Staatsangehörigen kann drei Jahre nach der Eheschließung oder drei Jahre nachdem letzterer die italienische Staatsangehörigkeit erworben oder zurückerworben hat, seine Einbürgerung in Italien beantragen. Haben die Ehegatten leibliche oder adoptierte Kinder so halbiert sich diese Frist auf 18 Monate.
 
Antrag und Dokumente:
Seit dem 01. August 2015 muss der Einbürgerungsantrag direkt online gestellt werden.
ACHTUNG: Die Internetseite wird ausschließlich in italienischer Sprache angeboten.
Registrierung: https://cittadinanza.dlci.interno.it


Dem Antrag sind folgende Dokumente beizufügen:

  • Auszug aus dem Eheschließungsregister der italienischen Gemeinde, in der die Eheschließung eingetragen worden ist;
  • Auszug aus dem Geburtenregister des Antragstellers mit allen Personendaten der Eltern; bzw. internationale Geburtsurkunde.
  •  Auszug aus dem Strafregister des Heimatlandes und aller Länder, in denen der Antragsteller ab dem 14. Lebensjahr wohnhaft war. Falls der Antragssteller in Italien wohnhaft war, muss er über diesen Zeitraum KEINEN Auszug aus dem Strafregister vorlegen.
  • Behördliches Führungszeugnis
  • Beleg der Banküberweisung von 250,00 EURO
  • Kopie des gültigen Reisepasses des Antragstellers
  • BESCHEINIGUNG ÜBER ANGEMESSENE KENNTNISSE DER ITALIENISCHEN SPRACHE, mindestens Stufe B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen
  • Kopie des Ausweises des italienischen Ehegatten  
  • Erweiterte Meldebescheinigung des Einbürgerungsbewerbers mit allen Angaben: Name, Staatsangehörigkeit, Personenstand (verheiratet), einzelne Familienmitglieder (Ehepartner und eventuelle Kinder), genaue Wohnadresse und seit wann diese besteht;
  • ggf. Aufenthaltserlaubnis, ausgestellt von der ausländischen Behörde, die für den Wohnort zuständig ist.
 
Zuständige Behörde: italienisches Konsulat im Ausland

Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt 6/2020

Staatsbürgerschaft für ausländischen Ehepartner - Bestätigung der Südtiroler Gemeinde über die Ehe

Staatsbürgerschaft für ausländischen Ehepartner - Bestätigung der Südtiroler Gemeinde über die Ehe

Ich bin Südtiroler und lebe in Deutschland. Meine Frau ist Deutsche (wir haben in Deutschland geheiratet) und möchte die italienische Staatsbürgerschaft zusätzlich zur deutschen beantragen. Wir haben uns an das italienische Konsulat gewandt und auch die entsprechenden Auskünfte erhalten. Dabei ist jedoch der folgende Punkt unklar: ich muss unter anderem folgende Bescheinigung besorgen: 
'estratto per riassunto dai registri di matrimonio rilasciato dal Comune italiano presso il quale è stato trascritto l'atto certificato di cittadinanza' . Können Sie mir sagen, um was es sich dabei genau handelt und wo ich diese Bescheinigung besorgen kann? 


Grundsätzlich kann Ihre Frau die italienische Staatsbürgerschaft beantragen, wenn sie seit mindestens drei Jahren mit einem italienischen Staatsbürger verheiratet ist. 

Ihre Heirat muss aber auch in Südtirol in Ihrer ehemaligen Wohnsitzgemeinde eingetragen worden sein – entweder durch eine Mitteilung Ihrerseits über das Konsulat oder eine Mitteilung direkt an die Gemeinde. Wenn Sie dies ordnungsgemäß gemacht haben, ist Ihre Heirat auch in Ihrer Heimatgemeinde „vollzogen“ und eingetragen. Diese Bescheinigung über die Eintragung in der Südtiroler Gemeinde benötigt das Konsulat. Sie bekommen Sie in Ihrer Heimatgemeinde in Südtirol. 

Sollte die Meldung nicht gemacht worden sein und Ihre Heimatgemeinde nicht über Ihre Heirat informiert worden sein, so müssen Sie dies unbedingt nachholen. Erst dann kann Ihre Frau die italienische Staatsbürgerschaft erhalten. Ebenso sind Scheidungen in der Südtiroler Heimatgemeinde zu melden. 

7/20




 

Staatsbürgerschaft für Kinder und Kindeskinder italienischer Staatsbürger (ius sanguinis)

Staatsbürgerschaft für Kinder und Kindeskinder italienischer Staatsbürger (ius sanguinis)

Italienische Staatsbürgerschaft
 
Allgemeine Grundsätze
Die italienische Staatsangehörigkeit basiert auf dem Prinzip des ius sanguinis (Abstammungsprinzip), demzufolge hat das Kind eines italienischen Vaters oder einer italienischen Mutter (seit 1948) ebenfalls die italienische Staatsangehörigkeit.
Italien erkennt den gleichzeitigen Besitz mehrerer Staatsangehörigkeiten an, sofern dies in einzelnen internationalen Abkommen nicht anderes geregelt ist.
Kosten:
250 Euro für Anträge oder Erklärungen auf Wahl, Annahme, Wiederannahme, Verzicht oder Konzession der italienischen Staatsbürgerschaft
Dauer:
Die Frist für den Abschluss des Verfahrens beträgt 48 Monate ab dem Zeitpunkt der Antragstellung bzw. der nachgereichten Unterlagen
Dokumente – siehe unten
Alle Unterlagen müssen im Original und mit beglaubigter italienischer Übersetzung der italienischen diplomatisch-konsularischen Vertretung des Ausstellungslandes vorgelegt werden.
Behördliche Urkunden und Dokumente folgender Staaten sind unabhängig von ihrem Ausstellungsort von der Beglaubigung befreit: Österreich, Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Luxemburg, Niederlande, Polen, Portugal und Türkei
Alle Dokumente dürfen nicht älter als sechs Monate sein.
Zuständige Behörde:
italienisches Konsulat bzw. die Wohnsitzgemeinde in Südtirol
 
Detaillierte Informationen erhalten Sie über Ihr zuständiges italienisches Konsulat bzw. dessen Homepage
 

  1. Italienische Staatsbürgerschaft aufgrund Geburt (ius Sanguinis)
 
 
Staatsbürger, auch wenn sie im Ausland geboren wurden und möglicherweise eine weitere Staatsbürgerschaft besitzen, sind italienische Staatsbürger. Ihre Geburt muss daher in Italien eingetragen werden.

Eine im Ausland erfolgte Geburt muss unbedingt in Italien eingetragen werden, bevor die Konsularabteilung einen Identitätsnachweises oder Personenstandsdokumente für das minderjährige Kind ausstellen kann.

TIPP: sofort nach der Geburt den Antrag auf Eintragung stellen.
 
Benötigte Unterlagen
2.1. bei ehelichen Kindern:
  • Antrag auf Eintragung der Geburt (Formular über Konsulat)
  • durch die zuständige ausländische Behörde ausgestellter mehrsprachiger Auszug aus dem Geburtseintrag im Original
  • Kopie eines gültigen Identitätsnachweises beider Elternteile (inkl. der Seiten, auf welchen die Unterschriften ersichtlich sind)
  • Kopie der ausländischen Wohnsitzmeldung des Kindes sowie beider Elternteile

2.2. bei unehelichen Kindern:
  • Antrag auf Eintragung der Geburt (Formular über Konsulat)
  • durch die zuständige ausländische Behörde ausgestellter mehrsprachiger Auszug aus dem Geburtseintrag im Original
  • von der zuständigen Behörde ausgestellte Vaterschaftsanerkennung im Original, inkl. Übersetzung durch einen beeidigten Übersetzer
  • Sofern die Mutter italienische Staatsbürgerin ist: von der zuständigen ausländischen Behörde ausgestellte Mutterschaftsanerkennung im Original, inkl. Übersetzung durch einen beeidigten Übersetzer
  • Kopie eines gültigen Identitätsnachweises beider Elternteile (inkl. der Seiten, auf welchen die Unterschriften ersichtlich sind)
  • Kopie der ausländischen Wohnsitzmeldung des Kindes sowie beider Elternteile
 
Übermittlung an:
a) Direkt an die zuständige italienische Gemeinde
b) Per Post an die Konsularabteilung der Italienischen Botschaft
c) Persönliche Abgabe in der Konsularabteilung der Italienischen Botschaft

Andere Formen der Einreichung sind nicht zulässig, da die Unterlagen im Originalvorgelegt werden müssen.

Zuständige Behörden: italienische Konsulate
 
  1. Staatsangehörigkeit aufgrund Geburt, wenn ein früherer Vorfahr italienischer Staatsbürger war oder der italienische Elternteil die italienische Staatsbürgerschaft abgegeben hat.
 
Voraussetzung ist hier u.a., dass der italienische Vorfahre die ausländische Staatsbürgerschaft nicht vor der Geburt der Kinder erworben hat und somit zum Zeitpunkt der Geburt der Kinder gar kein italienischer Staatsbürger mehr war. D.h. der Antragsteller muss nachweisen, dass er von einem italienischen Vorfahren abstammt, ohne dass es bei der Weitergabe der Staatsangehörigkeit von einer Generation zur nächsten zu einer Unterbrechung gekommen ist.
 
Folgendes ist zu berücksichtigen bzw. gegebenenfalls vorzuweisen:
 
- Auszug aus dem Geburtenregister der italienischen Geburtsgemeinde des als Erster ausgewanderten italienischen Ahnen.
- Geburtsurkunden mit italienischer Übersetzung und Beglaubigung für alle seine Nachkommen in gerader Linie, einschließlich derjenigen des Antragstellers
- Heiratsurkunde des ausgewanderten italienischen Vorfahren und mit beglaubigter italienischer Übersetzung, falls die Eheschließung im Ausland erfolgte und seiner Nachkommen in gerader Linie, einschließlich jener der Eltern des Antragstellers mit beglaubigter italienischer Übersetzung
- Todesurkunde des ausgewanderten italienischen Vorfahren und für alle seine Nachkommen mit beglaubigter italienischer Übersetzung
- Bescheinigung der zuständigen Behörden des ausländischen Einwanderungsstaates mit beglaubigter italienischer Übersetzung, worin bestätigt wird, dass der seinerzeit aus Italien ausgewanderte italienische Vorfahr die Staatsangehörigkeit des ausländischen Einwanderungsstaates nicht vor der Geburt des entsprechenden Nachkommen erworben hat
- Erweiterte Meldebescheinigung (vom Bürgerbüro ausgestellt)
(- Aufenthaltserlaubnis (für Bürger aus Ländern, die nicht der Europäischen Union angehören)  
N.B.: Zum Zeitpunkt der Vorlage des Antrags muss der Antragsteller im Besitz eines mindestens zwei Jahre gültigen Aufenthaltstitels sein)
- Übersicht der Vorfahren des Antragstellers in aufsteigender gerader Linie (genealogischer Stammbaum mit den jeweiligen Vor- und Nachnamen, Geburts- und Todesdaten) bis zu dem Verwandten, von dem die Staatsangehörigkeit abgeleitet wird (dem aus Italien ausgewanderten Vorfahren)
 
Zuständige Behörden: italienische Konsulate

Rosemarie Mayer
6/2020

 

Staatsbürgerschaft - Wiedererlangung der italienischen Staatsbürgerschaft

Staatsbürgerschaft - Wiedererlangung der italienischen Staatsbürgerschaft

Nach meiner Eheschließung mit einem deutschen Staatsbürger 1975, hatte ich mich im Jahr 1992 entschieden, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Mit Aushändigung der Einbürgerungsurkunde
musste ich den italienischen Pass abgeben. Mir war im
Zuge der Beantragung der deutschen Staatsbürgerschaft nicht bewusst,
dass ich im gleichen Moment die italienische Staatsbürgerschaft abgeben
muss.
Gibt es eine Möglichkeit, die italienische Staatsbürgerschaft wieder zu
erwerben - ohne die deutsche abgeben zu müssen ? Wenn ja, an wen müsste
ich mich wenden bzw. wo kann ich zusätzliche Informationen erhalten ?
 
 
 
Generell ist es seit 2004 möglich, beide Staatsbürgerschaften, d.h. die deutsche und die italienische zu haben.
Allerdings handelt es sich bei Ihnen um einen Wiedererwerb der italienischen Staatsbürgerschaft, da sie ja die italienische Staatsbürgerschaft besessen haben und diese aus den damals geltenden gesetzlichen Bestimmungen abgeben mussten bzw. verloren haben.
 
Der Wiedererwerb der italienischen Staatsbürgerschaft ist bei folgenden Sachverhalten möglich:

automatisch
-    nach Ablauf eines Jahres nachdem der Bürger den Wohnsitz nach Italien verlegt hat, falls nicht innerhalb der gennannten Frist ein ausdrücklicher Verzicht erklärt worden ist;

auf Antrag
- wenn der Bürger für den italienischen Staat Wehrdienst leistet;
- wenn der Bürger in den öffentlichen Dienst des italienischen Staates, auch im Ausland, aufgenommen wurde oder wird;
- wenn der Bürger im Ausland ansässig ist und gegenüber den italienischen Konsularbehörden im Ausland eine Erklärung abgibt, derzufolge er die italienische Staatsangehörigkeit wiedererlangen möchte, und wenn er seinen Wohnsitz vor Ablauf eines Jahres ab Abgabe der Erklärung nach Italien verlegt;
- wenn die Antragstellerin ihre italienische Staatsangehörigkeit durch die Eheschließung mit einem ausländischen Staatsbürger vor dem 01. Januar 1948 automatisch verloren hat und eine Erklärung abgibt, derzufolge sie die italienische Staatsangehörigkeit wieder erlangen möchte.
 
In Ihrem Fall bedeutet das, dass Sie den Wohnsitz nach Italien verlegen müssen, damit Sie die italienische Staatsbürgerschaft wiedererlangen können.
 
 
Rosemarie Mayer 6/18
Südtiroler in der Welt

Strafregisterauszug Antrag

Strafregisterauszug Antrag

Ich möchte in Österreich ein Arbeitsverhältnis eingehen. Mein Arbeitgeber verlangt dafür von mir einen Auszug aus dem Strafregister aus Italien.
Wo erhalte ich diesen?



den Auszug aus dem Strafregister können Sie hier beantragen:

Zuständige Stelle:
Lokales Strafregisteramt der Staatsanwaltschaft beim Landesgericht Bozen
Schalter 1
Wer kann den Auszug beantragen?
Die betroffene Person selbst oder eine von ihr bevollmächtigte Person; die bevollmächtigende Person muss in diesem Falle sowohl den Antrag als auch die Vollmacht persönlich unterschreiben. Für Minderjährige kann der Antrag von einem das Sorgerecht ausübenden Elternteil gestellt werden. Für entmündigte Personen kann der Antrag vom Vormund gestellt werden. Dieser muss das diesbezügliche Ernennungsdekret vorweisen.
Vorgehensweise
Vordruck ausfüllen und unterschreiben.
Siehe Anlage
Was muss ich vorlegen?
Gültiges Ausweisdokument im Original.
Nicht-EU-Bürger müssen außerdem eine gültige Aufenthaltserlaubnis vorweisen.
Wird der Antrag per Post gestellt, muss ein ausreichend frankierter, mit der genauen Anschrift versehener Umschlag beigelegt werden. Zusätzlich eine Telefonnummer oder E-Mail Adresse mitteilen.
Gültigkeit
Die Auszüge aus dem Strafregister haben auf italienischem Staatsgebiet eine Gültigkeit von sechs Monaten ab Ausstellungsdatum.
Gebühren?
1 Stempelmarke zu € 16,00
1 Stempelmarke zu € 3,87 (€ 7,74 bei Dringlichkeit)
Gebührenbefreiung: Für Adoptionszwecke sind keine Stempelmarken erforderlich.
Bearbeitungsdauer:
Normalerweise erfolgt die Ausstellung einen Tag nach Beantragung, bei Dringlichkeit umgehende Ausstellung.

Rosemarie Mayer
6/20

Südtirol Abo 65+

Südtirol Abo 65+

Auch Südtiroler im Ausland können den Südtirol Pass 65+ beantragen

 Der Südtirol Pass 65+ ist ein namentlicher, nicht übertragbarer Fahrausweis und kann

  • von in Südtirol ansässigen Personen über 65 Jahren oder
  • Südtiroler/-innen über 65 Jahre, die im Ausland leben (Vorausgesetzt, dass es sich um italienische Staatsbürger handelt, die in einer Südtiroler Gemeinde beim AIRE Register eingetragen sind) beantragt werden.
Was
Er gilt für alle öffentlichen Verkehrsmitteln des Verkehrsverbundes Südtirol (Busse, Seilbahnen, fest installierte Anlagen, wie die Mendel oder dir Rittnertrambahn, Regionalzüge im Bereich Südtirol sowie auf allen öffentlichen Verkehrsmitteln des PostAuto Schweiz auf der Strecke zwischen Mals und Müstair).
Wie
Der Südtirol Pass 65+ kann bei den autorisierten Verkaufsstellen des Südtiroler Transportverbundsystems beantragt werden, indem ein entsprechendes Formular vorgelegt wird. Dies ist leider nicht online möglich.
Die Zahlung des Pauschaltarifes erfolgt bei der Abholung der Karte bei der Verkaufsstelle. Der Südtirol Pass 65+ gilt ein Jahr ab Ausstellungsdatum.
D.h. der Pass muss jährlich verlängert werden.
Die Verlängerung kann, ab einem Monat vor dem Gültigkeitsende und bis zu einem Jahr danach, bei den autorisierten Verkaufsstellen des Südtiroler Transportverbundsystems beantragt werden. Es reicht aus, die Karte vorzuzeigen und anschließend den Jahrestarif zu zahlen, ohne nochmals einen schriftlichen Antrag einzureichen.
Als Alternative zur Erneuerung bei den autorisierten Verkaufsstellen ist es möglich, den Südtirol Pass 65+ auch online, mittels Kreditkarte oder über Internet Banking zu erneuern.
Wenn die Verlängerung vor Ablauf angefordert wird, kann die Karte sofort verwendet werden. Im Falle einer Verlängerung, nachdem die Karte verfallen ist, muss man mindestens 24 Stunden vor dem Wiedergebrauch des Fahrausweises warten.
Im Falle eines Verlustes bzw. Diebstahls oder Beschädigung des Südtirol Passes 65+ kann ein Duplikat, das 20 Euro kostet, beantragt werden. Das Antragsformular ist bei allen autorisierten Verkaufsstellen oder beim Amt für Personenverkehr - Abteilung Mobilität verfügbar. Wer einen Südtirol Pass 65+ mit kostenpflichtigen Zusatzdiensten besitzt, kann das Duplikat auch online über das persönliche Benutzerkonto beantragen. Unabhängig von der gewählten Modalität für den Antrag, ist es notwendig die Abholstelle anzugeben. Die Duplikate werden nie per Post zugesandt. Die neue Karte wird bereits aktiviert geliefert und kann deshalb sofort verwendet werden. Nur im Falle eines unbeschädigten, aber nicht funktionierenden Fahrausweises, ist es möglich bei einer autorisierten Verkaufsstelle einen kostenlosen Nachdruck zu beantragen.
 
Der Südtirol Pass 65+ ist ein Fahrschein mit Pauschaltarif.
  • Die Antragsteller vom 65. bis zum vollendeten 69. Lebensjahr zahlen einen Jahrestarif von 150 Euro.
  • Die Antragsteller vom 70. bis zum vollendeten 74. Lebensjahr zahlen einen Jahrestarif von 75 Euro 
  • Die Antragsteller ab dem vollendeten 75. Lebensjahr zahlen einen Jahrestarif von 20 Euro.
Gesuchformular zum downloaden
Autorisierte Verkaufsstellen 

10/19

 

Südtirol pass

Südtirol pass

Neben den Einzelfahrscheinen, den normalen Wertkarten (zu 10 oder 25 €) und der Mobilcard, gibt es auch den Südtirol Pass für Personen, ohne Wohnsitz in Südtirol. 

Es gibt vier verschiedene Arten des Südtirol Passes, welcher zu verschiedenen Konditionen berechtigt, alle Verkehrsmittel des Verkehrsverbundes Südtirols zu nutzen: 

Südtirol Pass (umgangssprachlich Pendler-Abo)
Kann von allen Personen, die in einem Mitgliedsstaat der EU oder in der Schweiz ansässig sind beantragt werden. Jeder Antragsteller benötigt eine italienische Steuernummer, die gegen Vorweisen eines Personalausweises bei der Agentur der Einnahmen oder bei einem italienischem Konsulat beantragt werden kann.
 
Wichtige Neuerung: Wer ab dem 31. März 2018 einen Südtirol Pass – oder auch ein abo+ für Schüler und Studenten - erstmals neu beantragt, benötigt dafür einen einheitlichen digitalen Zugangsschlüssel in Form von SPID oder aktivierter Bürgerkarte samt Lesegerät. Bei „SPID“ handelt es sich um die persönliche „digitale Identität“   bzw. um einen zertifizierten Benutzername/Passwort, der jedem Bürger künftig italienweit einen einheitlichen und sicheren Zugriff auf die online-Dienste und auf seine persönlichen Verwaltungsakten in der gesamten öffentlichen Verwaltungen ermöglicht. In der Südtiroler Landesverwaltung erfolgt dieser Umstellung auf SPID derzeit schrittweise und betrifft auch die bisherigen online-Dienste im öffentlichen Nahverkehr, also auch die Neuansuchen für den Südtirol Pass / Euregio Family Pass und Südtirol Pass abo+ sowie in einem zweiten Schritt (ab Ende November 2018) auch den Zugriff auf das online-Benutzerkonto des Südtirol Pass.
 
Alle Infos zum Thema SPID auf der Homepage https://my.civis.bz.it/hilfe
Alle Infos zum Südtirol Pass und zum öffentlichen Nahverkehr in Südtirol auf der Homepage www.suedtirolmobil.info

Südtirol Pass 65+ (Seniorenabo)
Weitere Informationen finden Sie unter dem Punkt Südtirol Pass 65+ - Seniorenabo. 

Euregio Family Pass (Südtirol Pass zum Familientarif)
Weitere Informationen finden Sie unter dem Punkt Euregio Family Pass.

Südtirol Pass Free  (Ausweis für die freie Beförderung für Personen mit Zivilinvalidität ab 74 %)
Kann von nicht in Südtirol ansässigen Personen nur beantragt werden, wenn diese im AIRE Register einer Gemeinde Südtirols eingetragen sind. Der Antrag kann nur in Papierform, mittels vorgesehenem Formular gestellt werden. Wenden Sie sich dazu bitte an das Amt für MOBILITÄT (Frau Bacher Doris – 0471 415495 doris.bacher@provinz.bz.it oder Isabella Casari 0471 415482 isabella.casari@provinz.bz.it)
 

EuregioFamilyPass

EuregioFamilyPass

Gibt es für Südtiroler, die im Ausland leben die Möglichkeit den "Südtirol Pass family" zu erhalten (anstelle des normalen "Südtirol Pass")?
 
Ja, für Südtiroler, die im Ausland leben und im AIRE Register einer Gemeinde Südtirols eingetragen sind, besteht die Möglichkeit, eine Familienkarte zu beantragen.
Der bisherige Südtirol Pass familiy wird seit 18.11.2017 durch den länderübergreifenden EuregioFamilyPass ersetzt.

Die Vorteilskarte ist nun in der gesamten Europaregion gültig. Geschäfte und Einrichtungen der drei Länder Tirol, Südtirol und Trentino bieten verschiedene Leistungen und Rabatte. Als Fahrschein für den öffentlichen Nahverkehr gilt der Ausweis hingegen nur in Südtirol, zudem für die Regionalzüge bis Trient sowie bis Innsbruck und Lienz (auf der Tiroler Teilstrecke zum ÖBB-Tarif) und ausschließlich für den Karteninhaber
Die Familienkarte gilt, bis das jüngste Kind 18 Jahre alt ist.

Südtiroler/innen, die im A.I.R.E-Register einer Südtiroler Gemeinde eingetragen sind, können den EuregioFamilyPass mittels E-Mail an das Amt für Personenverkehr des Landes (personenverkehr@provinz.bz.it) beantragen.
 
Zur Ausstellung erforderlich sind die anagrafischen Daten sowie die italienische Steuernummer des Antragstellers und des jüngsten Kindes, die Angabe der Gemeinde, bei der man im AIRE-Register eingetragen ist.

Voraussetzungen:

  • Eintragung in der AIRE Liste
  • mindestens ein Kind unter 18 Jahren

Kosten:

Für die Ausstellung wird eine einmalige Gebühr von 20 Euro erhoben.

 
  • 1 bis 1.000 km: 10 Cent pro Kilometer;
  • 1.001 bis 2.000 km: 7 Cent pro Kilometer;
  • 2.001 bis 10.000 km: 2 Cent pro Kilometer;
  • 10.001 bis 20.000 km: 2 Cent pro Kilometer;
  • ab 20.001 km: 0 Cent pro Kilometer.

Wichtige Neuerung: Wer ab dem 31. März 2018 einen Euregio Family Pass erstmals neu beantragt, benötigt dafür einen einheitlichen digitalen Zugangsschlüssel in Form von SPID oder aktivierter Bürgerkarte samt Lesegerät. Bei „SPID“ handelt es sich um die persönliche „digitale Identität“   bzw. um einen zertifizierten Benutzername/Passwort, der jedem Bürger künftig italienweit einen einheitlichen und sicheren Zugriff auf die online-Dienste und auf seine persönlichen Verwaltungsakten in der gesamten öffentlichen Verwaltungen ermöglicht. 
 
Alle Infos zum Thema SPID auf der Homepage https://my.civis.bz.it/hilfe
Alle Infos zum Südtirol Pass und zum öffentlichen Nahverkehr in Südtirol auf der Homepage www.suedtirolmobil.info
 

Der Südtirol Pass family  ist ein namentlicher, nicht übertragbarer Fahrausweis und gilt für alle Verkehrsmittel des Verkehrsverbundes Südtirol.

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Wahlen 2018 in Italien

Wahlen 2018 in Italien

Parlamentswahlen am 4. März 2018

Am 4. März 2018 finden in Italien Parlamentswahlen statt, bei denen die im Ausland wohnhaften italienischen Staatsbürger ihre Vertreter in der Abgeordnetenkammer und im Senat durch die Wahl der Kandidaten des Auslandwahlkreises bestimmen.
Gemäß Gesetz Nr. 459 vom 27. Dezember 2001 können die im Ausland ansässigen und in die Wählerlisten des Auslandswahlkreises eingetragenen italienischen Staatsbürger ihre STIMME PER BRIEFWAHL abgeben.

Aktualisierung der Adresse
Personen, die Zweifel haben, dass beim zuständigen italienischen Konsulat die aktuellen Personal- und Adressdaten hinterlegt sind, sollten dies möglichst schnell über das Konsulat überprüfen lassen und gegebenenfalls aktualisieren.
Zur Aktualisierung schicken Sie eine aktuelle Meldebestätigung der ausländischen Wohnsitzgemeinde mit Kopie des Ausweises an die Meldebehörden des zuständigen Konsulates.


Briefwahl bei vorübergehendem Aufenthalt im Ausland
Gemäß Gesetz Nr. 459/2001 können an der Briefwahl auch italienische Wähler teilnehmen, die sich aus beruflichen Gründen, zu Studienzwecken oder für eine medizinische Behandlung vorübergehend im Ausland aufhalten und dies für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten, in welchen der Tag der Parlamentswahlen fällt. Dies gilt auch für im gemeinsamen Haushalt lebende Familienangehörige.

Um per Briefwahl im Ausland wählen zu können, müssen diese Wähler einen entsprechenden Antrag stellen und zwar
- bis spätestens 31. Januar 2018
- an die italienische GEMEINDE, in deren Wählerlisten sie eingetragen sind
- per Post, Fax, E-Mail oder Pec gesandt oder persönlich (bzw. durch eine Vertrauensperson)
Die diplomatisch-konsularischen Vertretungen im Ausland sind nicht berechtigt, diese Anträge in Empfang zu nehmen und an die italienischen Gemeinden weiterzuleiten.

Der Anfrage auf Briefwahl muss folgendes beigelegt werden:

  • Antrag auf Briefwahl Formular
  • die korrekte und vollständige Adresse in Österreich, an welche die Wahlunterlagen gesendet werden sollen
  • Kopie eines gültigen Ausweisdokuments des Wählers
  • die Angabe der territorial zuständigen Konsularvertretung
  • eine Erklärung, dass die Bedingungen zur Wahlteilnahme per Briefwahl gegeben sind (d.h. dass sich der/die Wähler/in aus beruflichen Gründen, zu Studienzwecken oder für eine medizinische Behandlung für einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten im Ausland befindet (Zeitraum, in welchen die Parlamentswahlen fallen); oder, dass der/die Wähler/in ein Familienangehöriger einer derartigen Person ist.
 
Briefwahl für AIRE Bürger, die sich vorübergehend in einem anderen Staat aufhalten
Die “Temporanei Altra Sede” (TAS) sind Wähler, die im Register der Auslandsitaliener "AIRE" eingetragen (und daher im Ausland wohnhaft) sind, sich jedoch zum Zeitpunkt der Parlamentswahlen in einem anderen Land, als dem gewöhnlichen Wohnsitzland aufhalten.

Ein Beispiel:
Ein italienischer Wähler, der in Frankreich wohnhaft und ins AIRE eingetragen ist, befindet sich jedoch im Zeitraum der Parlamentswahlen 2018 vorübergehend in Österreich und möchte dort wählen.
Diese Wähler können ihre Stimme auch im jenem Land, in dem sie sich vorübergehend aufhalten, abgeben, vorausgesetzt, sie stellen einen entsprechenden Antrag.

Der Antrag muss:
- bis spätestens 31.01.2018 erfolgen
- an das zuständige italienische Konsulat der AIRE-Eintragung (Land des ständigen Wohnsitzes) gerichtet werden

Nähere Informationen erhalten Betroffene beim zuständigen italienischen Konsulat des „dauerhaften“ Wohnsitzstaates.
 

 

Wohnsitzverlegung nach Österreich

Wohnsitzverlegung nach Österreich

Können Sie mir über die meldeamtlichen Verpflichtungen in Österreich bei einer Verlegung des Wohnsitzes nach Österreich Auskunft geben?
 

  1. Anmelden eines Wohnsitzes in Österreich
Wer in einer Wohnung in Österreich Unterkunft nimmt, ist nach dem österreichischen Meldegesetz verpflichtet, sich innerhalb von drei Tagen nach dem Bezug der Unterkunft (also nicht nach Abschluss des Mietvertrages) bei der zuständigen Meldebehörde anzumelden.
Dies betrifft die Meldung des Hauptwohnsitzes ebenso wie den Nebenwohnsitz.
 
Für die Anmeldung sind zuständig:
Wien: Meldeservice in den Magistratischen Bezirksämtern
Statutarstädte: Magistrat
Ansonsten: jeweilige Gemeindeämter
 
Man kann sich persönlich oder postalisch anmelden.
 
Benötigte Unterlagen: Meldeformular und Reisepass.
 
 
  1. Beantragung einer Anmeldebescheinigung
EU Bürger, die sich gerade an ihrer ersten Adresse in Österreich angemeldet (siehe oben) haben und hier für länger als drei Monate bleiben möchten, müssen innerhalb von 4 Monaten ab der Einreise zusätzlich bei der Einwanderungsbehörde eine Anmeldebescheinigung persönlich beantragen.
Dies gilt auch für Personen, die nur einen Nebenwohnsitz in Österreich haben.
 
Personen, die sich bereits vor dem 1. Jänner 2006 nach dem Meldegesetz angemeldet haben und sich rechtmäßig im Bundesgebiet aufhalten, benötigen keine Anmeldebescheinigung.
 
Zuständige Stelle
Wien: die MA 35, Referat "EWR"
Statutarstädte: das Magistrat
Ansonsten: die Bezirkshauptmannschaft
 
Die Anmeldebescheinigung muss man persönlich bei der zuständigen Niederlassungsbehörde beantragen.
 
Erforderliche Unterlagen
Personalausweis oder Reisepass, Meldebestätigung sowie
für Berufstätige: Bestätigung der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers 
oder ein Nachweis der Selbstständigkeit
Für Privatiers: Nachweis über ausreichende Existenzmittel und umfassenden Krankenversicherungsschutz 
Für Studenten: Nachweis über die Zulassung zu einer Schule oder Bildungseinrichtung und über einen umfassenden Krankenversicherungsschutz, sowie Erklärung oder sonstige Nachweise über ausreichende Existenzmittel
 
 
  1. AIRE Meldung beim Konsulat
Italienische Staatsbürger, die ihren Wohnsitz bzw. ihren Lebensmittelpunkt dauerhaft, d.h. mehr als 12 Monate ins Ausland verlegen, sind verpflichtet sich innerhalb von 90 Tagen beim zuständigen italienischen Konsulat anzumelden.
KONTAKT für Österreich:
Konsularabteilung der Italienischen Botschaft
Ungargasse 43, 1030 Wien
E-Mail: anagrafe.vienna@esteri.it
 
Rosemarie Mayer

Beratung

Beratung

Rosemarie Mayer


KVW - Pfarrplatz 31
I - 39100 Bozen
Tel. +39 0471 309176
Email: suedtiroler-welt@kvw.org

Montag, Dienstag, Donnerstag
8:00 bis 12:00 Uhr
Mittwoch
8:00 bis 12:00 Uhr
14:00 bis 17:00 Uhr

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