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Beratung Grenzpendler

      

 
Coronahilfe für Grenzpendler/innen
Das von der Landesregierung beschlossene neue Corona-Hilfspaket berücksichtigt auch die Situation der Grenzpendler/innen. Die Gesuche können  ab 11.Juni 2021 (bis 30. September 2021) online über MyCIVIS eingereicht werden. Um anzusuchen benötigen Sie den SPID (digitale Identität). Alle Informationen hierfür erhalten Sie unter folgendem Link: https://my.civis.bz.it/public/de/spid.htm

Anspruchsberechtigt für die Covid-Hilfe 2021 sind Personen/Familien:
  • die ihr Einkommen aus lohnabhängiger (Arbeitnehmer) oder nicht lohnabhängiger Arbeit (z.B. Selbstständige) erzielen 
  • einen Arbeitsausfall oder eine Arbeitsreduzierung von mindestens 30 Arbeitstage (vom 01.09.2020 bis zum Tag der Antragstellung) aufgrund der epidemiebedingten Einschränkungen hatten
  • deren Einkommensgrenze (netto) bei 1.400 Euro für Einzelpersonen bzw. 2.800 Euro für Familiengemeinschaften lag (Durchschnitt der Monate Januar, Februar, März 2021) 
  • deren Familienfinanzvermögen unter 60.000 Euro (Stichtag 31.12.2020) liegt
Die Unterstützungsmaßnahmen können auch über den kostenlosen Dienst der Patronate beantragt werden.

Informationen zur Covid-Hilfe 2021 erhalten Sie zudem telefonisch unter 0471 418006 von Montag bis Donnerstag, von 9.00 bis 12.00 Uhr

Infoblatt-covid-hilfe-2021.pdf



Aktuelle Ein-und Ausreisebestimmungen für Grenzpendler/innen, Schüler und Studierende nach Österreich und in die Schweiz (Stand 25.06.21)

Einreise nach Österreich:
  • 3-G-Nachweis: ärztliches Zeugnis über Genesung, Impfzertifikat oder Testergebnis (PCR 72 Stunden, Antigen 48 Stunden)
 
Einreise von Österreich nach Italien:
Einreise in die Schweiz:
  • keine Einschränkungen für Grenzpendler/innen
  • notwendige Unterlagen: Arbeitsbewilligung
Italien Südtiroler Landesverwaltung
Deutschland Auswärtiges Amt Deutschland
Österreich Bürgeramt Österreich
Schweiz Schweizerische Eidgenossenschaft
 



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Haben Sie als Grenzpendler in die Schweiz oder nach Österreich spezielle Fragen oder brauchen Sie eine Auskunft?
Rufen Sie uns einfach an oder schicken Sie uns eine Email oder einen Brief.
Möchten Sie unseren kostenlosen Newsletter erhalten, geben Sie uns einfach Bescheid.
Wünschen Sie eine individuelle Beratung, vereinbaren wir gerne einen Termin mit Ihnen.
Bitte kontaktieren Sie uns.


 

Informationen von A bis Z:

Grenzpendler in die Schweiz

Wer ist Grenzpendler in die Schweiz?

Wer ist Grenzpendler in die Schweiz?

Nicht jeder, der in der Schweiz eine Grenzgängerbewilligung G hat, ist auch automatisch nach italienischen Kriterien ein Grenzpendler.

Grenzgänger laut italienischer, steuerlicher Definition:

  • Der Grenzgänger muss täglich von seinem Wohnort in Italien in die angrenzende Schweiz pendeln.
  • Der Wohnort muss im Grenzgebiet innerhalb von 20 km liegen.
  • Diese Regelung gilt nur für die angrenzenden Kantone Graubünden (für Südtirol), Wallis und Tessin.

Aufenthaltsbewilligungen

Aufenthaltsbewilligungen

Es gibt folgende Bewilligungen laut Schweizer Regelung:

Grenzgängerbewilligung G:
Wird gegen Vorlage eines Beschäftigungsvertrages ausgestellt. Diese Bewilligung ist nicht nur auf Grenzgebiete beschränkt. Sie berechtigt nicht zur Wohnsitznahme in der Schweiz. Man ist verpflichtet mindestens einmal pro Woche an den Wohnsitz in Italien zurückzukehren.

Kurzaufenthaltsbewilligung L: 
Gilt bis zu 365 Tage für abhängig Beschäftigte und erlaubt auch den Aufenthalt in der Schweiz.
Die Mehrheit der Saisonarbeitskräfte hat diese Bewilligung. Maximaldauer 5 Jahre.

Aufenthaltsbewilligung B:
Wird gegen Vorlage eines wenigstens einjährigen oder unbefristeten Beschäftigungsvertrages ausgestellt. Berechtigt zur Wohnsitznahme in der Schweiz. Dies bedeutet die Streichung aus der Heimatgemeinde und die Aufnahme in das AIRE Register (Verzeichnis der italienischen Staatsbürger im Ausland).

Niederlassungsbewilligung C:
Wird 5 Jahre nach der Aufenthaltsbewilligung B ausgestellt. Dies bedeutet eine faktische Gleichstellung mit Schweizer Staatsbürger, mit Ausnahme der Wehrpflicht und des Wahlrechtes.
 
Wer bis zu 90 Tagen oder 3 Monaten in der Schweiz erwerbstätig ist braucht keine Bewilligung!

Steuern

Steuern

„Echte Grenzpendler“, die ihren Wohnort innerhalb 20 km zu Schweizer Grenze haben (Oberer Vinschgau bis einschließlich Gemeinde Schlanders), täglich pendeln, eine G-Bewilligung besitzen und in Graubünden arbeiten sind von der Lohnsteuerpflicht (auf ihr in der Schweiz erzieltes Einkommen) in Italien befreit.
Dies heißt nicht, dass Grenzpendler keine steuerlichen Personen in Italien sind. Ausländische Bankguthaben, welche 5000 € übersteigen und sonstige Einnahmen (z.B. Mieteinnahmen, Dividenden, in Italien erzieltes Lohneinkommen) müssen in Italien versteuert werden.

Wird eine der o.g. Voraussetzungen nicht erfüllt, gilt man laut italienischer, steuerlicher Definition nicht als Grenzgänger und muss seinen in der Schweiz erzielten Lohn in Italien versteuern.

Hierzu ein Rechenbeispiel für „unechte Grenzpendler“:

Als Berechnungsbeispiel nehmen wir eine Person, die unverheiratet ist, keine Kinder zu Lasten lebend hat, außerhalb der 20-km-Grenze wohnt und ein Bruttojahresgehalt von CHF 60.000 hat.
Basierend auf diesem Betrag berechnet der Arbeitgeber in der Schweiz die Sozialversicherungs-beiträge wie AHV, Arbeitslosenversicherung und Pensionskasse. Insgesamt 15% - das sind CHF 9.000, die vom Bruttogehalt abgezogen werden. Die Quellensteuer wird in Graubünden mit 8.67% berechnet - das sind CHF 5.202. Somit haben wir einen Nettobetrag von CHF 45.798.
Mit dem ehemaligen Steuererklärungsmodel UNICO werden CHF 51.000 besteuert (Bruttobetrag minus Sozialbeiträge). Umgerechnet sind das Euro 45.390.
Von den € 45.390 werden € 7.500 abgezogen (Freibetrag für Grenzpendler, die täglich pendeln), also haben wir € 37.880 als Steuergrundlage. Die italienische Steuer berechnet auf diesen Betrag beträgt € 10.718, davon wird nun die in der Schweiz einbehaltene Quellensteuer € 4.629 (CHF 5.202) abgezogen. Natürlich können auch Spesen wie Arztrechnungen, Passivzinsen auf Hypothekardarlehen oder Zusatzrentenversicherung abgezogen werden. Bei diesem Beispiel gehen wir davon aus, dass keine absetzbaren Spesen angefallen sind!
Die italienische Einkommensteuer, berechnet auf das Jahreseinkommen von CHF 60.000 beträgt also € 6.089 pro Jahr.

Quellensteuer Schweiz Tarifeinstufung

Quellensteuer Schweiz Tarifeinstufung


Dies sind die 5 gängigen Tarifeinstufungen welche für unsere Grenzpendler in Frage kommen:
Tarifcode A  für Alleinstehende, ohne Kinder zu Lasten
Tarifcode B  für verheiratete Alleinverdiener
Tarifcode C  für verheiratete Doppelverdiener
Tarifcode F  für italienische Grenzgänger (Doppelverdiener)
Tarifcode H  für Alleinerziehende / Halbfamilien

Zum besseren Verständnis folgendes Beispiel:

Mann arbeitet in der Schweiz, Frau arbeitet in Südtirol, 2 Kinder unter 16 Jahren.
Es wird folgender Tarif angewandt F2Y oder F2N
F steht für Grenzgänger
2 für die Anzahl der Kinder zu Lasten
Y für die Kirchensteuer
N ohne Kirchensteuer

Gehen wir nun davon aus dass dieser Mann ein monatliches Bruttoeinkommen von SFR 5050 bezieht, werden zwischen 5,47% und 5,12% Quellensteuer abgezogen, je nachdem ob mit oder ohne Kirchensteuer!
Ein alleinstehender Mann mit demselben Bruttoeinkommen hat einen Steuertarif zwischen 9,01% und 8,46%.
Zum Vergleich eine alleinerziehende Person mit 2 Kindern zu Lasten mit Tarif H2N, bezahlt keine Quellensteuer.

Der begünstigte Steuertarif H ist mit den Familienzulagen/Kindergeld in der Schweiz gekoppelt. Der sogenannte Kinderabzug wird auch dann gewährt wenn nur ein Teil des Familiengeldes zusteht. Dies kann der Fall sein wenn 1 Elternteil in Südtirol berufstätig ist und über seinen Arbeitgeber die Familienzulage bekommt und der andere Elternteil in der Schweiz arbeitet. Dieser muss dann in der Schweiz um die Differenz zur italienischen Familienzulage ansuchen.
Damit die Schweizer Behörde/Steuerverwaltung davon Kenntnis bekommt wird das Formular E411 benötigt.

Die Umänderung in die Tarifeinstufung B können Sie nur dann machen, wenn Ihr Ehepartner über kein Einkommen aus Arbeit, Rente oder sonstigem verfügt.
Einkommens- oder Steuerbescheide von den italienischen Steuerbehörden erhalten Sie deshalb eher nicht. Es reicht aber aus, wenn Sie eine Ersatzerklärung mitschicken.
Wir haben in Absprache mit der Kantonalen Steuerverwaltung in Chur eine Ersatzerklärung erstellt. Diese müssen Sie von Ihrer Heimatgemeinde beglaubigen lassen und dem Ansuchen beifügen. In dieser Erklärung bestätigen Sie, dass Ihre Ehefrau über kein Einkommen verfügt. 


Revision der Quellenbesteuerung ab 2021:

Das im Dezember 2016 verabschiedete Bundesgesetz über die Revision der Quellenbesteuerung des Erwerbseinkommens trat am 1. Januar 2021 in Kraft. Es besagt, dass quellenbesteuerte und ordentlich besteuerte Personen gleichbehandelt werden.
 
Grenzpendler/innen werden, wie Schweizer/innen, besteuert auf ihr weltweites Einkommen, d.h. der Quellensteuersatz richtet sich nach dem gesamten Einkommen. (Prinzip der Gleichbehandlung zwischen Quasiansässigen und Schweizern/innen)
 
Der/der teilzeitbeschäftige Arbeitnehmer/in muss seinem/r Arbeitgeber/in bzw. seinen Arbeitgebern/innen bekannt geben, ob er/sie einer oder weiteren (unselbstständigen oder selbstständigen) Erwerbstätigkeit(en) nachgeht bzw. ob er/sie Ersatzeinkünfte erhält (vgl. Art. 136 DBG).
 
Für die Berechnung des Quellensteuersatzes bei teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmern werden folgende Informationen benötigt:
 

  • effektiver Gesamtbeschäftigungsgrad aller Erwerbstätigkeiten (inkl. Ersatzeinkünfte) des/der Arbeitnehmers/in
oder
  • tatsächliches Gesamtbruttoeinkommen aller Erwerbstätigkeiten (inkl. Ersatzeinkünfte) des/der Arbeitnehmers/in 
Dies gilt auch, wenn eine oder mehrere der Erwerbstätigkeiten außerhalb der Schweiz verrichtet werden, bzw. wenn Ersatzeinkünfte im Ausland ausbezahlt werden.
 
Gibt der/die Arbeitnehmer/in weder das Pensum noch den erzielten Lohn aus der/den anderen Tätigkeit/en bekannt, wird das satzbestimmende Einkommen jedes Arbeitsverhältnisses auf ein 100 Prozent-Pensum umgerechnet.

 

Tarifkorrektur Quellensteuer bzw. Rückerstattung

Tarifkorrektur Quellensteuer bzw. Rückerstattung

In den ordentlichen Quellensteuertarifen können verschiedene Abzüge nicht berücksichtigt werden, da diese nicht vom Einkommen abhängig und individuell sehr verschieden sind. Mit einer Tarifkorrektur könne diese Abzüge geltend gemacht werden. Um Tarifkorrektur ansuchen kann nur der „echte“ Grenzgänger.

Anspruch auf eine Tarifkorrektur haben ausländische Arbeitnehmer mit steuerrechtlichem Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton Graubünden und Quasi-Ansässige (min. 90% des weltweiten Familieneinkommens wird in der Schweiz erzielt).

Der schriftliche Antrag um Anpassung der Quellensteuern kann bis spätestens Ende März des auf die Fälligkeit der Leistung folgenden Kalenderjahres unter Beilegung beweiskräftiger Unterlagen bei der Kantonalen Steuerverwaltung, Sektion Quellensteuer geltend gemacht werden Die gesetzliche Frist zur Einreichung des Gesuches (Formular 172) kann nicht erstreckt werden (Verwirkungsfrist).

Die Tarifkorrektur für 2020 ist noch über das Formular 172 möglich, ab 2021 können Grenzgänger eine nachträgliche ordentliche Veranlagung machen (Bedingungen wie bei Tarifkorrektur).

Krankenversicherung

Krankenversicherung

„Echte Grenzpendler“:

  • Wohnsitz Südtirol innerhalb 20 km von der Schweizer Grenze
  • Arbeitsplatz in Graubünden
  • Tägliches Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsort
Der echte Grenzpendler hat ein Optionsrecht: er kann wählen, ob er eine Krankenversicherung in der Schweiz abschließt oder ob er beim Südtiroler Gesundheitsdienst versichert bleiben möchte.
Für die Eintragung beim Südtiroler Gesundheitsdienst als Grenzpendler ist folgendes vorzulegen:
  • Befreiung von der Schweizer Krankenversicherung
  • Grenzgängerbewilligung G
  • Ausweis und Gesundheitskarte
  • Nachweis über Arbeitsort Graubünden (Arbeitsvertrag) bei jenen GP, deren Befreiungsschreiben von CH Krankenversicherung außerhalb des Kanton Graubünden ausgestellt ist
Das Gesuch um die Befreiung ist innerhalb von 3 Monaten ab Arbeitsbeginn an die Gemeinde zu richten, in der man arbeitet.
 
„Unechte Grenzpendler“:
  • Wohnsitz in Südtirol außerhalb der 20 km Grenze
  • Arbeitsplatz außerhalb des Kanton Graubünden
Auch der unechte Grenzpendler hat ein Optionsrecht, wenn er in Italien seiner Steuerpflicht nachkommt. Er kann ohne Zusatzkosten im Südtiroler Gesundheitsdienst eingetragen werden bzw. bleiben.
Man benötigt dafür
  • Befreiung von der Schweizer Krankenversicherung
  • Grenzgängerbewilligung G
  • Ausweis und Gesundheitskarte
  • Ersatzerklärung, in der man bestätigt, seinen steuerlichen Wohnsitz in Italien zu haben und dort die Steuern zu entrichten (erhält man in der Regel beim Südtiroler Gesundheitsdienst)

Familienleistungen/Kindergeld

Familienleistungen/Kindergeld

Arbeitnehmer haben nach den Rechtsvorschriften des Landes, in dem sie erwerbstätig sind, Recht auf Familienleistungen. Hierbei spielt es keine Rolle in welchem Mitgliedstaat die Familienangehörigen wohnen. Familienangehörige, die in einem anderen Land als der Versicherte wohnen, haben Anspruch auf Familienleistungen als ob sie in demselben Land wohnen würden wie der Versicherte. Im Wohnland der Familienangehörigen kann jedoch auch ein Anspruch auf Familienleistungen bestehen, wenn zum Beispiel eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird. Die Konsequenz ist, dass mehrere Ansprüche auf Familienleistungen zusammentreffen.

Um herauszufinden welcher Träger für die Zahlung zuständig ist, wird der Vordruck E411 benötigt.
Dieses Formular besteht aus Teil A und B. Der zuständige Träger im Arbeitsland füllt den Teil A aus und sendet das Formular an den zuständigen Träger (INPS Meran), welche den Teil B ausfüllen und somit Auskunft über die Ansprüche der Familienleistungen im Wohnsitzland geben. Das ausgefüllte Formular wird von INPS auf dem Postwege wieder an die angeführte Ausgleichskasse/Behörde zurückgeschickt.

Wichtig: sollte der in Südtirol lebende Elternteil berufstätig sein, sind die entsprechenden Anträge um die Familienzulagen zu stellen.

D.h. folgende Personen müssen zuerst den Antrag auf Familiengeld stellen:

  • Erwerbstätige bei privaten und öffentlichen Arbeitgebern
  • Arbeitslose
  • Selbstständige Bauern/Bäuerinnen
  • Landwirtschaftliche Taglöhner/innen
  • Hausangestellte
Sind die Leistungen des Wohnlandes jedoch geringer als die des zuständigen Trägers im Arbeitsland, zahlt dieser eine Differenzzulage. 

Beispiel: Kinderzulagen und Beiträge Graubünden
für das Jahr 2020
 
Beitrag in % bewilligte Zulagen ab: Zulage
pro Monat
1.65 pro Kind (bis 16. Altersjahr)
für Kinder in Ausbildung
Fr. 220.–
Fr. 270.–

Rente

Rente

Wer in mehreren Staaten Rentenversicherungszeiten erworben hat, sieht sich oft mit der Gefahr konfrontiert, dass diese Zeiten jeweils zu kurz sind, um einen eigenständigen Rentenanspruch zu eröffnen. In jedem EU- und EWR-Land bleiben die Rentenversicherungszeiten und -beiträge solange erhalten, bis das nach den Rechtsvorschriften dieses Staates vorgesehene Rentenalter erreicht ist. Es gilt der Grundsatz der Zusammenrechnung der Versicherungszeiten. Jeder Staat berücksichtigt diese Zeiten ebenso wie entsprechende „eigene" Zeiten und überprüft, ob die Zeitensumme für einen Rentenanspruch nach seinen Rechtsvorschriften ausreicht. Ist auf diese Weise ein Rentenanspruch gegeben, so zahlt jeder dieser Staaten eine gesonderte Rente, wobei er nur die im eigenen System erworbenen Zeiten berücksichtigt.

Sie haben Anspruch auf Leistungen im Alter, wenn Sie das erforderliche Alter erreicht und die notwendige Anzahl an Versicherungszeiten erworben haben. Grundsätzlich gibt es die Altersrente und verschiedene Formen der vorzeitigen Altersrente.
In der Schweiz liegt das ordentliche Rentenalter für Männer bei 65 Jahren, für Frauen bei 64 Jahren.

Die Schweizer Altersvorsorge basiert auf dem Drei-Säulen-Prinzip. Die AHV und die Invalidenversicherung (IV) bilden in Verbindung mit den Ergänzungsleistungen (helfen dort, wo die Renten und das Einkommen nicht die minimalen Lebenskosten decken) die 1. Säule. Diese soll den Existenzbedarf decken und ist obligatorisch. Die ebenfalls obligatorische berufliche Vorsorge (Pensionskasse) bildet die 2. Säule. Die 3. Säule ist die freiwillige Selbstvorsorge.

FAR-Rente vorgezogene Rente

FAR-Rente vorgezogene Rente

Antragsfristen

  • Der frühestmögliche Rentenbeginn ist der Monat nach Ihrem 60. Geburtstag.
  • Das Leistungsgesuch muss spätestens 6 Monate vor dem 60. Geburtstagoder
6 Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn bei der Stiftung FAR eingehen.
  • Die Rente wird um die Zeitspanne aufgeschoben, um welche das Gesuch zu spät eingereicht worden ist. Für das Einhalten der Frist sind Sie verantwortlich.
Bitte beachten Sie, dass wir aus rechtlichen Gründen nur ausgedruckte und unterschriebene Leistungsgesuche akzeptieren, die uns auf dem Postweg zugestellt werden.

Per Einschreiben an: Stiftung FAR, Obstgartenstrasse 19, 8006 Zürich.
 
Anspruchsgrundlagen ordentliche Rente
  • Mindestens 15 Jahre eine dem Gesamtarbeitsvertrag für den flexiblen Altersrücktritt (GAV FAR) unterstellte Vollzeitbeschäftigung in Betrieben, die dem GAV FAR unterstellt sind innerhalb der letzten 20 Jahre vor dem Rentenbeginn, davon die letzten sieben Jahre vor dem Leistungsbezug ununterbrochen.
Anspruchsgrundlage gekürzte Rente
  • Mindestens eine dem GAV FAR unterstellte Beschäftigung in Betrieben, die dem GAV FAR unterstellt sind vor dem Rentenbeginn, davon
  • Während der letzten 7 Jahre vor dem Leistungsbezug  darf die Beschäftigung durch maximal 2 Jahre Arbeitslosigkeit unterbrochen sein (eine sofortige Anmeldung beim RAV ist Voraussetzung).
  • Die Kürzung beträgt 1/180 für jeden fehlenden Monat. FAR-Renten für saisonal Beschäftigte, Teilzeitbeschäftigte und IV-Bezüger werden nach speziellen Regeln berechnet.
Achtung – Originalunterschrift nicht vergessen! Kann auch bereits mit unvollständigen Unterlagen zur Fristwahrung eingereicht werden!
Wichtig: Bei Bezug anderer (Alters-)Renten (zum Beispiel einer italienischen Rente) werden diese mit der FAR-Rente verrechnet.

VRM-Rente vorgezogene Rente

VRM-Rente vorgezogene Rente

  • Möglichkeit zur Arbeitszeitreduktion: Männer ab 60 Jahren, Frauen ab 59 Jahren.
  • Vorzeitig in den Ruhestand bei vollen Leistungen: Männer ab 63 Jahren, Frauen ab 62 Jahren.
Bedingungen:
  • Erstmaliger Leistungsbezug: 12 Monate nach Inkrafttreten des GAV VRM Maler- und Gipser-Gewerbe (frühestens ab dem 01.01.2018).
  • Ab diesem Zeitpunkt sind grundsätzlich leistungsberechtigt: Männer ab 60 bis 65 Jahren, Frauen ab 59 bis 64 Jahren.
  • Die Überbrückungsrente wird direkt dem / der Arbeitnehmenden ausbezahlt.
  • Die minimale Reduktion der Arbeitszeit beträgt 20%.
  • Eine einmal beschlossene Reduktion kann erhöht, jedoch nicht rückgängig gemacht werden.
  • Die Überbrückungsrente endet mit dem Erreichen des ordentlichen AVH-Alters. 
Die VRM-Rente kann gleichzeitig mit anderen Renten bezogen werden, z.B. ausländischen Renten oder Bezügen aus Pensionskassen. Diese werden nicht mit den Bezügen aus der VRM-Rente verrechnet

Sozialversicherung

Sozialversicherung

Grundsätzlich ist ein Erwerbstätiger in dem Land versichert, in dem er arbeitet. Die Sozialversicherungsbeiträge (Altersrente, Invalidenrente, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung etc.) werden also im Beschäftigungsland, anteilig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber, bezahlt.
Wenn jedoch eine Person in 2 oder mehreren Staaten beschäftigt ist muss überprüft werden, welchem Sozialversicherungssystem der Arbeitnehmer untersteht. Sie unterliegen immer nur den Rechtsvorschriften eines einzigen Landes und bezahlen Ihre Beiträge auch nur in einem Land.
Wenn Sie einen wesentlichen Teil Ihrer Tätigkeit, mindestens 25 %, in Ihrem Wohnsitzland ausüben, unterliegen Sie den Rechtsvorschriften Ihres Wohnsitzlandes. Wenn Sie Ihre Tätigkeit nicht zu einem wesentlichen Teil in Ihrem Wohnsitzland ausüben, unterliegen Sie den Rechtsvorschriften desjenigen Staates, in dem Ihr Arbeitgeber seinen Sitz oder Wohnsitz hat. Arbeitnehmer, die gewöhnlich in mehreren Ländern tätig sind, melden sich zunächst bei der zuständigen Institution ihres Wohnstaates (Italien: INPS)
 
Formular A1:
Mit dem Formular A1 wird unter anderem, und je nach Anfrage, bestätigt, von welchem Land die Sozialgesetzgebung zur Anwendung kommt, d.h. in welchem Land die Beiträge eingezahlt werden müssen. Diese Anfrage kann entweder von der interessierten Person oder vom ausländischen Sozialversicherungsamt kommen. Wenn Italien zuständig ist, werden die Beiträge vom INPS berechnet und vom Arbeitnehmer bezahlt. Die anzuwendenden Prozentsätze und die damit verbundenen Leistungen sind dieselben, die in Italien für die jeweilige Kategorie von Arbeitnehmern angewendet werden.
 
Wenn die Überprüfung eines Arbeitnehmers ergibt, dass er nicht dem Sozialversicherungssystem des eigenen Landes unterstellt ist, muss der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge nicht vom Lohn abziehen. Er ist verpflichtet den betreffenden ausländischen Versicherungsträger darüber zu informieren, damit die Sozialabgaben dort entrichtet werden können.
 
Zwei Varianten können dabei, gemäß Artikel 21 der Verordnung (EG) 987/2009, angewendet werden:

  • Der Arbeitgeber zahlt die Beiträge bei der ausländischen Sozialversicherung.
  • Der Arbeitgeber unterzeichnet eine Vereinbarung mit dem Lohnbezüger der Lohnbezüger verpflichtet sich, dadurch die gesamten Beiträge beim ausländischen Versicherungsträger einzuzahlen (der  Arbeitgeber zahlt dem Lohnbezüger zusätzlich zum Bruttolohn den Arbeitgeberanteil)

Arbeitsrecht

Arbeitsrecht

Die wichtigsten Bestimmungen zum Arbeitsrecht stehen im Obligationenrecht (OR), das insbesondere den Arbeitsvertrag regelt, sowie im Arbeitsgesetz (ArG), das viele weitere Punkte wie Arbeitsdauer, Ruhezeiten oder Vereinbarungen zum Arbeitsschutz für junge Arbeitnehmende und Frauen beinhaltet.

Die Angestellten des Staates (Bund, Kantone, Gemeinden usw.) unterstehen grundsätzlich dem öffentlichen Recht, in der Regel dem jeweiligen Personalgesetz des jeweiligen Kantons, der jeweiligen Gemeinde oder jenem des Bundes.
Diese Arbeitsverträge sind in der Regel öffentlich-rechtlicher Natur, das Obligationenrecht (OR) kommt nicht zu Anwendung. Je nach gesetzlicher Grundlage können öffentliche Arbeitgeber aber auch privatrechtliche Arbeitsverträge nach OR abschliessen.

In einigen Branchen gibt es einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV), der den Angestellten Mindestlöhne und angemessene Arbeitsbedingungen garantiert. (unia-gav-service.ch)

Ein Kooperationsvertrag der Arbeitsstelle Südtiroler in der Welt mit der Gewerkschaft UNIA ermöglicht monatliche Beratungsgespräche in Mals zu den Themen Arbeitsrecht und Renten.

Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit

Grenzpendler beziehen ihre Arbeitslosenentschädigung in ihrem Wohnsitzland.

Für die Berechtigung zum Arbeitslosengeld (NASPI) muss der Gesuchsteller in den letzten vier Jahren vor Arbeitsbeendigung mindestens 13 Versicherungswochen – also drei Versicherungsmonate – aufweisen. In den letzten zwölf Monaten muss an mindestens 30 Tagen gearbeitet worden sein. Die NASPI wird für die Hälfte der Beitragswochen, die in den letzten vier Jahren angespart worden sind ausbezahlt – und zwar im Höchstmaß von bis zu 2 Jahren (also vier volle Arbeitsjahre bedeuten zwei Jahre NASPI). Für Dauer der NASPI werden Versicherungsbeiträge, die bereits für eine vorherige NASPI-Anfrage berücksichtigt worden sind, nicht mehr berechnet (dies gilt insbesondere bei saisonal Beschäftigten).

Wird der Antrag um Arbeitslosengeld innerhalb der ersten acht Tage nach Abmeldung eingereicht, so besteht die Berechtigung der Auszahlung ab dem 8. Tag der Abmeldung. Erfolgt die Antragstellung zwischen 9. und 68. Tag, so hat man Anrecht auf das Arbeitslosengeld ab dem darauffolgenden Tag der Antragstellung.

Pendlerpauschale

Pendlerpauschale

Als Grenzpendler hat man Anrecht auf das sogenannte Pendlergeld. Dabei sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Entfernung Wohn- Arbeitsort mindestens 18 Km;
  • Arbeitnehmer sein;
  • An mindestens 120 Tagen gearbeitet bzw. gefahren zu sein;
  • Kein öffentliches Verkehrsmittel darf zur Verfügung stehen, falls doch dann mit einer Wartezeit von mindestens 60 Minuten;
  • Das persönliche Einkommen darf 50.000 € nicht übersteigen.
Das Gesuch wird jährlich über den Online-Dienst (aktivierte Bürgerkarte oder SPID) gemacht. Beiträge unter 200 € werden nicht ausbezahlt! Für Grenzpendler wird nur die Strecke vom Wohnort bis zur Staatsgrenze berechnet! Infos 
 

Grenzpendler nach Österreich

Wer ist Grenzgänger nach Österreich?

Wer ist Grenzgänger nach Österreich?

  • Grenzgänger sind Personen die in einem Staat wohnen und im anderen nicht-selbstständig arbeiten.
  • Wohnort und Arbeitsstätte müssen in Grenznähe liegen.
  • Darüber hinaus kehrt ein Grenzgänger nach seiner Arbeit in der Regel täglich in sein Wohnsitzland zurück.

Steuern für Grenzgänger

Steuern für Grenzgänger

Als Person, die täglich vom Wohnsitz in Südtirol zum Arbeitsplatz nach Tirol fährt, gilt man als Grenzgänger.
Der steuerliche Wohnsitz bleibt Italien. D.h. das gesamte Welteinkommen ist in Italien zu versteuern.
(Ausnahme:öffentlich Angestellte)

Normalerweise ist dieser Status bereits vor Beginn des Arbeitsverhältnisses zu klären, indem der Betroffene bei der Agentur der Einnahmen in Südtirol eine Bestätigung einholt, dass der steuerliche Wohnsitz in Italien ist. Diese Bestätigung (Attestato di residenza fiscale persone fisiche) ist vor Beginn des Arbeitsverhältnisses beim österreichischen Arbeitgeber abzugeben.
Damit vermeidet man, dass in Österreich Lohnsteuer abgezogen wird. Der vollständige Lohn ist damit in Italien zu versteuern.

Ist diese Bestätigung nicht eingeholt worden, so zieht Österreich automatisch die Lohnsteuer von Ihrem Lohn ab.
Sie haben dann die Möglichkeit, sich die vom Lohn abgezogene österreichische Lohnsteuer rückvergüten zu lassen.

Rückvergütung Lohnsteuer

Rückvergütung Lohnsteuer

Der Antrag für die Steuerrückvergütung der österreichischen Lohnsteuer kann nur in digitaler Form gemacht werden. Wie ist vorzugehen? Klicken Sie bitte hier für die Seite des Bundesministeriums für Finanzen. Sie finden im unteren Drittel der Seite das Formular LGRENZ (Lohnsteuer, Grenzgänger und nichtselbsständige Arbeit).
Das Formular kann nun online ausgefüllt werden, mit Angabe der österreichischen Abzugssteuernummer. Falls diese nicht vorhanden ist, bleibt das Feld leer.
Das Formular dann ausdruckenunterschreiben und von der Agentur der Einnahmen (Agenzia delle Entrate) bestätigen lassen.
Danach wird das Formular per Post an das Finanzamt für Großbetriebe übermittelt:
Finanzamt für Großbetriebe
Postfach 251
A-1000 Wien

Krankenversicherung

Krankenversicherung

Als Grenzpendler nach Österreich sind Sie in Österreich krankenversichert. Es besteht keine Wahlmöglichkeit der einzelnen Versicherungsträger, die Zuweisung erfolgt nach Art und Ort der Beschäftigung. Es gibt Betriebskrankenkassen und Gebietskrankenkassen.
Um Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung beanspruchen zu könne, ist die Vorlage der e-card erforderlich.
Wer in Österreich in der Sozialversicherung krankenversichert ist oder z.B. als Angehöriger Versicherungsschutz gegen Krankheit hat, erhält eine persönliche e-card.

Mit dem Vordruck S1 können Sie sich (und/oder Ihre Familienangehörigen für die Krankenversicherung anmelden. Sie haben (und/oder Ihre Familienangehörigen) Anspruch auf alle Sachleistungen (z. B. Gesundheitsleistungen, medizinische Behandlung, Krankenhausaufenthalte), deren Kosten nach den geltenden Rechtsvorschriften Ihres Wohnsitzlandes übernommen werden, so als ob Sie dort versichert wären. Die anfallenden Kosten werden dem Krankenversicherungsträger in Ihrem Wohnsitzland von dem Krankenversicherungsträger, bei dem Sie versichert sind, erstattet.

Familienleistungen

Familienleistungen

Arbeitnehmer haben nach den Rechtsvorschriften des Landes, in dem sie erwerbstätig sind, Recht auf Familienleistungen. Hierbei spielt es keine Rolle in welchem Mitgliedstaat die Familienangehörigen wohnen. Familienangehörige, die in einem anderen Land als der Versicherte wohnen, haben Anspruch auf Familienleistungen als ob sie in demselben Land wohnen würden wie der Versicherte. Im Wohnsitzland der Familienangehörigen kann jedoch auch ein Anspruch auf Familienleistungen bestehen, wenn zum Beispiel eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird. Die Konsequenz ist, dass mehrere Ansprüche auf Familienleistungen zusammentreffen.
Um herauszufinden welcher Träger für die Zahlung zuständig ist, wird der Vordruck E411 benötigt.
Dieses Formular besteht aus Teil A und B. Der zuständige Träger im Arbeitsland füllt den Teil A aus und sendet das Formular an den zuständigen Träger (INPS Meran), welche den Teil B ausfüllen und somit Auskunft über die Ansprüche der Familienleistungen im Wohnsitzland geben. Das ausgefüllte Formular wird von INPS auf dem Postwege wieder an die angeführte Ausgleichskasse/Behörde zurückgeschickt.
Wichtig: sollte der in Südtirol lebende Elternteil berufstätig sein, sind die entsprechenden Anträge um die Familienzulagen zu stellen. D.h. folgende Personen müssen zuerst den Antrag auf Familiengeld stellen:

  • Erwerbstätige bei privaten und öffentlichen Arbeitgebern
  • Arbeitslose
  • Selbstständige Bauern/Bäuerinnen
  • Landwirtschaftliche Taglöhner/innen
  • Hausangestellte
Sind die Leistungen des Wohnlandes jedoch geringer als die des zuständigen Trägers im Arbeitsland, zahlt dieser eine Differenzzulage. 

Sozialversicherung

Sozialversicherung

Grundsätzlich ist ein Erwerbstätiger in dem Land versichert, in dem er arbeitet. Die Sozialversicherungsbeiträge (Altersrente, Invalidenrente, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung etc.) werden also im Beschäftigungsland, anteilig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber, bezahlt.

Wenn jedoch eine Person in 2 oder mehreren Staaten beschäftigt ist muss überprüft werden, welchem Sozialversicherungssystem der Arbeitnehmer untersteht. Sie unterliegen immer nur den Rechtsvorschriften eines einzigen Landes und bezahlen Ihre Beiträge auch nur in einem Land.
Wenn Sie einen wesentlichen Teil Ihrer Tätigkeit, mindestens 25 %, in Ihrem Wohnsitzland ausüben, unterliegen Sie den Rechtsvorschriften Ihres Wohnsitzlandes. Wenn Sie Ihre Tätigkeit nicht zu einem wesentlichen Teil in Ihrem Wohnsitzland ausüben, unterliegen Sie den Rechtsvorschriften desjenigen Staates, in dem Ihr Arbeitgeber seinen Sitz oder Wohnsitz hat. Arbeitnehmer, die gewöhnlich in mehreren Ländern tätig sind, melden sich zunächst bei der zuständigen Institution ihres Wohnstaates (Italien: INPS)
 
Formular A1:
 
Mit dem Formular A1 wird unter anderem, und je nach Anfrage, bestätigt, von welchem Land die Sozialgesetzgebung zur Anwendung kommt, d.h. in welchem Land die Beiträge eingezahlt werden müssen. Diese Anfrage kann entweder von der interessierten Person oder vom ausländischen Sozialversicherungsamt kommen. Wenn Italien zuständig ist, werden die Beiträge vom INPS berechnet und vom Arbeitnehmer bezahlt. Die anzuwendenden Prozentsätze und die damit verbundenen Leistungen sind dieselben, die in Italien für die jeweilige Kategorie von Arbeitnehmern angewendet werden.
 
Wenn die Überprüfung eines Arbeitnehmers ergibt, dass er nicht dem Sozialversicherungssystem des eigenen Landes unterstellt ist, muss der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge nicht vom Lohn abziehen. Er ist verpflichtet den betreffenden ausländischen Versicherungsträger darüber zu informieren, damit die Sozialabgaben dort entrichtet werden können.
 
Zwei Varianten können dabei, gemäß Artikel 21 der Verordnung (EG) 987/2009, angewendet werden:

  • Der Arbeitgeber zahlt die Beiträge bei der ausländischen Sozialversicherung.
  • Der Arbeitgeber unterzeichnet eine Vereinbarung mit dem Lohnbezüger der Lohnbezüger verpflichtet sich, dadurch die gesamten Beiträge beim ausländischen Versicherungsträger einzuzahlen (der  Arbeitgeber zahlt dem Lohnbezüger zusätzlich zum Bruttolohn den Arbeitgeberanteil)
 

Rente

Rente

Wer in mehreren Staaten Rentenversicherungszeiten erworben hat, sieht sich oft mit der Gefahr konfrontiert, dass diese Zeiten jeweils zu kurz sind, um einen eigenständigen Rentenanspruch zu eröffnen. In jedem EU- und EWR-Land bleiben die Rentenversicherungszeiten und -beiträge solange erhalten, bis das nach den Rechtsvorschriften dieses Staates vorgesehene Rentenalter erreicht ist. Es gilt der Grundsatz der Zusammenrechnung der Versicherungszeiten. Jeder Staat berücksichtigt diese Zeiten ebenso wie entsprechende „eigene" Zeiten und überprüft, ob die Zeitensumme für einen Rentenanspruch nach seinen Rechtsvorschriften ausreicht. Ist auf diese Weise ein Rentenanspruch gegeben, so zahlt jeder dieser Staaten eine gesonderte Rente, wobei er nur die im eigenen System erworbenen Zeiten berücksichtigt.

Sie haben Anspruch auf Leistungen im Alter, wenn Sie das erforderliche Alter erreicht und die notwendige Anzahl an Versicherungszeiten erworben haben. Grundsätzlich gibt es die Altersrente und verschiedene Formen der vorzeitigen Altersrente.

Altersrente (Alterspension) ist eine laufende Geldzahlung zur finanziellen Absicherung des Lebens im Alter, also nach dem regulären Ende der Berufstätigkeit. Dieses ist derzeit in Österreich für Frauen mit 60 Jahren erreicht, für Männer mit 65 Jahren.
 

  • Für Personen, die am 1. Januar 2005 das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet und noch keine Versicherungsmonate zurückgelegt hatten, beträgt diese 180 Versicherungsmonate, von denen mindestens 84 aufgrund einer Erwerbstätigkeit erworben wurden.
  • Personen, die am 1. Januar 2005 das 50. Lebensjahr vollendet hatten, müssen 180 Versicherungsmonate in den letzten 360 Kalendermonaten oder 180 Beitragsmonate bzw. 300 Versicherungsmonate ohne Zeitrahmen zurückgelegt haben.
  • Für Personen, die am 1. Januar 2005 das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet, aber bereits mindestens einen Versicherungsmonat zurückgelegt hatten, ist die für den Versicherten günstigere Regelung anwendbar.

Arbeitsrecht

Arbeitsrecht

Es gilt das Arbeitsrecht des Staates, in welchem Sie arbeiten. Sie haben dieselben Rechte und Pflichten im Betrieb wie einheimische Arbeitnehmer. Es gelten das Arbeitsvertragsrecht und das die Arbeitsgesetz des österreichischen Staates. Neben diesen gesamtstaatlichen Vorschriften gelten kollektivvertragliche und betriebliche Vereinbarungen.
 
Im Kollektivvertrag werden zwischen dem Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverband einer Branche die Arbeitsbedingungen wie Arbeitszeiten, Kündigungsfristen, Urlaubsanspruche, die Lohnbedingungen und vieles mehr festgelegt. In der Regel gibt es jährliche Zusatzvereinbarungen über die Höhe der Löhne usw. Auf das einzelne Arbeitsverhältnis ist ein Kollektivvertrag zwingend dann anzuwenden, wenn der Arbeitgeber Mitglied im Arbeitgeberverband ist. Häufig wird bei Einzelvertragen Bezug auf kollektivvertragliche Regelungen genommen. Sie dürfen ihnen gegenüber nicht benachteiligt werden.
 
Auskünfte erteilen die Gewerkschaften des Österreichischen Gewerkschaftsbundes(OGB) und die Kammern für Arbeiter und Angestellte (AK).
 
Die neun österreichischen Einzelgewerkschaften sind im Österreichischen Gewerkschaftsbund (OGB) als Dachverband zusammengeschlossen. Welche Gewerkschaft für Sie zuständig ist, erfahren Sie in Ihrer OGB-Landesgeschäftsstelle.
Unter www.oegb.at (OGB vor Ort Gewerkschaften) finden Sie alle neun Gewerkschaften sowie ein Formular, mit dem Sie eine entsprechende Anfrage per Email abschicken können.
 
Die Kammern für Arbeiter und Angestellte (AK) vertreten in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften die sozialen, wirtschaftlichen, beruflichen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmer in Österreich. Sie bieten Informationen aus der Arbeitswelt und zum Konsumentenschutz, beraten individuell in Fragen des Arbeitsrechts und leisten Rechtsbeistand vor dem Arbeits- und Sozialgericht.

Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit

Grenzpendler beziehen ihre Arbeitslosenentschädigung in ihrem Wohnsitzland.
 
Für die Berechtigung zum Arbeitslosengeld (NASPI) muss der Gesuchsteller in den letzten vier Jahren vor Arbeitsbeendigung mindestens 13 Versicherungswochen – also drei Versicherungsmonate – aufweisen. In den letzten zwölf Monaten muss an mindestens 30 Tagen gearbeitet worden sein. Die NASPI wird für die Hälfte der Beitragswochen, die in den letzten vier Jahren angespart worden sind ausbezahlt – und zwar im Höchstmaß von bis zu 2 Jahren (also vier volle Arbeitsjahre bedeuten zwei Jahre NASPI). Für Dauer der NASPI werden Versicherungsbeiträge, die bereits für eine vorherige NASPI-Anfrage berücksichtigt worden sind, nicht mehr berechnet (dies gilt insbesondere bei saisonal Beschäftigten).
 
Wird der Antrag um Arbeitslosengeld innerhalb der ersten acht Tage nach Abmeldung eingereicht, so besteht die Berechtigung der Auszahlung ab dem 8. Tag der Abmeldung. Erfolgt die Antragstellung zwischen 9. und 68. Tag, so hat man Anrecht auf das Arbeitslosengeld ab dem darauffolgenden Tag der Antragstellung.

Pendlerpauschale

Pendlerpauschale

Als Grenzpendler hat man Anrecht auf das sogenannte Pendlergeld. Dabei sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Entfernung Wohn- Arbeitsort mindestens 18 Km;
  • Arbeitnehmer sein;
  • An mindestens 120 Tagen gearbeitet bzw. gefahren zu sein;
  • Kein öffentliches Verkehrsmittel darf zur Verfügung stehen, falls doch dann mit einer Wartezeit von mindestens 60 Minuten;
  • Das persönliche Einkommen darf 50.000 € nicht übersteigen.
Das Gesuch wird jährlich über den Online-Dienst (aktivierte Bürgerkarte oder SPID) gemacht. Beiträge unter 200 € werden nicht ausbezahlt! Für Grenzpendler wird nur die Strecke vom Wohnort bis zur Staatsgrenze berechnet!
Infos 

Grenzpendler

Mitarbeiterin für Grenzpendler

Susanne Saewert

Marktgasse 4
I - 39024 Mals
Tel. +39 0471 941705 
Email: grenzpendler@kvw.org

Donnerstag und Freitag
8:30 bis 12:00 und 14:00 bis 17:00 Uhr
sowie an folgenden Samstagen von 8.30 bis 12 Uhr:
16. Januar / 06. Februar / 06. März / 10. April / 08. Mai / 12. Juni 2021


Beratungstermine UNIA (jeweils Freitag von 13 bis 16 Uhr):
15. Januar / 05. Februar / 05. März / 09. April / 07. Mai / 18. Juni / 16. Juli /
03. September / 15.Oktober / 12. November / 10. Dezember 2021
 
Pfarrplatz 31
I - 39100 Bozen
Tel +39 0471 941705
Email: grenzpendler@kvw.org

Wir sind telefonisch und per E-Mail für Sie da.
Parteiverkehr vor Ort ist nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.
 

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